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Mittwoch, 23. Juli 2014

Projektvorstellung: Werktischauflage mit Spannmöglichkeit(en)

Mehr Ablage- und Arbeitsfläche ist nie verkehrt und immer willkommen.

Mittlerweile ist meine Werkstatt zwar ziemlich optimal genutzt, aber ein bisschen was geht immer. Die Werkbank auf welcher die TBM steht gefiel mir nicht so richtig. Etwas Platz war zwar da, aber empfindliche Werkstücke oder Werkzeuge konnte ich da nicht mal eben ablegen, weil sonst die Gefahr bestand, dass vielleicht die Bezahnung einer Säge mit dem gußeisernen Fuß der Bohrmaschine kollidiert.








Das wollte ich "entschärfen" und gleichzeitig noch eine Möglichkeit schaffen, eine weitere ebene Fläche zu haben, um kleinere Teile verleimen zu können.

Der Anforderungskatalog sah eine Konstruktion vor: 
  • die den Fuß der Tischbohrmaschine umschließt
  • als Verlängerung für den Abgabetisch der ADH dient
  • eben ist
  • Spannmöglichkeiten bietet
  • bei Bedarf schnell entfernbar ist.

Das sind einige Punkte, aber das bekommen wir hin. Ab in den Baumarkt und zwei 18mm Leimholzplatten kaufen, das reicht für diese Zwecke. Eine 18mm Siebdruckplatte habe ich eh noch im "Lager".

Nach dem ermitteln, der benötigten Höhe und der restlichen Maße, habe ich die Leimholzplatten in Streifen geschnitten, um daraus eine Rahmenkonstruktion zu bauen.












Das Ding soll einfach nur funktionieren, also waren die (Verbindungs)Mittel der Wahl, Pocket Holes und Stauchkopfnägel. Nicht schön, aber funktioniert. Sehen tut man sie später eh nicht.












Das linke Rahmenteil ...














... und das rechte Rahmenteil.














Damit sie unverrückbar auf der Werkbankplatte aufsitzen, bekamen sie noch eine Verblendung.

Diese verbindet auch beide Teile ...















... und stößt an den Ecken auf Gehrung zusammen. Das Auge soll ja auch was davon haben.













Die Blende habe ich einfach angeleimt und mit ein paar Nägeln fixiert.


Zuerst wollte ich die Arbeitsplatte ebenfalls aus Leimholz herstellen, habe mich dann aber um- und für eine Sieb/Filmplatte entschieden. Leim lässt sich leichter entfernen und die Wahrscheinlichkeit, dass die Platte eben bleibt ist größer.

Nach dem Zuschnitt auf Maß, mußte ich eine Aussparung für die Säule der TBM herstellen.

Nach dem genauen (und trotzdem vergeblichen) Ausmessen, habe ich den Anriss auf die Platte übertragen. Helles Kreppband hilft, um die Linien besser sehen zu können.












Mit der Carvex + Kreisführung habe ich den vorderen Halbkreis ausgesägt ...














... und für die geraden Schnitte zur Tauchsäge gegriffen.














Ein Rückschlagstopp begrenzte den Schnittweg und drin war der Ausschnitt.













Schaut ja soweit ganz gut aus, ....














... nur was ist das da für ein Spalt? 
Ich weiß bis heute nicht, was ich da gemessen habe. Irgendwie und irgendwarum ist er genau 20mm zu groß.

Säge rückwärts laufen lassen und Späne dabei kippen geht nicht, die Maschine hat nur 230V.

Nicht mehr zu ändern, also weiter gings. 

Nach dem Anzeichnen der 20mm Löcher im 96mm Raster habe ich diese mit dem Akkuschrauber + Forstnerbohrer gebohrt.













Anschließend bekam jedes Loch ein 2mm Radius und die Kanten der  MPX Platte bekamen eine 45° Fase.













Noch acht Schrauben und etwas Leinöl und fertig war der Aufsatz.

Der Aufsatz wird einfach von vorne auf die Werkbank aufgeschoben und mit zwei Schrauben fixiert.













Das Lochraster erlaubt neben dem Einsatz von Spannelementen und Zwingen, ...














... auch eine freie Positionierung der Arbeitsleuchte. Diese habe ich ebenfalls mit einem entsprechenden Fuß versehen.





Kommentare:

  1. Hallo Micha,

    schön zu sehen das auch du dich vermessen kannst. Passiert nun mal.
    Ansonsten eine wirklich tolle Idee wie man in einer kleineren Werkstatt die Arbeitsflächen optimieren kann.

    PS: Zu Bild 7. Ist der Tisch oder die OSB Wand so schief? Oder täuscht das alles?

    Gruß
    Waldemar

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    1. Hi Waldemar,

      zum PS: Weder noch, das Problem ist der Fußboden. Die OSB Platten sind in Waage und der Tisch eigentlich auch gerade. Aber was hilft es wenn der Boden total hügelig ist.

      Grüße

      Micha

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  2. Hallo Micha,

    Wenn du wüsstest, was ich schon alles doppelt gemacht habe, nur weil ich mich vermessen habe...
    ...schon zum zweiten mal abgeschnitten und ummer noch zu kurz... (Tischler-Spruch).

    Hast du die Tischbohrmaschine unten angeschraubt? Nicht dass sie kippt, wenn du viel Druck aufs Werkstück ausübst.

    Toll geworden.

    Lg
    Stefan

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    1. Hallo Stefan,

      passiert mir auch immer sonst noch öfters, aber mittlerweile seltener.
      Nur hier, weiß ich echt nicht. Ich habe extra zweimal gemessen und sogar notiert. Großes Rätsel. :D.

      Die TBM ist schon immer mit der Werkbank verschraubt. Siehe Bild 5, zwei Sechskantschrauben. Wobei die auch ohne sehr sicher steht, wiegt ja genug.

      Grüße

      Micha

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  3. Hi Micha,

    schönes Projekt, kannst du die TBM nicht einfach ein bisschen vermitteln? Dann sieht es so aus, als ob es so sein sollte :D

    Gruss

    Leon

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    1. Hi Leon,

      wäre auch ne Möglichkeit.
      In den Spalt passt aber genau der Maschinenschraubstock. Sollte also so sein. :D

      Grüße

      Michael

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  4. Hallo Micha,
    wärst Du so freundlcih und könntest mir diesen Satz: "Säge rückwärts laufen lassen und Späne dabei kippen geht nicht, die Maschine hat nur 230V." erläutern? Ich verstehe ihn irgendwie nicht! :-)

    Schöne Grüße und mach weiter so ich gönns Dir!

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    1. Hi Neal,

      ganz einfach, ein 1 Phasen Motor kann nur in eine Richtung laufen, einer mit drei Phasen, kann durch vertauschen von zwei Phasen, die Drehrichtung ändern.
      Und der Rest war ein Witz.

      Grüße

      Micha

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  5. Guten Abend,
    danke für die Rückmeldung jetzts hab ich es auch verstanden!

    Grüße

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  6. Guten Morgen Micha,

    jetzt fehlt noch ein Bild mit Staubmaske beim sägen und Du könntest ein schönes Woodworking Video drehen.

    Kommst Du mit den Stauchnägeln gut zurecht ? Funktioniert die Prebena problemlos damit ?

    Schöne Umsetzung,

    Gruß Andi

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    1. Moin,

      hehe, wenn ich meine Möbel auch irgendwann nur noch zusammentacker, dann gibt es auch das Bild mit Maske und ein Video. :D

      Prebena und Nägel funktionieren bis jetzt problemlos.

      Grüße

      Micha

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  7. Hallo Michael,
    genau wegen platztechnischen Problemen steht meine TBM einfach auf einem Rollwagen und ist flexibel.
    Warum hast du die Säule der TBM nicht ausgebaut und so "nur" ein Loch in die Platte gesägt? Auf den länglichen Ausschnitt hättest du verzichten können :)
    Aber Werkstattoptimierungen sind immer wieder schön zu sehen! ;) Daumen hoch!
    Viele Grüße,
    Tobias

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    1. Hallo Tobias,

      die Platte muss ab und an mal verschwinden, wenn ich den Schraubstock auf der Werkbank festschrauben will. Von daher musste das Ding abnehmbar sein.

      Grüße

      Michael

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  8. Hallo Micha,

    wo hast du denn die schönen Winkel/Verleimhilfen her? (Ich weiß leider nicht, wie die Dinger richtig heißen, ich meine die roten Winkel oben im vierten Bild). Bin schon länger auf der Suche danach, aber habe bislang noch nichts passendes gefunden.

    Viele Grüße
    Bernd

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    1. Hallo Bernd,

      die sind von Woodpecker und gibt es z.B. bei Rutlands in England.
      Einen deutschen Händler für den Hersteller gibt es nicht.

      Grüße

      Micha

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  9. Hallo Michael,
    Ich hätte da ein Frage zu dem Raster. Wie genau hast Du das gemacht und wie bekommt man senkrechte Löcher mit einem Akkuschrauber?
    Vielen Dank und sonnige Grüße aus Berlin.
    Martin

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    1. Hallo Martin,

      so genau wie eben möglich. Zum verleimen langt es. Die Genauigkeit wie die Platte des MFTs bekomme ich aber per Hand natürlich nicht hin.
      Das Gleiche gilt für die Löcher. Bei einem Forstnerbohrer sieht man zwar gut, ob er senkrecht greift oder nicht, aber kleine Abweichungen gibt es frei hand trotzdem.

      Grüße

      Michael

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  10. Was ist eigentlich der beste Durchmesser für die Löcher in der Arbeitsplatte?
    Gruss Frank

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    1. Hallo Frank,

      kann man pauschal nicht beantworten.
      Da ich viel mit dem MFT arbeite und auch einiges an Zubehör für diesen habe, wurden es 20mm
      Wer aber vielleicht gar kein MFT hat, aber ne Hobelbank und dazu passendes Spannzubehör, dann empfiehlt sich eher 19mm.
      Wer noch gar nichts hat, sollte sich ansehen, was für Zeug es in den jeweiligen Durchmessern zu kaufen gibt (Wobei z.B. Veritas mittlerweile vermehrt auch eigentliches Hobelbankzubehör in 20mm anbietet) und danach dann entscheiden, auf was für einen Durchmesser man setzen möchte.

      Besser ist keiner von beiden.

      Grüße
      Michael

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    2. Wie meinst Du das besser ist keiner von beiden.

      Ich hab weder einen MFT noch eine Hobelbank. Ich habe eine Küchenarbeitsplatte von 170x100cm auf einen Unterschrank geschraubt und beginne diese gerade zu tunen. Einfache exentrische Spanner kann man ja selber bauen da wären dann ja Löcher sinvoll, für die es auch Rundstäbe gibt. Andererseits benötigen die Zwingen für eine Makita Führungsschiene 35 Löcher, damit man auf der Fläche fixieren kann. Die halte ich für viel zu gross.

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    3. Ich meine damit, man kann nicht sagen, dass ein System besser ist als das andere.

      Du brauchst keine 35mm Löcher. Bohr in dem Durchmesser, von dem System was Du nutzen willst und dann fräst Du auf der Unterseite der Platten mittig durch die Löcher Nuten, etwas breiter wie die Zwingen und so tief, dass Du die Zwingen einfädeln kannst. Hat zwar den Nachteil, dass sich die Zwingen nur in den Positionen der Nuten einfädeln oder entnehmen lassen, aber Du brauchst keine riesen Löcher.

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