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Montag, 18. November 2013

Metabo BS 18 LTX BL Quick vs. Festool QUADRIVE DRC 18/4 Li 4,2 Set - Teil 1 Aufbewahrung und Konstruktion

Die vorgestellten Maschinen wurden mir für diesen Test von Festool und Metabo zur Verfügung gestellt.

In diesem Artikel möchte ich die beiden aktuellen "Akku-Muskelmänner" mit bürstenlosen Motoren von Festool und Metabo vorstellen und etwas gegeneinander vergleichen. Mein Dank geht an dieser Stelle nicht nur an die beiden Hersteller, die mir die beiden Akkuschrauber zur Verfügung gestellt haben, sondern auch an die Firma Holzfachmarkt Gerschwitz, welche die Geräte organisiert hat.


Von Metabo bekam ich den neuen 18V Brushless Akkubohrschrauber BS 18 LTX BL Quick mit den aktuellen 5,2Ah Akkupacks.



Technische Daten

  • Spannung des Akkupacks: 18 V
  • Kapazität des Akkupacks: 5,2 Ah
  • Max. Drehmoment weich: 44 Nm
  • Impulsmoment: 49 Nm
  • Max. Drehmoment hart: 90 Nm
  • Einstellbares Drehmoment: 0,8 - 20 Nm
  • Bohrdurchmesser in
  • - Stahl: 13 mm
  • - Holz: 50 mm
  • Leerlaufdrehzahlen: 0 - 600 / 0 - 2.050 /min
  • Bohrfutterspannweite: 1,5 - 13 mm
  • Gewicht (mit Akkupack): 1,9 kg

Lieferumfang

  • 2 Li-Power Extreme Akkupacks (18 V/5,2 Ah)
  • Schnellwechselbohrfutter
  • Schnellwechselbithalter
  • Zusatzhandgriff
  • Gürtelhaken und Bitdepot
  • Ladegerät ASC 30-36 V "AIR COOLED"
  • Kunststoffkoffer
Quelle: Metabo





Und von Festool stand mir der Akku-Bohrschrauber QUADRIVE DRC 18/4 Li Set mit den aktuellen 4,2Ah Akkus zur Verfügung.

 

Technische Daten

  • Akkuspannung: 18 V
  • Akkukapazität: 4,2 Ah
  • Drehzahl (Leerlauf) max./Gang: 0-3800/4 min-1
  • Drehzahl (Leerlauf) 1. Gang: 0-400 min-1
  • Drehzahl (Leerlauf) 2. Gang: 0-850 min-1
  • Drehzahl (Leerlauf) 3. Gang: 0-1850 min-1
  • Drehzahl (Leerlauf) 4. Gang: 0-3800 min-1
  • Drehmoment hart/weich: 60/40 Nm
  • Bohrdurchmesser in Holz/Metall: 50/12 mm
  • Bohrfutterspannbereich: 1,5-13 mm
  • Gewicht mit CENTROTEC und Akkupack: 1,8 kg

Lieferumfang

  • Ladegerät TCL 3
  • CENTROTEC Werkzeugfutter
  • CENTROTEC Bithalter
  • Bit PZ 2
  • Schnellspannbohrfutter FastFix 13 mm
  • Zusatzhandgriff
  • Winkelkopf
  • 2. Akkupack inklusive gummierter Rahmen
  • im SYSTAINER SYS 2 DF T-LOC


Quelle: Festool


Damit dieser Artikel nicht zu lang wird, werde ich ihn in drei Teile aufteilen. 
Die Aufteilung ist wieder wie schon gewohnt: Aufbewahrung und Konstruktion, Bedienung und anschließend der Praxistest und ein Fazit.



Aufbewahrung

Der BS 18 LTX BL Quick wird in einem schon von Metabo bekannten Kunststoffkoffer geliefert.






 







Darin findet die Maschine mit allem Zubehör platz und mit etwas drücken passt auch noch ein Bohrer- und Bitsortiment hinein.


 










Der Koffer verfügt über zwei stabile Metallverschlüsse und macht auch zugeklappt einen recht soliden Eindruck.
Allerdings ist der verwendete Kunststoff ziemlich dünn.














Der QUADRIVE DRC 18/4 Li kommt in einem T-Loc Systainer der Größe 2. Als Besonderheit handelt es sich dabei um einen DF (Deckelfach) Systainer und wie der Name schon sagt, befindet sich außen im Deckel noch ein separates Fach, bzw. derer drei. Diese können nochmals unterteilt oder mit Einleger für Bits/Bohrer bestückt werden.









Im Systainer ist Platz für jedes Zubehörteil und entweder noch für einen dritten Akkupack oder weiteres Werkzeug. 


Konstruktion

Beginnen möchte ich mit der Verarbeitung.

Beide Geräte machen einen sehr stabilen und wertigen Eindruck. Der LTX ist mir einmal aus Versehen von der Werkbank gefallen, ich habe keine Macken entdecken können.












Er ist rundum mit Gummipuffern und eingelegten Gummierungen geschützt. Was ihn zwar weniger anfällig für Beschädigungen macht und ihm auch ein wirklich kerniges Aussehen verleit, sorgt aber auch dafür, dass er gröber Verarbeitet ausschaut und sich auch so anfühlt. Ich gebe es ja ungern zu, aber während des Testes hat mir der Metabo ein Blase an der Hand eingebracht.





 


Der Festool wirkt im direkten Vergleich, was das Gehäuse angeht besser verarbeitet, die Spaltmaße sind fast nicht vorhanden auch schmiegt er sich durch sein Design und die glatte Oberfläche besser in die Hand, der Metabo ist da der "härtere Typ".





















Bevor ich auf einige Details näher eingehe, hier die beiden Akkuschrauber in der Gegenüberstellung.

Der Metabo BS 18 LTX BL ist aufgrund seines anders gestalteten Griffes (dazu im nächsten Teil mehr) deutlich höher.


















Im Gegenzug dazu ist der Festool DRC 18/4 ein Stück länger, was an engen Stellen schon mal problematisch werden könnte.




























Die für die Praxis interessantesten Maße habe ich ausgemessen:

Länge:
Metabo                   Festool
145mm                    164mm
Eckmaß:
Metabo                   Festool
36mm                       31mmm
Breite:
Metabo                   Festool
83mm (105mm)     84mm (76mm)
(mit Gürtel+Bithalter)          (ohne Gummirahmen)


 Und die einzelnen Gewichte:

Metabo                   Festool
Bithalter:     74g             48g
Bohrfutter 286g          253g
Akku:         672g           678g
Nackt:     1095g         1163g
+Akku:    1768g        1841g
+BF :       2052g        2093g



Kommen wir nun zu den Schraubern selbst.

Beide verfügen über ein Getriebegehäuse aus Metall und daran ein spanabhebend bearbeiteter 43mm Eurohals, so können die Maschinen auch in einem Bohrständer oder ähnliches betrieben werden.

 













 
Weiterhin verfügen beide über eine Spindel mit 1/4" Bitdirektaufnahme. Darüber hinaus besitzt der Metabo LTX  noch einen eingelassenen Magneten um die Schrauberbits zu magnetisieren. Einen Magneten sucht man bei dem Festool QUADRIVE in der Spindel vergebens.










Beide Schrauber haben mit angesetztem Bohrfutter und eingespannten Bohrer ein fühlbares Spindelspiel, ob es jetzt von der Spindel selbst oder der Bohrfutteraufnahme kommt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Der Bohrer läßt sich mit den Fingern leicht hin und her kippen, im Bohrbetrieb fällt es weiter nicht auf.
Das Spiel ist bei dem LTX spürbar größer als bei dem QUADRIVE. 



Wegen dem hohen Drehmoment verfügen beide Schrauber ab Werk über einen Zusatzhandgriff.

Beide Varianten sind ähnlich aufgebaut. Der Metabo Griff ist aus einem harten Kunststoff mit eingelegtem Weichgummiteil, dagegen ist der Griff des Festools ist komplett Gummi ummantelt.



Montiert werden beide im Prinzip gleich: Auf den Spannhals geschoben und durch Drehen des Griffes arretiert. Beide lassen sich auch bei aufgesetztem Bohrfutter montieren und abnehmen. Um den Griff von dem BS 18 LTX BL zu entfernen, braucht es allerdings etwas Gewalt. Man muss schon, trotz weit aufgedrehter Klemmung kräftig ziehen um ihn von der Maschine zu bekommen, das geht bei dem QUADRIVE leichter.



Um auch richtig kraftschlüssig mit dem Getriebegehäuse verbunden zu werden, reicht in den meisten Fällen eine einfache Klemmung nicht aus, deswegen verfügen beide Geräte  über eine Verzahnung in welcher der Zusatzgriff eingreift.



Beide Griffe verfügen über die Möglichkeit einen Bohrtiefenanschlag in Form einer Stange zu montieren. Bei Festool ist eine Stahlstange im Lieferumfang, bei Metabo ist nichts ab Werk dabei.












Für beide Geräte gibt es natürlich Bithalter und Gürtelclips. 

Bei dem Festool DRC 18/4 Li ist beides Bestandteil des Gehäuses.

Der Bithalter bietet Platz für max. vier Bits. Diese werden seitlich eingeschoben und werden sicher durch zwei eingebaute starke  Magnete gehalten. Eine einfache wie geniale Sache. Die Bits liegen im Prinzip im Gehäuse, und können so nicht irgendwo hängen bleiben und rausgerissen werden.










Der Gürtelclip, bzw. derer zwei (auf jeder Gehäuseseite einer) sind ebenfalls im Gehäuse integriert und können bei Bedarf ausgeklappt werden. Einen richtig stabilen Eindruck machen diese Kunststoffhaken nicht und auch das eingehängte Gerät an der Hose macht jetzt nicht so den absturzsichersten Eindruck. In wie weit der Eindruck täuscht, das müsste man mal auf dem tagtäglichen Einsatz auf der Baustelle ermitteln.








Bei dem Metabo BS 18 LTX BL ist es, entschuldigt bitte, eine Bastellösung. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Sowohl Bithalter, als auch Gürtelclip müssen zuerst angeschraubt werden. Ein Vorteil hat das ganze aber, wenn man sie nicht braucht, kann man sie einfach weglassen.










 

Der Bithalter kann, ebenso wie der Gürtelclip, wahlweise links oder rechts am Gerätefuß montiert werden. 
Ich finde den Halter in der Praxis nicht brauchbar und er gehört überarbeitet.
1. Steht die Bitspitze deutlich über und man bleibt sehr leicht irgendwo hängen und 2. braucht es genauso wie dem Zusatzhandgriff einiges an Kraft um einen Bit überhaupt in die Halterung zu bekommen. Daher ist es auch schlecht möglich den Bit "verkehrt" herum einzulegen, man bekommt ihn dann sehr schlecht wieder heraus.


  


Der Gürtelclip oder besser gesagt Gürtelhaken, weil das ist ein richtiger Haken, wird genauso angeschraubt. Im Gegensatz zu der Festool Variante, macht er einen enorm stabilen Eindruck und der Schrauber hängt sicher an der Hose. Zwar eine simple Lösung, aber sie funktioniert.










Was aber weniger geht, ist die Gehäusebreite mit den beiden montierten Zubehörteilen. Mit diesen wird der LTX sage und schreibe 105mm breit. Das ist schon eine Menge und liese sich sicher mit einem überarbeiteten Design erheblich reduzieren.












Die Akkuaufnahme am Schrauber ist bei beiden Modellen wieder ähnlich. Die Akkus werden von vorne auf den Gerätefuß geschoben und verriegeln. Die Verriegelung zeige ich im nächsten Teil.





 Hier die beiden Akkus.















Wie man an der Beschriftung erkennt, werden beide nicht in Deutschland zusammengebaut, sondern in Osteuropa.













Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als würde Festool für den QUADRIVE einen anderen Akkutyp nutzen, wie für die restlichen Schraubermodelle. Dem ist aber nicht so, der angebrachte Gummischutzrahmen ist ein separates Teil und läßt sich abnehmen.










Noch ein Wort zu den Akkus. Die beiden Festool Akkus kamen zu 3/4 vorgeladen aus dem Werk, die Metabo Akkus waren leer.


Zum Schluß noch einen Blick auf die beiden Ladegeräte.


Festool legt das neue kleinere Standardladegerät TCL 3 bei. Diese lädt mit max. 3A den 4,2Ah Akku in 90min. voll (Herstellerangaben). Produziert wird das TCL 3 Ladegerät in Deutschland.

Metabo bestückt den LTX mit dem ASC 30-36 genannten Lader, welcher in China gebaut wird. Dieser liefert ebenfalls 3A an maximalen Ladestrom und verfügt zusätzlich über eine aktive Kühlung mittels einem kleinen allerdings recht lauten Lüfter. Ob diese Kühlung für den Akku Vorteile bringt, weiß ich nicht, 3A Ladestrom sind nichtmal 1C, also nichts was einen Li-Akku in Verlegenheit bringen könnte und sowohl der Metabo als auch der Festool Akku werden beim Laden gleich (hand)warm. Was aber deutlich kühler bleibt ist das Ladegerät an sich. Der Festool Lader erwärmt sich schon ganz gut.

Metabo gibt für den 5,2Ah Akku eine Ladezeit von 100min. an. Das sind über 1,5 Stunden und schon eine Menge. Meiner Meinung könnte Metabo bei den Modellen mit den großen Akkus ruhig das ASC 15 mit 5A Ladestrom serienmäßig spendieren, damit soll der Akku innerhalb von 60 Min. wieder einsatzbereit sein.


Was ich an den Festool Ladegeräten sehr praktisch finde, ist die Möglichkeit, diese auch an die Wand hängen zu können (Bohrabstand ist sogar aufgedruckt). Dieses Feature fehlt den Metabo Ladegeräten.












Im nächsten Teil gehe ich näher auf die Bedienung der beiden Akkuschrauber ein.

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich hab noch ein paar Metabo Gewichte:
    SB 18 LTX BL Quick nackt: 1218 Gramm
    18V 1,5 Ah Akku: 396 Gramm
    Winkeladapter: 379 Gramm

    Gruß
    Daniel

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    1. Hallo Daniel,

      danke für die Werte.
      Allerdings macht mich der Unterschied beim nackten Schrauber etwas stutzig. Ich hatte da einen völlig anderes Gewicht gewogen.

      Grüße

      Michael

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    2. Hallo Michael,

      das passt schon. Mein Gewicht ist von der Version mit Schlag (SB). Deiner war der BS.

      Gruß
      Daniel

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  2. Hallo Michael,
    die Kühlung des Ladegeräts ist zum runterkühlen der Akkus. Akkus können nur geladen werden, wenn sie relativ kalt sind, daher fängt das Ladegerät ohne Kühlung erst viel später an zu laden. Das relativiert die Ladezeit.
    Gruß
    Torsten

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  3. Hallo Michale, ich habe bei dir gelesen das der Bithalter des Festool sehr gut halten soll.
    Leider habe ich die gegenteilige Meinung. Bei mir fallen da die Bits ständig raus. Entweder bei erschütterungen, oder wenn man versehentlich beim Greifen mit den fingern dran kommt. Ich hoffe da kommt irgendwann mal einer mit einer idee und verbessert das. Ich dachte da schon an einen Blechstreifen um die Auflagefläche der Bits zu vergrößern.

    Gru Patrick

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    1. Hallo Patrick,

      über welchen Bithalter habe ich das denn geschrieben, bzw. um welchen geht es Dir.
      Es gibt ja verschiedene. Direkt in der Spindel (mittels Federring gesichert), den Normalen (mit Magnet) oder den mit Schiebeverrieglung.
      Letzterer hält eigentlich bombig. Bei den anderen könnte es vielleicht sein, dass bei Deinem da entweder der Federring oder das Magnet fehlt. Weil einfach drankommen und der Bit fällt raus, kommt mir nicht normal vor.

      Grüße
      Michael

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