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Freitag, 6. Juni 2014

Bedrucken von Holz mit einfachen Mitteln

Ab und an kommt der Wunsch auf "sein Werk" mit einem eigenen Logo oder sonstiger Beschriftung zu versehen.

Die typischen Methoden im Holzbereich sind das Schnitzen, der Kerbschnitt oder das Fräsen mittels Oberfräse und Schriftenfräser.













Diese Techniken sind aber recht aufwendig und bedürfen etwas Übung.

Es gibt aber noch die Möglichkeit, eine Holzoberfläche mit "Hausmitteln" zu bedrucken.
Benötigt wird dazu lediglich ein Laserdrucker und ein Bügeleisen.

Bei einem Laserdruck wird die Farbe in Form von Toner (ein extrem feines Pulver) auf das Papier aufgebracht und durch Hitze und Druck "aufgebacken". Da der Toner zum Teil aus Kunstharzen besteht, schmilzt er und bleibt auf dem Papier haften, kann aber durch Erwärmung wieder angelöst werden. Dieses Verhalten kann man sich nun zu nutze machen, um den Druck zu Übertragen. 
Das ist jetzt keine Erfindung von mir, sondern wird im Bereich des Tonertransferdruckes schon lange angewandt. 
Das Ergebnis kann man durch spezielle Transferfolien noch verbessern, aber es reicht auch ein normales, möglichst dünnes Druckerpapier.
Ein Vorteil des Laserdrucks ist weiter auch die Wasserfestigkeit.

Das gewünschte Logo oder der Schriftzug wird 1:1, aber spiegelbildlich ausgedruckt und dann kann es auch schon losgehen.

Als Hilfsmittel wird lediglich noch etwas Klebeband benötigt, um die Vorlage auf dem Werkstück zu fixieren.
Das Holzstück sollte an der zu bedruckende Stelle möglichst fein geschliffen oder gehobelt sein, umso sauberer wird später das Ergebnis.


Das Bügeleisen wird auf die höchste Temperatur eingestellt und aufgeheizt. Je heißer, je besser funktioniert der Transfer.

Ein Problem dieser Technik ist die genaue Positionierung des Ausdrucks. Man schaut ja auf die Rückseite und sieht so den Druck und das Werkstück fast nicht mehr und das erschwert das genaue Ausrichten.

Aber auch dazu gibt es einen Trick. Einfach das Papier an der Stelle anfeuchten und schon wird es durchsichtig(er). Das einfachste Mittel wäre Wasser, allerdings dauert die Trocknung entsprechend lange. Ich benutze für so etwas gerne Bremsenreiniger. Der kostet nicht viel und verdunstet sehr schnell und rückstandsfrei.

Für das Beispielbild habe ich, um die Technik zu verdeutlichen eine Linie auf das Holz gezeichnet und das Logo daran ausgerichtet. In der Praxis sollte das aber vermieden werden, weil es später keine Möglichkeit gibt, den Strich zu entfernen, ohne den Druck zu beschädigen. Eine Möglichkeit wäre auch hier wieder der Einsatz von Klebeband.


Nachdem das Logo ausgerichtet ist, wird das Papier mit Klebeband fixiert. Am besten eignet sich dafür Kreppband. Packband aus Kunststoff wird bei Kontakt mit dem Bügeleisen schmelzen und es verschmutzen.

Wenn alles passt, kann es losgehen.

Das aufgeheizte Bügeleisen wird über die bedruckte Stelle gerieben. Wie fest und wie lange, das richtet sich nach Papier, Toner und Holz. Am besten vorher einige Versuche machen um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Je nach Holzart kann es sein, dass das Papier etwas auf dem Holz klebt. Reißt man es es jetzt einfach ab, bleiben Papierfetzen auf dem Logo hängen und die Gefahr den Druck bei deren Entfernung zu beschädigen ist groß.

Auch in so einem Fall hilft wieder der Bremsenreiniger. Etwas auf das Papier sprühen und es löst sich ganz einfach ab.


Wenn alles geklappt hat, kann das Ergebnis dann so aussehen.

Der Druck ist sofort wisch- und wasserfest. Allerdings empfiehlt es sich, das ganze mit einigen Schichten Lack zu schützen. Lacke auf Wasserbasis funktionieren problemlos. Welche mit Lösungsmitteln können das Harz wieder anlösen. Verwendet man aber eine Sprühdose oder streicht den Lack mit einem Pinselstrich darüber ist es kein Problem.


Allerdings funktionert der Druck nicht auf allen Holzarten gleich gut.

Ich habe einige Versuche gemacht und am besten klappt das ganze auf Western Red Cedar. Auf Kiefer ist die Technik eigentlich nicht anwendbar.



Neben der Methode den Toner mit Hitze zu übertragen, gibt es noch die Möglichkeit, das enthaltene Harz mittels eines Lösungsmittels anzulösen. Da soll wohl Petroleum und Aceton funktionieren. Ich habe das mit Universalverdünnung ausprobiert, der Toner wird angelöst, aber beim Übertragen durch Reibung mittels getränktem Lappen, verlief der Toner sehr unansehnlich. Es gibt aber Berichte, in denen es funktioniert hat.

Es geht auch mit einem Tintenstrahldrucker. Anstelle von Papier erfolgt der Ausdruck auf ein nicht saugfähiges Medium. So lange die Tinte noch feucht ist, kann sie so auf das Holz übertragen werden. Die Technik ist aber nicht ganz trivial, da der Druck auf den Punkt genau und ohne zu wackeln auf dem Werkstück positioniert und befestigt werden muss, sonst verwischt das Ganze. Ebenso kann beim abreiben schnell etwas ähnliches passieren.
Die Mühe wird zwar mit einem bunten Ausdruck belohnt, aber es ist nicht ganz einfach.


Kommentare:

  1. Zur Tintenstrahl-Transfertechnik gibt es hier auf Englisch noch ein schönes Video von Steve Ramsey (Woodworking for mere mortals) : https://www.youtube.com/watch?v=Zq2O66QGCwg

    Der Aspekt der Wasserfestigkeit beim Laserdrucker macht die von dir beschriebene Technik aber durchaus interessanter.

    Gruß,
    Sebastian

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  2. John Heisz hat da (meiner Meinung nach) eine einfachere Lösung https://www.youtube.com/watch?v=kj3X0vLWtEY. Die funktioniert auch sehr gut auf Kiefer ;)

    Cheers
    Florian

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    1. Das ist ja die von mir angesprochene Methode mit Lösungsmittel.
      Ich bin da zu keinem schönen Ergebnis gekommen. Der Toner verlief regelrecht.
      Aber bei Gelegenheit stelle ich noch ein paar Versuche an.

      Grüße

      Michael

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  3. das ist etwas, nachdem ich schon ewig gesucht habe! Ich wollte Holzwäscheklammern bedrucken. Endlich bin ich der Sache ein deutliches Stück näher gekommen. Vielen Dank!

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  4. Meinst du das funktioniert auch auf runden Holzstücken, wie z.B. einer Stricknadel?

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    1. Hallo,

      da bin ich überfragt. Theoretisch sollte es gehen, wird nur knifflig sein.

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