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Sonntag, 18. Mai 2014

Produktvorstellung: Holzlasur von Natural-Farben

Ich möchte hier kurz die Lasur vorstellen, die ich für mein Fensterladen-Projekt verwendet habe.

Die Holzlasur von Natural-Farben ist auf Basis von Ölen und Naturharzen. Das merkt man auch schon beim Öffnen der Dose. Die meisten Lasuren riechen ja doch eher nach Lösungsmitteln oder dergleichen, die Natural Holzlasur riecht dagegen wie ein Möbelöl.










Die Verarbeitung ist sehr einfach. Selbst mir, der ich eigentlich mit Farben und Pinsel auf Kriegsfuß stehe war es möglich eine ansehnliche Oberfläche zu erzielen.
Die einzelnen Pinselstriche verlaufen innerhalb von etwas 5 Minuten ineinander und sind nicht mehr sichtbar, trotzdem haftet die Lasur sehr gut, ohne den Drang zum laufen zu haben oder Nasen zu bilden.
Wer da auf Nummer sicher gehen will, kann etwa eine halbe Stunde nach dem Auftrag der Lasur nochmals mit dem Pinsel in Maserrichtung drüber gehen, allerdings ohne nochmals Lasur aufzutragen. Dadurch wird die Oberfläche noch gleichmäßiger.

TIPP: Bei senkrechten Flächen von oben nach unten verschlichten. Sollte doch zuviel Lasur aufgetragen worden sein, wird diese so nach unten hin verteilt und kann höchstens an der unteren Kante zu einer Nase führen. Würde man von unten nach oben streichen, bestünde die Gefahr, dass man das Zuviel an Lasur nach oben mitnimmt und diese später wieder nach unten läuft und eine sichtbare Spur hinterlässt.


Nach meinem Empfinden ist die Natural Holzlasur eher schichtbildend ausgelegt. Natural gibt sie als offenporige Dünnschichtlasur an.

Der erste Auftrag dringt eigentlich komplett in das Holz ein und bildet so eine gute Basis für Dekorationen im Innenbereich. Er sperrt aber auch gleichzeitig die Holzoberfläche ab, so dass jeder weitere Auftrag der Lasur eine (Schutz)Schicht bildet, gleichzeitig ändert sich der Glanz von matt zu seidenglänzend.










Die Ergiebigkeit finde ich im Vergleich zu anderen Lasuren, die ich schon verwendet habe, als sehr gut. Für die erste Schicht brauchte es je nach dem etwas mehr, da die Lasur stellenweise vom Holz aufgesogen wurde und ich etwas dazugeben musste, ab dem zweiten Auftrag reichte aber schon ein dünner Auftrag für eine komplett deckende Schicht.

Bei anderen Lasuren war mir früher schon aufgefallen, dass sie auf zu fein geschliffenen Oberflächen nicht richtig einzogen oder hafteten. 
Versuche mit der Natural Holzlasur zeigten, dass es dahingehend keine Probleme gibt. Ich habe testweise bis P180 geschliffen, der folgende Anstrich war problemlos.

Ein Manko ist mir allerdings bei der Holzlasur aufgefallen. Wie auch das Möbelhartöl oder das Parkettöl braucht die Natural Lasur recht lange um zu trocknen. Selbst wenn sie schon "Anfasstrocken" war, ist sie die Oberfläche immer noch klebrig. 
Wenn man sich die Arbeit entsprechend einteilt ist das nicht unbedingt ein Problem, mir hat da eher die Jahreszeit zu schaffen gemacht und der damit einhergehende Pollenflug. Die Läden waren zu groß um sie drinnen zu streichen und trocknen zu lassen, so standen sie zwar überdacht aber im freiem. Die Pollen sind  kleben geblieben und die Oberfläche war dann leider nicht mehr so schön glatt.
Das sieht man auch etwas an meinem Versuchsbrett.

Hier noch ein Vergleich von drei Mitteln, die ich noch "auf Lager" hatte:


Oben ein Holzpflegeöl "Nussbaum" von Baufix
In der Mitte eine Lasur "Palisander" auf Wasserbasis von Sinus.
Unten die Holzlasur "Palisander" von Natural-Farben. (Die Flecken am rechten Rand sind Faserausrisse im Holz. Das ist mir erst beim Fotografieren mit Blitz aufgefallen, dass man sie so extrem sieht.)

Die Lasur auf Wasserbasis verlief wesentlich schlechter, es sind nach dem Trocknen immer noch "Pfützen" und Pinselstriche sichtbar, die Oberfläche ist total matt und die Farbe erinnert nur entfernt an Palisander.







Kommentare:

  1. Sehr fein. Vielen Dank! Solch ein Beitrag ist sehr sehr nützlich!

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  2. Danke für diesen Bericht. Sobald die Holzlasur nicht mehr in das Holz einzieht, sollte man die Schicht möglichst dünn belassen und erst nach fühlbarer Trocknung den nächsten Anstrich vornehmen. Ein wenig klebrig wird es in den Folgetagen noch bleiben. Aber Blockfest sollte es nach 24 Stunden sein.

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  3. Danke für diesen Bericht. Nach dem ersten Anstrich empfehlen wir tatsächlich möglichst geringe Aufträge und diese sollten auch fühlbar trocken sein, bevor der nächste aufgestrichen wird. Richtig blockfest wird die Lasur allerdings erst mit der Zumischung vom Wetterschutz im dritten Anstrich.

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  4. Hallo Micha, kann mich dir da nur anschließen! Letzte Woche haben wir als Familienprojekt gemeinsam die Terrasse und die Balkonbrüstung mit einer Natural-Lasur (wir hatten die H2-Lasur, Farbe Garda) lasiert. Völlig problemlos! Keine Nasen, total ergiebig und ich hatte auch keine Bedenken, meinen Sohn mit dabeisein zu lassen, weil ich mir um Lösungsmittel und flüchtige Stoffe und wasnichtalles keine Sorgen machen musste.
    Klasse, dass du nochmal so ausführlich über deine Erfahrungen schreibst! :-)
    Grüße aus Franken vom anonymen Timo :-)

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