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Freitag, 24. Januar 2014

Projektvorstellung: Renovierung - Badezimmer Teil 1 - Der Fußboden

An den Badmöbeln arbeite ich ja nun schon recht lange, es fehlen zwar noch einige Stücke, aber es war an der Zeit am Badezimmer selbst einen Schritt weiter zu kommen.

Schritt Nr.1 war der Fußboden. Da ist schon so lange wie ich denken kann, Teppichboden drauf gewesen. Warum Teppich im Bad, keine Ahnung. Mutti fragen.













Standardtipp für einen Boden im Bad sind ja Fliesen, aber irgendwie wollt ich die nicht. Ohne Fußbodenheizung sind die einfach nur kalt und das mag ich nicht. Ich möchte nicht plötzlich hellwach sein, wenn ich nachts schlaftrunken barfuß auf die Toilette gehe. :)
Daher ging mein Gedanke eher in Richtung Feuchtraumlaminat (auch eher kalt) oder Echtholzparkett.

Nach dem lupfen des Teppichs an einer Ecke, um einen Blick darunter zu werfen, kam zuerst noch ein PVC Belag zum Vorschein, na wundertoll. Diesen auch teilweise entfernt und die Diagnose zeigt, dass unter der häßlichen brauen Farbe, die Dielen eigentlich in einem guten Zustand sind.
Warum also unbedingt was neues verlegen, wenn man das Alte wieder aufarbeiten kann. Das Bad ist ja eher klein, daher hält sich auch der Arbeitsaufwand in Grenzen und Wasserschlachten gibt es bei uns nicht.

Diese Woche ging es dann ans Werk, Teppich raus und den geklebten PVC Boden entfernt. 













Ergebnis: Ein brauner Holzfußboden und drei Blasen an einer Hand.













Ich hatte ja bei der ersten Begutachtung schon Schleifproben angestellt, mit was ich den braunen Lack am besten ab bekomme. Es ist ein extrem ekelhaftes Zeug, selbst Granat Papier Körnung P40 war nach einer Fläche kleiner einem DIN A4 Blatt komplett zugesetzt. Ich habe mir dann auf anraten Abranet HD gekauft, ebenfalls 40 und 60er Körnung. Im Prinzip das gleiche. Schon bei geringstem Druck und kleiner Drehzahl wird der Lack sofort weich und klebt alles zu. Vollgas und Druck, brauchte auch nichts.
Aus meiner "KFZ- und Land Rover-Zeit" sind mir "Negerkekse" gut bekannt. Die Dinger nennen sich auch Grobreinigungsvlies, sie entfernen alte Farbe, Rost und sogar Pulverbeschichtungen ohne die Oberfläche zu beschädigen. Diese habe ich dann mal getestet und die Methode ist auch auf Holz anwendbar und schnell.


Also die regelbare Flex gegriffen, mit einem Keks bestückt und ran. 













Nach so 1-2 Dielenlängen war auch so eine Scheibe zugesetzt. Sie lassen sich aber reaktivieren, wenn man ein Stück Stahl schleift, die anhaftende Farbe wird dadurch einfach entfernt.
Damit ich nicht ständig in die Werkstatt rennen musste, habe ich mit sechs Keksen gleichzeitig gearbeitet und waren diese zugesetzt, alle gereinigt und weiter.

Das ging wirklich gut, allerdings fängt der Winkelschleifer relativ schnell an "zu kochen". Für ein optimales Ergebnis+Lebensdauer der Scheiben, lief die Flex nur "halbe Kraft voraus", gleichzeitig erfordert diese Arbeit aber einiges an Drehmoment. Durch die schlechte Kühlung wegen der geringen Drehzahl, war die Maschine schon nach 10 Min. so heiß, das ein leichter Kunststoffgeruch aufstieg. Sozusagen ein stummer Hilfeschrei. Dadurch musste ich häufig Pausen einlegen um den Winkelschleifer nicht zu überhitzen. Ein neuer ist aktuell nicht im Budget.

Nach etwas einer Stunde sah es so aus. Wie Ihr seht, aufgrund fehlender Absaugung eine ziemliche Sauerei. Die Fenster waren zwar offen, der klebrige Staub war später aber überall.












Nebenbei: Liebe Kinder, liebe Leser IMMER die Schutzhaube auf dem Winkelschleifer lassen, NIEMALS ohne diese Haube den Winkelschleifer betreiben....... oder zumindest darauf achten, wo man seine Finger hat. Autsch!
Naja, ungeschicktes Fleisch muss weg.











 Nachdem der ganze Schlonz entfernt war, habe ich den Boden vor dem nächsten Arbeitsgang gründlich abgesaugt.













Mit dem 90er Rotex ging es dann an die Kanten und Ecken (mit dem Delta-Aufsatz). Angefangen mit Körnung P40 und rauf bis Körnung P80.












Danach kam der große RO 150 an die Reihe. Mit ihm habe ich zuerst die Fläche von den letzten Resten der Farbe befreit.













Anschließend der Wechsel auf den Rutscher mit grober Körung. Durch dessen größere Grundplatte wurde der Boden etwas ebener, wobei die Dielen eigentlich alle schön plan waren.





















Danach ging es mit der Schleiferei weiter bis Körnung P180. Bis P180 im Rotationsmodus und dann noch mal P180 im reinen Exzenterbetrieb.
Zwischen jedem Körnungswechsel habe ich den Boden komplett abgesaugt um eine Verschleppung von Schleifkörnern zu vermeiden.

Nun folgte die Oberflächenbehandlung.


Da ich mit den Produkten von Frank Lipfert bis jetzt immer sehr zufrieden war, habe ich mich auch diesmal wieder für ein Öl von Natural-Farben entschieden und den Boden mit dem Parkett- und Fußbodenöl behandelt.











 Den ersten Auftrag habe ich in drei Schritten gemacht, da ich ab und an noch weiteres Öl auftragen mußte und meine Arme nicht so lang sind.

 Und Nummer 2.


 24 Stunden später, der nächste Auftrag, da ich nun nichts mehr zugeben musste, habe ich den kleinen Raum auf einmal bearbeitet. Von der Wand zur Tür hin gearbeitet und beim Überschuss abwischen, in die andere Richtung.
Und nach abermals 24 Stunden ein dritter Auftrag. Das sollte genügen.



 So der Fußboden ist soweit fertig.




In dem Badezimmer gibt es aber noch viel zu tun. Deswegen wird es in loser Folge immer mal einen weiteren Teil der Renovierungsstory geben.


Kommentare:

  1. Hi Micha,

    erwischt :) Der Werkzeg(kauf)rausch hört wohl nie auf :) Ok ok ich nehme alles zuück :) Bin selbst nicht besser :) Viel Spass mit deiner neuen Erungenschaft

    Gruß

    Leon

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    1. Hi Leon,

      wenn ich den Boden hätte machen lassen oder mit Fliesen belegt, wären die Kosten deutlich höher geworden. Und so war der RS drin.

      Grüße

      Micha

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  2. Hallo Miachael,

    ich habe deinen Beitrag mal wieder verschlungen. Zumal wir hier gerade auch am renovieren des Bades sind.
    Der Boden ist wirklich gut geworden, auch wenn es meinen persönlichen Geschmack nicht ganz trifft. Und nur zur Info: für schwer abzutragende Beläge soll es auch die Renovierungsfräse von Metabo geben. Ich habe sie aber selbst noch nicht ausprobiert. ;)

    Kommen die Fliesen bei dir auch noch ab, oder was hast du da vor? Denn in dem Fall hätte ich die Reihenfolge eher umgedreht. Erst die Fliesen und dann der Boden.

    Grüße,
    Thomas

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    1. Hallo Thomas,

      Du meinst sicher die Metabo Lackfräse. Die ist nicht schlecht, aber sie reagiert wohl auch empfindlich auf Lacke die schnell weich werden und dann setzen sich die beiden Messer zu und man muss die"freipopeln". Die Maschine hatte ich auch in Betracht gezogen, mich aber dann für die Kekse entschieden.

      Die Fliesen bleiben so nicht. Was ich da genau mache weiß ich nicht nicht. Entfernen fällt aber eh flach, weil dann der Putz mit runter kommt.

      Grüße

      Michael

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  3. Magst Du die Fliesen? :-)

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    1. Nein im Gegenteil. Aber eines nach dem anderen.

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    2. Ich würde die Fliesen einfach mit Fliesenfarbe überstreichen..

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  4. Hallo Micha,

    eine grüne Bosch ? Ist ja klar das die das nicht aushält :-) (Revanche für Dein Post über meine kleine Bosch Bohrmaschine :-) )

    Klasse Arbeit. Der Fußboden ist der Hammer. Hat das Parkettöl bei der Fläche nicht arg "gerochen". Ich war beim letzten Mal fast "high", aber ich bin da auch empfindlich.

    Was machst Du mit den Fliesen ? Verkleiden oder abhauen ?

    Gruß Andi

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    1. Hi Andi,

      die Bosch lebt ja noch. Die ist sicher schon 10-12 Jahre alt, das war damals noch eine ganz andere Qualität. :)

      Jupp hat schon gut gerochen, aber da muss man durch, hilft ja nichts.

      Fliesen weiß ich noch nicht genau. Abhauen scheidet aus, wegen Putz. Entweder neue drauf, lackieren oder wie Du sagtest verkleiden. Da habe ich schon mal dran gedacht. Dann könnte auch der Spülkasten verschwinden und ich könnte LEDs einbauen oder sowas.

      Grüße

      Micha

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  5. Ui, ich glaube ziemlich den selben Belag habe ich vor zwei Jahren auch mal von Dielen abgeschliffen. Hab' damals auch etwas rumprobiert und war ziemlich irritiert, als 40er Schleifpapier sich praktisch sofort zusetzte.
    Meine Lösung damals: 24er Rubin. Da kam ich mit einem Blatt immerhin ca. 2 qm weit, das war auszuhalten. Aber eine echt schweißtreibende Arbeit... Dachte nicht, dass der Unterschied von 24 auf 40 so groß ist, aber das hat's wirklich gebracht.
    Da ich noch mehr von dem Zeug habe, probiere ich das nächste mal auch deine Kekse.

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    1. Moin Hannes,

      ich hatte 24er Rubin mit dem RAS auf dem Boden ausprobiert. Hat mich aber auch nicht wirklich überzeugt, von 2m² war ich weit entfernt. Nachteil war auch, die Oberfläche war durch das extrem grobe Papier natürlich sehr rau. Die Negerkekse hinterlassen eine Oberfläche, ich schätze mal ähnlich Körnung 80 oder 120.

      Grüße

      Michael

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  6. Negerkekse? Ich will Dir absolut keinen Rassismus unterstellen aber es gibt nunmal kein Wort welches etwas Positives ausdrückt in dem das Wort "Neger" vorkommt. Sorry aber das geht gar nicht!

    MfG
    Sven

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    1. Hallo Sven,

      das tut mir ja leid, dass Du Dich an diesem Begriff stößt, aber er ist nun mal die etablierte Bezeichnung für eine Grobreinigungsscheibe.
      Nebenbei finde ich auch an einem Negerkuss oder auch Mohrenkopf genannt schon was positives. Die sind nämlich lecker.

      Grüße

      Michael

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  7. Hallo Micha,

    ich wäre gespannt gewesen, wie Dein Arbeitsfortschritt mit der Lackfräse gewesen wäre. Ich bin seit meiner letzten Treppenrenovierung absoluter Fan der Lackfräse und nutze sie seitdem immer, wenn ich Lacke entferne. Bisher hat sie tadellos und perfekt ihren Dienst erwiesen. Allerdings gebe ich zu, noch keinen "klebrigen" Lack gehabt zu haben....
    Als letztes Argument für die Fräse: Sie ist nicht so gefährlich wie ein Winkelschleifer ohne Sicherungshaube ;-)

    Grüße
    Martin

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    1. Hi Martin,

      das ist ne gute Frage.
      Ich denke viel schneller wird es damit auch nicht gegangen sein, mit der Flex ging das so schon sehr fix. Einmal drüber und 90% waren weg.
      Ein Vorteil bei der Lackfräse könnte höchstens sein, dass die Oberfläche später sauberer ist und man nicht so lange nachschleifen müsste.

      Grüße

      Micha

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  8. Das Ergebis ist wirklich klasse! Als ich vor kurzem bei einem OSMO Seminar zum Thema Dielen renovieren war, hätte man mich beinahe gesteinigt, als ich von meiner Idee erzählte, kleine Räume mittels Rotex etc. zu bearbeiten. Aber dein Beitrag gibt mir recht!
    Gruß Max

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    1. Hallo Max,

      ich hatte ja überlegt, für den Schliff einen Bodenschleifer zu mieten. Nur das Bad hat knapp 3,5m², die Breite ist 1,6m + die Nische neben der Wanne wo das WC steht, da hätte ich mir mit so einer großen Maschine selbst im Weg gestanden. Vorteil wäre nur gewesen, die Knie hätten nicht so gelitten. :)
      Wäre es jetzt ein richtiger Parkettboden, ist es was anderes. Mit dem Rotex+Rutscher bekommt man den Boden ganzflächig natürlich nicht so eben, wie mit einem großem Parketschleifer.

      Grüße

      Michael

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  9. Hi Micha, hast dir ja einen haufen Arbeit gemacht. Ich finde es ja ehrenhaft altes zu erhalten, aber ich glaube bei 3,5m²wäre ein neuer Boden fast günstiger gewesen oder ?
    Schleifmittel sind ja auch nicht gratis ;)

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    1. Moin Florian,

      Was ein neuer Bodenbelag gekostet hätte, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass man für Fliesen dann einen speziellen Kleber + irgendein Gewebe gebraucht hätte.
      Ich habe mal zusammengerechnet und komme auf reine Materialkosten (inkl. dem Öl) von ca. 115€.

      Grüße

      Micha

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  10. Wahnsinn! Bin begeistert, bei mir steht jetzt eine ähnliche Maßnahme an und ich hoffe, es wird wenigstens halb so gut wie dieses Ergebnis hier. Danke für den Bericht!

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  11. Ähnlich wie die Kekse funktioniert ein 36er Schleifgitter unter einem weichen Pad. Damit habe ich (allerdings großer Tellerschleifer) eine recht ähnlich Pampe recht schnell runter bekommen.

    Was mir an Deinem Beitrag besonders gefällt ist, dass Du die Schicht von der Schicht nimmst und die alte Bausubstanz wieder zur Geltung kommt.

    Jetzt wird es spannend mit den Fliesen ...

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    1. Moin Frank,

      das Haus hat halt mein Opa gebaut, daher möchte ich schon so viel wie geht, von den alten Sachen so lassen wie sie waren.

      Fliesen werden noch etwas dauern. Ich habe zwar schon einige (Design)Ideen, aber noch kein Gesamtkonzept.

      Grüße
      Michael

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