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Donnerstag, 27. Juni 2013

Neuzugang in der Werkstatt: Juuma Einhand-Multizwingen

Es gibt immer was zu zwingen. 
Gerade so kleine Problemlöser, wie diese Zwingen erleichtern manche Aufgaben schon ungemein.
Da ich zu 99,9% alleine arbeite, fehlt mir oft gerade bei Arbeiten mit mehreren Teilen, eine dritte Hand. Daher habe ich mittlerweile eine größere Anzahl an Einhandzwingen und Federklemmen.

Anfang Juni brachte Dieter Schmid "seine" Juuma Einhand-Multizwingen auf den Markt. Vom Funktionsprinzip und auch vom Preis her, sehr interessant. Ich habe mir daraufhin einen Satz dieser Zwingen zugelegt.












Hier die technischen Daten:


Spannkraft: bis 290 N.
Spannweite: 0 - 170 mm  
Gewicht: 250g

Einstellbare Spannbereiche der Multizwinge (cirka)
1. Punkt 2. Punkt 3. Punkt 4. Punkt 5. Punkt 6. Punkt 7. Punkt
0 - 18 mm 0 - 46 mm 22 - 78 mm 55 - 110 mm 88 - 143 mm 120 - 150 mm 147 - 170 mm
Quelle: Dieter Schmid - Feine Werkzeuge



Verarbeitung


Die Verarbeitung geht völlig in Ordnung. Alle Kunststoffteile sind sauber gegossen, keine Grate und auch die Mechanik macht einen wertigen Eindruck.












Für einen besseren Grip, verfügen die Griffe über eingearbeitete Weichgummistreifen im "hippen" Design.













Die Greifflächen bestehen aus einem mittelharten Gummi und sind sauber geformt. Die Drehgelenke gehen nicht zu leicht, das ist gut so. Sonst besteht das Problem, dass  sich die Backen beim Ansetzen umklappen können.











Die Klemmechanik arbeitet bis jetzt absolut einwandfrei und greift sofort, ohne auch nur einen Bruchteil durchzurutschen.
Bis jetzt gibt es leichte Kratzspuren an der Nickel(?)schicht, aber noch keine Macken oder Kerben.











Ich habe alle vier Multi-Zwingen so fest zusammen gedrückt wie ich konnte, dabei ist nichts zerbrochen. Ich habe es schon bei Einhandzwingen aus einem Lebensmitteldiscounter erlebt, dass sie sich schon bei "halber" Kraft in zwei Teile zerlegt haben.



Funktion


Die Besonderheit der Juuma Einhand-Multizwingen sind die verstellbaren Greifarme.
Dadurch verfügen die Zwingen über einen enormen Spannbereich.











Jeder der Arme lässt sich in 7 Stellungen fixieren. Damit die Multizwingen aber symmetrisch greifen, ist es nötig immer beide Arme gleich einzustellen.

Um die Arme verstellen zu können, müssen diese Knebelschrauben gelöst werden.
Die Gelenke und die Schrauben selbst sind logisch gekennzeichnet,  so läßt die Bedienung keine Frage aufkommen.



 







Bei den Knebelschrauben handelt es sich um keine Normalen, die man von vielen Maschinen oder Werkzeugen kennt. Diese hier haben an der Unterseite zwei rampenförmige Kulissen. So muss jede Schraube nur knapp eine viertel Umdrehung gelöst werden, um die Arme verstellen zu können.
Das ist sehr prakisch gelöst. Wäre die Unterseite wie gewohnt flach, müsste der Freiraum zur Verstellung über die Gewindesteigung erzeugt werden und das wären dann schon ein paar Umdrehungen.



Der Kraftschluss im Gelenk erfolgt über eine sauber gearbeitete Verzahnung.













Hier ist der Verrieglungsmechanismus zu sehen. Einfach aufgebaut, aber sauber gearbeitet und arbeitet bis jetzt völlig anstandslos. Weder bei leichter Klemmkraft, noch beim kräftigen Zupacken rutschen die Zwingen durch.
Auch läuft es völlig ruckfrei.









Das federgelagerte Stahlblechteil, verkeilt sich beim Zusammendrücken der Zwinge mit der Sechskantstange und blockiert diese. Zum Lösen muss auf den langen Schenkel des Blechteils gedrückt werden und eine Feder im Gelenk öffnet die Multizwinge wieder, bis man den Schenkel wieder los läßt.


Die Greifbacken aus einer Gummimischung verfügen über je zwei V-Nuten, sodass sich auch runde Teile, sowohl längs als auch quer problemlos greifen lassen.












Ein kleines Manko besitzen die Juuma Einhand-Zwingen trotz der wirklich guten Verarbeitung und Funktion aber trotzdem: Wenn man nicht aufpasst, kann man sich schmerzhaft die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger am Gelenk der Zwinge klemmen. Die Griffe hätten da etwas anders designed sein müssen, um das zu verhindern, es fehlt dort ein Klemmschutz.



Praxistest


Den ersten Einsatz hatten die Multi-Zwingen beim Verleimen von zwei Brettern. Bis jetzt hatte ich das immer mit zwei Schraubzwingen gemacht. Das Problem dabei ist halt, die beiden Leisten zu positionieren und dann mit einer Hand die Zwinge zu setzten, ohne die Leisten zu verschieben. Manchmal hatte ich die Leisten per Federzwinge fixiert und dann die Schraubzwingen gesetzt.
Mit den Multi-Zwingen ging das einfacher und der Pressdruck reichte aus, um die beiden Better plan auszurichten.






Die Einhand-Multizwingen lassen sich so fein dosieren, dass sich auch zwei Trinkhalme aufeinander halten lassen, ohne sie zusammen zu quetschen. Die Verrieglung greift sofort, ohne den sonst bei Einhandzwingen eher üblichen Leerweg.











Den Spanndruck konnte ich nicht messen, ich habe dann einfach mal eine Multi-Zwinge an ein Vierkant Stahlrohr befestigt und diese mit 10,5kg auf Zug belastet. Das stellte kein Problem dar, die Zwinge hat gehalten, obwohl sie eher einseitig belastet wurde.

Zugegeben kein wirklich praxisnaher Test für eine Schraubzwinge, aber mit ist spontan nichts besseres eingefallen.














Fazit

Bis jetzt gefallen mir die Juuma Einhand-Zwingen sehr gut. Sie sind stabil, wertig verarbeitet und belasten den Geldbeutel wenig. So gibt es von mir eine ganz klare Kaufempfehlung.
In wie weit die Mechanik durch Verschleiß beeinträchtigt wird, wird sich herausstellen.





Bezugsquelle:
Die Juuma Einhand-Multizwinge könnt Ihr bei Feine Werkzeuge bestellen.

 

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    der Beitrag ist ja jetzt schon gut 2 Jahre alt. Kannst du mittlerweile etwas zur Stabilität der Mechanik im Langzeittest sagen?
    Gruß Jere

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    1. Hallo Jere,

      eine wurde ausgetauscht, da sie nicht hielt. Seit dem arbeiteten alle einwandfrei.

      Grüße
      Michael

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