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Samstag, 16. März 2013

Extremtest mit der Festool Carvex PS 420 EBQ

Meine neue Carvex PS 420 EBQ hat mich in den ersten Tests ziemlich überzeugt. 
Aber stößt sie auch irgendwann an ihre Grenzen?
Ich wollte es wissen und habe ein Päckchen der längsten Sägeblatter gekauft.










Man nehme einen 92mm dickes Kantholz ...















und ein 145/4 FSG Carvex Blatt.















Ziemlich langes Ding.












 

Das 145er FSG Blatt ist das längste Sägeblatt was es von Festool gibt. Viel dicker wie 92mm darf das Werkstück auch nicht sein, sonst schaut das Blatt bei oberster Stellung nicht mehr unten raus und das wäre der Präzision nicht zuträglich. Ich habe jetzt nicht gemessen wie viel  Luft da noch ist.



So jetzt aber ran an den Balken, Ablauf wie immer:



Zuerst ein gerader Schnitt mit Pendelhub auf Stellung 0.



















Bei dieser Werkstückdicke und ohne Pendelhub ist die Schnittgeschwindigkeit sehr gering. Das wird vor allem daran liegen, dass die Sägespäne im inneren schlecht abgeführt werden können.
Die Schnittqualität ist zwar sehr gut, aber das Ganze ist so nicht praktikabel. Es dauert zu lange und wahrscheinlich erhitzt das Sägeblatt auch unnötig durch die hohe Reibung.



Anschließend ein gerader Schnitt mit Pendelhub auf Stellung 3.


 














Durch den Pendelhub ist die Spanabfuhr deutlich höher und die Schnittgeschwindigkeit bewegt sich wieder im normalen Bereich.


Jetzt das ganze mal mit einer Schlangenlinie ...

 















... und die Winkelüberprüfung dazu:
 



 Bei allen drei Versuchen erkennt man, dass die Carvex, bzw. das Sägeblatt, was die Winkeltreue angeht am Limit ist. Im unteren Bereich verläuft der Schnitt doch merklich, aber wie ich finde in einem doch immer noch beeindruckend geringen Bereich.
Bei geraden Schnitten war der größte Verlauf kleiner 2mm und beim Kurvenschnitt etwa 3mm.
Was mir bei den geraden Schnitten aufgefallen ist, der größte Verlauf war am Anfang des Schnittes und wurde bis zum Schluß immer besser. Vielleicht lags an mir oder beim Ansetzen hat das Sägeblatt eher seitlich geflattert, gesägt hatte ich in Drehzahlstellung A.

Aus dem gleichem Material hatte ich mit meiner alten Metabo STE 100 Plus mit einem langen Blatt von LUX (nicht so dick wie das FSG Blatt und wenn ich das recht in Erinnerung habe, auch nicht sonderlich geschränkt) etwas absägen wollen. Der Schnitt verlief zum Ende hin um über 6mm. Ich habe dann die Handsäge genommen.
Ich denke die STE 100 trifft hier weniger die Schuld, auch wenn die dritte HM-Sägeblattführung der neuen Carvex sicher auch eine Rolle an dem guten Ergebnis spielt. Es lag eher an dem verwendeten Sägeblatt, gerade solche extremen Schnitte, bedürfen eines sehr guten und dafür ausgelegten Blattes. Die FSG Blätter sind durch ihre Stärke und der großen Schränkung, die dafür sorgt, dass das Stammblatt eigentlich frei laufen kann ideal für solche Arbeiten.



Kommentare:

  1. Hi Micha,

    sehr beeindruckender Test! Es gibt auch bei YouTube gute Videos. Aber dein "einfacher" Test zeigt mal wieder das wesentliche, was ein gute Stichsäge mit gutem Blatt kann, nämlich einfach rechtwinklig und sauber schneiden!

    Gruß,
    Dominik

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  2. Wie kommt man denn auf die 12cm Schnitttiefe, die Festool bewirbt, wenn nicht mit dem 145er Blatt?

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    1. Hallo Christoph,

      das eine hat mit dem anderen nur indirekt was zu tun.

      Ich habe gerade nochmal gemessen. Das 145er Blatt steht in Ruheposition (Hubstange oben) 102mm über den Fuß. Das wäre dann die äußerste Grenze bei der noch mit einem Schnittergebnis (was die Winkligkeit betrifft) wie oben zu rechnen ist.

      Der Hub der Carvex beträgt 26mm + die 102mm des Blattes gibt 128mm, was das Blatt über den Fuß steht, wenn die Hubstange unten ist. Abgerundet sind das die 120mm max. Schnittiefe. Mehr kann auf einmal nicht getrennt werden.

      Nur wenn das Sägeblatt nicht immer über das Werkstück hinausragt, neigt es eher zum Verlaufen und die Winkeltreue wird deutlich schlechter.

      Alles klar?

      Grüße

      Michael

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  3. Moin,

    mit einem längeren Blatt wie dem Bosch T1044DP hab ich auch schon 140mm mit der Carvex 400 geschnitten!

    Gruß Heiko

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