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Freitag, 29. März 2013

Neuzugang in der Werkstatt - Festool ETS 150/3 EQ-Plus

Neben dem großen Rotex RO 150 verwende ich noch einen reinen Exzenterschleifer vom Typ ETS 150/3 EQ.
Eigentlich reicht der Rotex für alle anfallenden Schleifarbeiten, für die ich einen Exzenterschleifer einsetze. Warum dann noch den ETS? Durch die Bauform und das geringe Gewicht von nur 1,8kg ist dieser Exzenterschleifer optimal für Feinschliff oder dem Einarbeiten oder Polieren von Öl. Speziell die Gehäuseform und die so gut wie nicht vorhandenen Vibrationen machen das Arbeiten wirklich leicht. 
Vor dem Kauf des ETS 150/3 hatte ich ja einen Metabo SXE 450 im Einsatz. Im Prinzip ein sehr gutes Gerät. Der Hauptgrund für den Wechsel, war neben dem Plug-It Anschluss, die unterschiedlichen Lochungen der Schleifpapiere. Festool geht da ja einen eigenen Weg. Zwei verschiedene Sätze an Schleifblättern wollte ich nicht im Gebrauch haben, zudem das Mult-Jetstream Absaugprinzip dem normalen 6 Loch schon deutlich überlegen ist. Nicht jetzt unbedingt was die eigentliche Absaugung angeht, sondern vorallem im frei halten des Schleifpapieres.
Bei dem SXE dachte ich schon "Der liegt aber gut in der Hand und vibriert nur wenig", der ETS ist da aber noch min. eine Klasse höher.
Das ist jetzt keine Lobeshymne auf Festool, es ist einfach so. Ich merke so gut wie keine Vibrationen mit dem ETS. Das ist unglaublich, zumal der nicht mal eine 2K Anti-Vibrations-Gummibeschichtung auf dem Gehäuse hat. Zu dem Gehäuse komme ich später noch.



Jetzt aber zu dem Gerät selbst.
In der Typenbezeichung steht das 150 für den 150mm Teller und die /3 für den Schleifhub von 3mm.
Weiter steht das E für elektronische Drehzahlregelung und das Q für das Plug-It Kabel.



Aufbewahrung

Der ETS 150 EQ-Plus kommt in einem T-Loc Systainer der Größe 3 daher.
Darin befindet sich der Exzenterschleifer selbst, das Plug-It Kabel und die Filterkassette für den Betrieb ohne Absaugung. (Ein Schleifteller gehört natürlich dazu)










Neben der Maschine ist noch Platz für weitere Schleifteller oder Schleifpapier.
Wirklich gut genutzt ist der Platz im Systainer nicht. Der ETS wird zwar schön liegend präsentiert, nur geht doch einiges an Raum verloren der für weiteres Schleifpapier hätte genutzt werden können. Da ich ja den Schleifmittel Systainer habe, ist das ganze (für mich) jetzt nicht weiter wild.









Bedienung

Da es da eigentlich nur drei kurze Punkte gibt, schreibe ich zuerst etwas über die Bedienung.

An der Geräte Front befindet sich das Drehrad der Drehzahlregelung. Diese lässt sich in einem Bereich von 4000-10000 UpM regulieren.












Am Pistolengriff, wie von Festool gewohnt der Ein/Aus-Taster welcher sich durch den seitlichen Knopf natürlich auch auf Dauerbetrieb verriegeln lässt.












 Anders als die Rotex Geräte besitzen die reinen Exzenterschleifer von Festool keine FastFix Schnittstelle, um den Schleifteller werkzeuglos wechseln zu können.
Er muss per Inbusschlüssel gelöst und wieder festgezogen werden.











Konstruktion

Der ETS ist ein Exzenterschleifer, viel gibt es also zu dem Gerät nicht zu schreiben. Verarbeitung ist Festool typisch auf einem hohen Niveau, alles passt, keine Grate, nichts knarzt. Kennt man ja.

An der Oberseite des Gehäuses gibt es eine gummierte Fläche. Diese ist nicht als Vibrationsdämpfer gedacht, sondern um den ETS 150/3  griffiger zu machen, wenn er z.B. an senkrechten Flächen eingesetzt wird. 
Von dem ETS 150 gibt es zwei Versionen, diese hier mit 3mm Schleifhub und noch eine mit 5mm Schleifhub. Um diese sofort optisch auseinander halten zu können, besitzen die Geräte in dieser gummierten Fläche den Schleifhub als Ziffer. So ist sofort erkennbar um was für ein Gerät es sich handelt.






Nimmt man den Schleifteller ab, fällt der Blick auf den Inbusschlüssel. Dieser hat im Gerätefuß eine Garage und ist immer griffbereit und schnell zur Hand. Weiter ist die Tellerbremse erkennbar (die schwarze Gummilippe), diese ist wie bei allen Geräten von Festool werkzeuglos wechselbar.










 Früher war ich der Meinung "verschieden harte Schleifteller braucht man nicht". Gut dass man seine Meinung ändern kann. Es macht schon einen Unterschied, ob ich eine Leimholzplatte mit einem weichen Teller versuche planzuschleifen oder mit einem harten, genauso ob ich eine Rundung mit einem harten oder einem weichen Schleifteller bearbeite.

Für den ETS besitze ich neben dem Standardmäßigen weichen Schleifteller noch den harten und einen Teller zum polieren. Letzteren nehme ich aber nicht zum wirklichen polieren, sondern zum einschleifen von Öl. Da er keine Absaugöffnungen hat, verschmutzt die Maschine nicht. Der Polierteller hat keinen Durchmesser von 150mm sondern nur 135mm. Mittlerweile finde ich das ganz praktisch. Komme ich so mit den Schleifpads auch super in Ecken, ohne das der Teller gegen das Werkstück haut.


 

Der Anschluss für die Staubsaugung hat "Normmaße", es passen alle handelsüblichen Gummimuffen, hier im Beispiel die Muffe von Mafell.













In der Plus Variante ist auch noch eine Filterkassette dabei, um den Exzenterschleifer ohne Staubsauger zu betrieben. Ich habe das noch nie probiert, kann also nichts dazu sagen, wie gut das funktioniert.
Das Anbringen geht werkzeuglos. Aufschieben, Schraube eindrehen und der Filter sitzt fest.


















Jetzt komme ich zum herausragendsten Konstruktionsmerkmal (neben der Vibrationslosigkeit); dem absolut genial geformten Gehäuse.












Egal wie man den ETS 150 greift, er liegt ausgezeichnet in der Hand. Da wird sicher einiges an Entwicklung und Forschung drin stecken, diese wird auch einen Teil des doch hoch angesiedelten Preises ausmachen.

Wie gut ein Gerät letztendlich in der Hand liegt, lässt sich schlecht auf Fotos zeigen, am besten beim Händler ausprobieren. 

Hier nur ein paar Beispiele, wie man den ETS halten kann:

 


Egal wie man ihn greift, das Gehäuse passt einfach.

Beim Schleifen von senkrechten Flächen an einem kleinen Korpus greife ich den Schleifer auch gerne direkt am Motorgehäuse, so ist er schön ausbalanciert.  Möglich, dass es mit kleinen Händen (ich habe Handschuhgröße 11) nicht so gut geht.










Weiter kann man ihn seitlich halten ...















... oder einfach die Hand oben drauf ...















... oder "an der langen Leine". Beim einarbeiten von Öl ist das ne super Sache, ETS auf Dauerbetrieb und einfach auf die Fläche setzen und leicht am Kabel in die Richtung dirigieren, wo er hin soll. Da er absolut ruhig arbeitet, geht das ganze problemlos.










Fazit

Ihr merkt sicher, gerade was das Handling betrifft, fange ich an von dem ETS 150 zu schwärmen. Es ist wirklich absolut genial, wie diese Maschine in der Hand liegt und wie beinahe vibrationsfrei sie läuft.

Sonst gibt abschließend es nicht viel  zu schreiben. Der ETS ist halt "nur" ein normaler Exzenterschleifer. Das Schleifbild ist wie erwartet sehr gut, mit gutem Papier gibt es keine Schleifkringel oder ähnliches. Mit den 3mm Schleifhub ist mein ETS jetzt nicht sonderlich für den großen Abtrag geeignet, muss er auch nicht, dafür habe ich den RO 150.



Update:

Da ich einige Schleifer getestet und verglichen habe, gibt es nun auch einige kurze Videos zu dem ETS 150/3:


Griffpositionen des Schleifers.















Vibrationen am ETS 150/3.















Betriebsgeräusch mit und ohne angeschlossene aktive Absaugung.














Vergleich der Tellerbremse

















Güte der Absaugung.















Das Ergebnis spricht für sich, speziell mit Absaugung ist das schon top.

















Bezugsquelle:

Den Festool ETS 150/3 EQ-Plus könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

Kommentare:

  1. Hallo Micha,
    Mein 125er Makita-Schleifer muss ich leider ersetzen, da beim Feinschleifen die Maschine kaum zu führen ist. Saugt sich fest und die Arbeit ist echt mühsam und ausserdem mittlerweile feststellen müssen, dass 125mm doch nicht optimal sind.
    Du hast ja auch den Rotex 150..... was würdest Du empfehlen? Den ETS oder doch Rotex?
    Zwei Geräte kommen (vorläufig) nicht in Frage! Brauche das Geld für Holz. :-)
    Müsstest Du dich für eine Maschine entscheiden, welche würdest Du behalten?

    Gruss
    Geru

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    1. Hallo Geru,

      wenn ich mich für eine der beiden entscheiden müsste, würde ich den Rotex behalten. Er ist einfach der Kandidat mit dem größten Einsatzspektrum. Den Unterschied im Schleifhub kann man ausgleichen, indem man einfach noch eine Stufe feineres Schleifpapier zum Schluss verwendet.

      Grüße
      Micha

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    2. Danke für die Antwort Micha!
      Keine einfache Entscheidung! :-) Ein Kandidat wäre ja noch ein ETS EC. Das Gewicht macht das Gerät nämlich sehr, sehr interessant. Die 2.3 kg vom Rotex machen mir nämlich ein wenig Angst! Die Stirnseiten (ja ich weiss, sollte man sowieso hobeln und manuell schleifen) kann ich mit so einen Monster vermutlich vergessen.

      Nochmals Danke und Gruss
      Geru

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    3. Hallo,

      ich denke mal vom Abtrag, etc. nimmt sich der ETS und EC nichts, der Neue ist halt kompakter und hat einen "Lackierergriff".
      Stimmt der Rotex ist schon ne Nummer größer und schwerer, er ist halt auch ne komplett andere Maschinenklasse.
      Stirnseiten geht auch mit etwas Übung mit dem Rotex ganz gut, für sowas nehme ich aber lieber den RTS 400, der ist ja nicht viel größer und schwerer wie ein Handschleifklotz.

      Grüße
      Micha

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  2. Hallo Michael,

    ich habe den ETS 150/5 seit einem guten Jahr und er fing jetzt an schwarzen Staub beim Ein- und Ausschalten auf den Schleifteller und das Werkstück zu "spucken". Mein erster Verdacht war, dass es sich um Kohlestaub von den Kohlebürsten handelt, da dieser Staub beim drüberwischen Streifen zieht, so ähnlich wie es bei Bleistiftresten entsteht.

    Nach Einsendung der Maschine zu Festool wurde diese zurückgeschickt mit dem Vermerk:

    "Der schwarze Staub kommt nicht von den Kohlen, es ist der Abrieb der Gummimanschette beim Abbremsen des Gerätes und ist normal."

    Also für mein Empfinden ist sowas nicht normal, da die Werkstücke dadurch versaut werden, besonders ärgerlich beim letzten Feinschliff oder Polieren.

    Da Du die Maschine schon etwas länger im Einsatz hast nun meine Frage, ob Du das gleiche Problem hast bzw. der Abrieb bei Dir auch entsteht und wenn ja, wie Du damit umgehst?

    Gruß Sven

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    1. Moin Sven,

      ein gewisser Abrieb von der Tellerbremse ist normal. Allerdings hatte ich den noch nicht in dem von Dir beschriebenen Ausmaß.
      Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich häufig den Teller wechsel, so kann sich da nicht wirklich was ansammeln, zudem pinsel ich dann meistens auch kurz über die Unterseite des Schleifers.

      Grüße
      Michael


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