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Mittwoch, 9. Januar 2013

Neuzugang in der Werkstatt - Veritas Low Angle Block Plane

Da ich von der Qualität und Verarbeitung der Veritas Hobel sehr angetan bin, habe ich meine beiden Stanley Blockhobel gegen einen Flachwinkel Einhandhobel von dem kanadischen Hersteller getauscht.

Bei dem Low Angle Block Plane handelt es, sich wie bei allen Einhandhobel um ein Bevel-Up (Fase oben) System. Ein Vorteil von diesem System ist die Möglichkeit einer Änderung des Schnittwinkels, nur durch anschleifen eines anderen Fasenwinkels zu erreichen. Damit ich mit diesem Hobel sowohl Hirnholz, als auch schwierige Maserungen hobeln kann, habe ich ein zweites Hobeleisen dazu bestellt. Eines behält den Standardwinkel von 25°, was mit dem Bettungswinkel von 12° einen Schnittwinkel von 37° ergibt. An das andere habe ich erstmal einen Fasenwinkel von 35° angeschliffen. Da ich z.Zt. nicht mit schwierigen Hölzern wie Kirsche arbeite, ist der Winkel ausreichend. Sollte ich wirklich mal Probleme beim Hobeln haben, ist der Schnittwinkel ja schnell geändert.




Die Verarbeitung des Einhandhobels aus duktilem Stahlguss ist wieder einmal perfekt, wie eigentliche die aller Werkzeuge von Veritas welche ich besitze. Alle Flächen sind sauber gearbeitet, es gibt nirgends Grate, die Beschichtung ist sauber ausgeführt, es gibt keine Nasen oder Fehlstellen.

Auf dem Bild kann man deutlich die Veritas typischen seitlichen Justierschrauben für das Hobeleisen erkennen. Diese gibt es sonst bei keinem anderen Hersteller. Mit diesen beiden kleinen Madenschrauben wird das Hobeleisen seitlich in Position gehalten. Dies hat zwei Vorteile: Erstens kann sich das Eisen beim arbeiten nicht verschieben und zweitens, wenn das Hobeleisen nach dem Schärfen wieder in den Hobelkörper eingesetzt wird, ist dessen Position schon "voreingestellt" und man muss, wenn überhaupt, die laterale Einstellung nur sehr gering justieren.






Diese hohe Qualität setzt sich auch im Inneren, z.B. beim Hobelmaul fort. Das verstellbare Maul sitzt fast Spielfrei in seiner Aussparung und schließt absolut bündig mit der Hobelsohle ab. Leider fehlt dem Einhandhobel die sonst bei Veritas vorhandene Einstellschraube für die kleinste Maulöffnung. Diese ist ganz praktisch: Maul öffnen, Späne rausblasen, Maul schließen, fertig. Es besteht keine Gefahr, die Schneide mit dem Maul zu berühren und dabei zu beschädigen. Bei diesem Blockhobel muss jedesmal die Einstellung kontrolliert werden.






Die Bedienelemente sind aus Messing und fein geriffelt und poliert. Die Lateraleinstellung arbeitet spielfrei, die Spandickeneinstellung hat ca. 1/6-1/5 Umdrehung Spiel, also sehr gering. Wie man auf dem Foto erkennen kann, handelt es sich bei der Einstellung um eine Mechanik mit Differentialgewinde (Zwei unterschiedliche Gewindesteigungen arbeiten zusammen), dadurch läßt sich die Spandicke sehr feinfühlig einstellen. Aufgrund der Bauweise, haben solche Einsteller oft einen großen "toten Gang". Das Geringe Spiel bei diesem Hobel ist dahingehend schon sehr bemerkenswert, zeigt es doch mit welch kleinen Toleranzen bei Veritas gearbeitet wird.
Die Fläche mit der die Klappe auf dem Hobeleisen aufliegt ist plan gefräst und sitzt flächig auf dem Eisen auf, so wird dieses auf der gesamten Breite gleichmäßig auf den Hobelkörper gedrückt. Das Klemmelement der Klappe besteht aus Messing und ist zweiteilig gefertigt, wobei beide Teile mit einem Sicherungsring verbunden sind, so kann nichts auseinander fallen.


Mit das wichtigste an einem Hobel ist die Planheit der Hobelsohle. Die Mechanik oder restliche Verarbeitung kann noch so toll sein, ist die Sohle (speziell direkt vor und hinter dem Hobelmaul) nicht plan, kann der Hobel kein vernüftiges Ergebnis liefern.
Die Sohle des kleinen Veritas ist an den wichtigen Stellen (Front, Heck und vor und hinter dem Hobelmaul) absolut plan und rechtwinklig zu den Seiten. Dies ist wichtig, damit der Hobel auch in einer Bestoßlade eingesetzt werden kann. In der Mitte der Sohle ist diese leicht hohl, dies ist aber so gering, dass eine 0,05mm Fühlerlehre nicht unter den Haarwinkel passt.





Herzstück eines Hobels ist das Eisen, mit dessen Zustand (Schneide und Spiegelseite) steigt und fällt das Ergebnis, was mit dem Hobel erreicht werden kann. Das Hobeleisen ist aber auch das Teil eines Hobels, welches sich mit dem geringstem Aufwand zu einer sehr guten Brauchbarkeit bringen läßt. Die Sohle eines Hobels zu planen und die Flanken rechtwinklig zu dieser zu schleifen ist schon aufwendig und bedarf auch den nötigen Mitteln. Die Mechanik zu verbessern ist für Otto-Normal-Holzwerker eher nicht möglich.
Damit ein Hobeleisen einwandfrei funktioniert, muss dieses "nur" über eine möglichst plane Spiegelseite und eine scharfe Schneide verfügen.
Wie man dieses herstellt, hat Heiko Rech sehr gut anhand von drei Videos beschrieben: Schärfen mit Wassersteinen

Kommen wir nun zu dem Eisen des Low Angle Block Plane.
Der von mir Gekaufte besitzt ein Hobeleisen aus A2 Stahl, dieses wird vom Hersteller in einer speziellen Maschine auf ganzer Länge geläppt. Das Ergebnis ist ein absolut plane Spiegelfläche.

Zuerst der Test mit dem Haarwinkel...














...danach haben nur wenige Züge auf einem 8000er Wasserstein gereicht um die Spiegelseite im vorderen Bereich auf ganzer Breite zu polieren.












Die Schneide ist ab Werk schon sauber auf genau 25° geschliffen und mit einer Mikrofase versehen. Ich habe diese bloß noch kurz auf dem 8000er abgezogen und fertig war das Hobeleisen.












Das Ergebnis in Verbindung mit der planen Hobelsohle spricht für sich:













Ein durchgegender Span, "durch den man  Zeitung lesen kann", ist problemlos möglich.













Ich benutze einen Blockhobel hauptsächlich um Kanten zu fasen, Leisten zu hobeln oder Hirnholz zu bearbeiten.

Durch die drei Fingermulden auf jeder Seite des Hobelkörpers...














..., liegt er beim Kanten oder Leisten hobeln sehr gut in der Hand.














Die Knebelschraube der Maulverstellung bietet mit ihrer sehr tiefen Daumenmulde, der zweiten Hand genügend Halt um den Hobel auch präzise zu führen.












Obwohl sich der kleine Veritas in seiner Form nur gering von den beiden Stanley Sweetheart Hobel unterscheidet, liegt er wesentlich angenehmer in der Hand. Das ist mehr so eine "Gefühlssache", was jetzt genau besser ist kann ich nicht sagen, der Hobel "passt" einfach.


Abschließend habe ich den Hobel noch am Hirnholz einer Bucheleiste eingesetzt, mit engem Maul und frisch geschärftem Eisen, war das wie Käse hobeln.












Es enstanden keine Krümmel, sondern ein durchgehender Span.














Auch der Einsatz auf einer Stoßlade ist problemlos möglich.

Durch seine Form läßt der Veritas sich auch dort sehr angenehm greifen und man bekommt ihn problemlos auf genügend Geschwindigkeit für ein sauberen Schnitt ohne Hänger.










Wieder gibt es durchgehende Späne...














...und eine glatte Oberfläche ohne "Rattermarken".














Um den Hobel noch weiter aufzurüsten, gibt es von Veritas noch einiges an Zubehör für den Blockhobel.
Es gibt einen Faseaufsatz um mit dem Hobel präzise 45° Fasen herstellen zu können und verschiedene Anbaugriffe um den Einhandhobel in einen kleinen Putzhobel zu verwandeln.



Der kleine Veritas Low Angle Block Plane schlägt mit knapp 150€ zu Buche, was aber angesichts der perfekten Verarbeitung und im Vergleich was z.B. die Stanley Sweetheart Blockhobel in Deutschland kosten, durchaus berechtigt ist.


Bezugsquelle: 


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Veritas® Einhandhobel 12°

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