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Donnerstag, 15. November 2012

Werkzeugvorstellung - Festool T18+3 LI 3,0 Set

Der kleine CXS hat Gesellschaft bekommen.
Der große Festool T18+3 hat ein Plätzchen in meiner Werkstatt gefunden und den BS 18 LTX Quick abgelöst.













Als ich das erste Mal den CXS in Händen hielt, war ich von der Ergonomie des kleinen Schraubers begeistert. Nachdem ich mir ein Festool T-Modell angesehen und den LTX zu einem guten Preis verkaufen konnte, hab ich mir den Festool T18+3 LI 3,0 Set gekauft.

Zu dem Set gehört der T18+3 Schrauber selbst, das Schnellladegerät TRC-3, zwei 3,0 Ah Akkus, ein Centrotec- und ein 13mm Schnellspannbohrfutter, sowie der Winkel- und der Exzenteradapter. Alles zusammen passt in einen T-Loc Systainer der Größe 1. Damit ist der Systainer aber ausgelastet und es passt eigentlich nichts mehr rein.









Als kleine Zugabe spendiert Festool noch einen 4mm Centrotec Bohrer und ein Centrotec Bithalter + ein PZ2 Bit.












 Der T18+3 ist für seine hohe Leistung ein ausgesprochen kompakter Schrauber, leider war der LTX nicht mehr in meinem Besitz, als der Festool ankam. Sonst hätte ich ein paar Vergleichsfotos einstellen können, aber hier habe ich einen Bosch Schrauber vorgestellt, dort sind auch Vergleichsfotos mit dem T18+3 zu finden.









Durch seine griffige Gummierung, dem schlanken Griff + Gehäuse und dem kantenlosen  Design, liegt der T18+3 ausgesprochen gut in der Hand. Unterstützt wird dies noch durch sein geringes Gewicht von nur 1,7kg inkl. Akku.
















Die Bedienung des Schraubers ist eigentlich Standard.
Alle Bedienelemente sind in grün gehalten und so leicht auffindbar.
Der Schalter des dreistufigen Planetengetriebes ist griffig und läßt sich leicht bedienen, rastet aber trotzdem sicher ein.
Bei den Festool Schraubern mit EC-Tec Motor (Festools Bezeichnung für ihre bürstenlose E-Motoren) läßt sich der Schrauber vom Schraubmodus mit Drehmomentvorwahl in die Bohrstufe schalten, ohne dass das vorher eingestellte Drehmoment verändert werden muss.
Dazu besitzen die T-Modelle einen mit verständlichen Symbolen ausgestatteten Schieber oben auf dem Motorgehäuse. Dieser macht jetzt nicht so den stabilsten und einen leicht wackeligen Eindruck, da er aber versenkt angebracht ist, ist er trotzdem gut geschützt.







Wie gerade erwähnt ist in dem T18+3 kein konventioneller Motor mit Schleifkohlen verbaut, sondern ein Motor ohne Bürsten auch brushless genannt. Die Motoren sind kompakter, nahezu verschleissfrei, nicht anfällig gegen Staub und bieten einen höheren Wirkungsgrad, was sich in einer längeren Betriebszeit pro Akkuladung niederschlägt.
Durch die andere Ansteuerung eines Brushlessmotors gibt es auch eine neue Möglichkeit der Drehmomentvorwahl. Diese elektronische Variante wird auch in den Festool Schraubern (Ausgenommen dem kleinen CXS mit Kohlebürstenmotor) verwendet.
Dabei wird der gewünschte Drehmomentwert, per Drehrad vorgewählt und sobald dieser Wert erreicht wird, schaltet die Elektronik den Motor einfach ab. Das Erreichen wird zusätzlich durch einen Piepton angezeigt. Ebenso zeigt der Schrauber akustisch eine Überlast oder einen leeren Akku an.
Bei normalen Schraubern wird das maximale Drehmoment mechanisch geregelt. Beim erreichen des eingestellten Wertes löst unüberhörbar eine Rutschkupplung aus. 

Für Arbeiten an dunkeln Stellen besitzt der T18+3 eine LED Beleuchtung.
Nach dem Loslassen des Gasgebeschalters leuchtet diese noch 1-2 Sekunden nach.











Anders als beim CXS sitzt die LED beim T18+3 konstruktionsbedingt direkt unterhalb des Motorgehäuses. So kommt es bei ihm schneller zu Abschattungen durch große Werkzeuge.

CXS
T18+3
















Beim Facelift der T18 Schrauber wurde diesen auch eine Akkuladestandsanzeige spendiert.
Diese ist dreistufig und zeigt mit grünen (was sonst) LEDs den aktuellen Ladezustand des Akkus an. Nettes Gimmick, die LEDs gehen nacheinander an, zeigen den Wert und gehen nacheinander wieder aus. Hübsch anzuschauen.
Persönlich finde ich eine Anzeige direkt im Akku praktischer. Kann man so auch bei den Ersatzakkus direkt deren Zustand überprüfen und muß sie nicht dafür extra in den Schrauber einsetzen.
Nachtrag: Ich weiß nicht, ob es von Festool beabsichtigt ist oder nicht, die Anzeige ist sogar eigentlich sechsfach: Bevor eine LED komplett verlischt, leuchtet sie noch für eine gewisse Zeit (Ladung) in einer, nur etwa halb so hellen Zwischenstufe.


Um den Akku vom Gerät zu lösen, müssen an jeder Seite eine grüne Taste gedrückt werden, dann kann er nach vorne abgezogen werden. Das ist gut gelöst und so läßt sich der Akku tauschen, ohne das die "Schraubhand" umgreifen muss.











Gut gelöst sind auch die Kontakte am Schrauber, die verdeckt angebracht sind und so nicht beschädigt werden können, falls das Gerät mal irgendwo ohne Akku rumfliegt.












Alle Festool Schrauber verfügen auch über einen Gürtelclip, dieser läßt sich auch bei allen Modellen für Links- und Rechtshänder entsprechend positionieren.
Beim CXS ist er im Schraubergehäuse untergebracht, bei den größeren Modellen sitzt der Clip direkt am Akku und kann je nach Bedarf nach Links, Mitte oder Rechts verschoben werden.









Wird der Akku nur in der Werkstatt eingesetzt, kann der Gürtelclip auch komplett entfernt werden.
Die Verrieglung geschieht über den kleinen Pinokel in der Mitte des Akkus. Er sieht etwas filigran aus, scheint aber zu funktionieren.










Oberhalb des Akkus verfügt der T18+3 über ein Depot für maximal vier Bits.
Anders wie bei sonstigen Schraubern, werden die Bits nicht per Feder oder Kunststoffclip gehalten, sondern durch einen Magnet. So sitzen die Bits sehr sicher, lassen sich aber trotzdem ganz einfach nach außen schieben und entnehmen.









Beim Artikel über den Festool CXS habe ich schon etwas über das Festool Centrotec System geschrieben. Deswegen gehe ich hier nicht weiter darauf ein und möchte nur noch kurz die einzelnen beim T18+3 Set mitgelieferten Werkzeugaufnahmen vorstellen.
 

Um den Schrauber möglichst kurz zu halten, kann ein Bit direkt in die Spindel des Schraubers eingesetzt werden. Beim CXS befindet sich in der Spindel ein starker Magnet, der T18 hat dort keinen.











Zur Aufnahme von Centrotec Werkzeugen ist natürlich die entsprechende kleine Aufnahme dabei. Diese ist nur halb so lang wie ein konventionelles Bohrfutter und 80% leichter.












Für Bohrwerkzeuge mit zylindrischem Schaft gehört ein 13mm Schnellspannfutter mit Ratschenverrieglung dazu. Die Ratsche soll verhindern, dass sich das Bohrfutter durch die Schnellbremse öffnet.
Praktisch an dem Bohrfutter finde ich auch den drehbaren Ring an der Front. Bei feinen Arbeiten z.B. Anbohren mit kleinen Bohrern kann dort der laufende Schrauber zusätzlich gestützt werden.








Als kleines Highlight ist der Exzentervorsatz DD-ES zu nennen. 














Er versetzt die Drehachse des Schraubers nach außen, sodass auch Schrauben direkt in einer Ecke, wo man sonst nicht herankommt verschraubt werden können.












Der Adapter wird mittels Fastfix Schnittstelle (ähnlich einem Bajonettverschluss) am T18+3 befestigt und besitzt an der Front eine E 6,3 Aufnahme, so lassen sich dort auch Schnellwechselbithalter einsetzen und verriegeln. Eine Aufnahme für Centrotec Werkzeuge gibt es an dem Exzentervorsatz nicht.




















Zum Schluß verfügt das T18+3 Set noch über den Fastfix Winkelvorsatz. Dieser lenkt die Antriebswelle um 90° um, sodass auch über Eck in engen Stellen geschraubt und gebohrt werden kann. 











Da er über die gleiche Centrotec Schnittstelle wie der Schrauber selbst verfügt, stehen auch an dem Winkelvorsatz alle Möglichkeiten offen.
















Leistung und Drehmoment hat der T18+3 mehr als Ausreichend für 95% aller Aufgaben. Selbst eine Bohrung mit einem  50mm Kunstbohrer stellt kein Problem da.
Sicher wird es Schrauber geben, wie der von mir getestete Bosch und auch der Metabo BS 18 LTX, die mehr Drehmoment haben, aber wie schaut es dort mit Gewicht und Handling aus.
Der Festool T18+3 ist eigentlich eine ziemlich Perfekte Kombination aus Größe, Gewicht und Leistung.


Bei dem CXS hatte ich die Spindelstoppfunktion etwas bemängelt, weil diese nicht immer sofort greift und man das Bohrfutter per Hand je nach Stellung noch etwas drehen kann. Bei dem T18 gibt es das selbe Phänomen. Es scheint an der Konstruktion dieser Funktion bei den Festool Schraubern zu liegen. Anscheinend wird sie dort anders gelöst, als bei den meisten sonstigen Schraubern.




Bezugsquelle:

Den Festool T18+3 LI 4,2 Set könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

Kommentare:

  1. Sag mal, haste im Lotto gewonnen?? ;-) Danke für die Reviews, sind für mich sehr spannend. Sebastian

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    1. Moin,

      kein Lotto, keine Erbschaft.
      Eigentlich habe ich nur den CXS bezahlen müssen, den Rest habe ich durch Verkäufe finanziert.

      Grüße

      Michael

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  2. Hallo Micha,
    echt klasse Deine ausfürhlichen Werkzeugvorstellungen. Hast Du super gemacht! Deine Dokus sind bestimmt für viele Anwender sehr hilfreich.
    Der Schrauber gefällt mir. Besonders der Excentervorsatz schaut interessant aus. Wusste bisher nicht, dass es sowas gibt. Was ist das für eine lange Bitverlängerung (schwarz), die Du im Zusammenhang damit auf dem rechten Bild zeigst?
    Viele Grüße + viel Spaß mit dem feinen Sachen
    Olli

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    1. Hallo Olli,

      vielen Dank für das Lob!

      Die Bitverlängerung ist von Connex und aus dem Hagebaumarkt. Denke aber, die gibt es auch unter anderen Labeln.
      Das hier ist die Kurze, ich habe auch noch eine mit 300mm Länge.

      Ich hänge etwas mit den Vorstellungen etwas hinterher. Ich arbeite im Moment auch an einer Vorstellung über die MT55. Wird langsam Zeit und ich wüßte sonst auch keinen Beiträg über die Säge.

      Grüße

      Micha

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  3. Hallo Michael,
    deine Werkzeugvorstellung ist wirklich super gemacht. Die Entscheidung den Festool Schrauber zu kaufen wirst du sicherlich nicht bereuen. Da ich selbst einen T 12+3 Besitze kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, aber das von dir festgestellte Problem mit der Spindelstopfunktion konnte ich nicht feststellen. Ich wünsch dir dennoch viel Spaß mit deinem Schrauber. Basti

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    1. Hallo Basti,

      danke!
      Nein ich bereue nichts, weder den T noch den CXS.
      Da ich mittlerweile fast nur noch mit dem Centrotec System arbeite, stört mich die Spindelblockierung nicht weiter.

      Grüße

      Michael

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  4. Hallo Michael,

    ich arbeite seit Jahren mit Festoolschraubern (allerdings in der C Bauform) im professionellen Einsatz und kann sagen das sie in Puncto Robustheit und Langlebigkeit nichts zu wünschen übrig lassen.
    Die Wahl der Bauform fällt meiner Meinung nach individuellem Geschmack bzw. Handling aus. Ich kann keine gravierenden Vor-oder Nachteile entdecken.
    Aber das nur nebenbei.
    Eigentlich versuche ich gerade herauszubekommen für was das +3 in der Typenbezeichnung der T-Modelle steht.
    Kannst Du mir da vielleicht weiterhelfen?

    Ach übrigens : toller Block, Weitermachen!

    Gruß
    Volkmar

    Nebenbei, ich arbeite seit Jahren

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    1. Hallo Volkmar,

      in den Schraubern ist auch nichts, was wirklich verschleißen könnte. Keine Kohlebürsten, keine mechanischen Schalter oder Regler. Wirklich robust gebaut.

      Zu Deiner Frage:
      Das habe ich mich auch schon gefragt. Ich habe da zwei "Theorien", weiß es aber auch nicht definitiv. Was sicher ist, dass es mit dem EC-Tec Motor + dessen Regelung zusammen hängt.

      Theorie 1 (Deutsches T Reihen Prospekt):
      +1. Höhere Schraubleistung
      +2. Kontrollierte Kraftentfaltung
      +3. einzigartiges Drehmoment

      Theorie 2 (basierend auf einem Artikel von Jerry Work:
      Das +3 besagt eine Perfomance die sonst nur ein Schrauber mit konventionellem Motor und 3V mehr Spannung bietet (bei Erscheinen der +3 Reihe). Sprich T12+3 entspricht einem 15V Schauber, T15+3 einem 18V Schrauber, etc.

      Grüße

      Michael

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    2. O.K.

      Vielen Dank für die schnelle Antwort.

      Ich tendiere ja dann eher zu 1..
      Denn der 12+3 hat ja laut Angaben 10,8 V das wären dann ja 4,2 V an "Mehrleistung"?!
      Aber ich hab eine Idee. Ich frag einfach mal bei meinem Werkzeughändler nach. Vielleicht kann der ja was ermitteln. Das Ergebnis würde ich dann natürlich mitteilen.

      Ach ja, ich arbeite bisher nur mit dem alten Modell mit Kohlebürsten und selbst die schrauben und bohren und schrauben und bohren und......

      Viele Grüße Volkmar

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    3. Der T15 hat ja auch keine 15V, sondern mit Lio 14,4V. Ob sich die Bezeichnungen noch auf die (soweit ich weiß) ebenfalls verwendbaren NiMh Akkuklassen bezieht weiß ich nicht.

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    4. das +3 bezieht sich darauf dass der Akkuschrauber 18V aufweist aber vergleichbar mit einem 21V Schrauber ist :)

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  5. Hallo Michael,

    danke für die tollen Tests hier. Du hattest auch den DRC 18/4 getestet. Was spricht für den statt des C bzw T 18 und umgekehrt? Preislich geben sie sich ja nicht viel. Und für 10 Euro mehr bekommt man statt DRC den PDC ...

    Gruss
    Christian

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    1. Moin Christian,

      Kommt auf den Anwendungsfall an, in der Werkstatt ist mir der C18 lieber (mittlerweile mit 3,1Ah Akkus), den DRC/PDC nehme ich fürs grobe.

      Ich nenne einfach mal die Vorteile, die mir einfallen:
      C/T18:
      -Leichter und schlanker
      -Made in Germany
      -etwas besser verarbeitet
      -leichtere Gangwahl
      -Umschalter Bohrstufe/Drehmoment
      -Mehr Auswahl an Vorsätze
      -liegt bequemer in der Hand
      -Licht muss nicht separat geschaltet werden

      PDC/DRC:
      -Alugetriebegehäuse
      -Zweitgriff
      -43mm Eurohals
      -4 Gänge/Hohes Drehzahlband
      -Höheres Drehmoment
      -Dauerlicht
      -Beim PDC Schlagbohrfunktion, wers braucht.

      Grüße
      Michael

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  6. Mist. Da hat es den Kommentar gefressen vor dem Abschicken...
    Ok, danke für die rasche Antwort!
    Made in G wußte ich nicht. Aber muss auch nichts heißen.
    Größe und Gewicht scheint mir nicht so viel zu sein. Kleinen Akku habe ich allerdings keinen gesehen für DRC.
    Zugegeben drehe ich nur ab und an ein paar Spax in die Wand etc. Allerdings scheint mir das Ding vollwertiger Schrauber und Bohrmaschine in einem - da sollte Ruhe sein. Mal schauen wie groß er am Ende wirklich ist. Auf den Photos sah er nicht so gewaltig aus.
    Und mit der Akkuaktion ist es ja gerade ein Schnäppchen.
    Gruss Christian

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    1. Universeller ist der Quadrive auf jeden Fall. Der kann ja alles, von zart bis hart.
      Im Vergleich zu ähnlichen Modellen ist er auch nicht groß, aber er ist schon voluminöser als der T18, der ist ja schon sehr schlank.

      Grüße
      Michael

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