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Samstag, 12. September 2015

Neuzugang in der Werkstatt: Schleifzylinder Set von Baptist

Das vorgestellte Werkzeug wurde mir von der Firma Baptist zur Verfügung gestellt. 




Gerade Kanten oder Außenradien schleifen ist kein Problem, das geht im Prinzip mit jeder Schleifmaschine, egal ob Schwing-, Exzenter- oder Bandschleifer. 
Bei Innenradien sieht es schon anders aus. Wer dort maschinell schleifen möchte braucht eine Spindelschleifmaschine. 
Diese sind in der Regel eher größere Geräte und kosten auch ein "paar" Euros. Wer nur selten solche Schleifarbeiten durchführen muss, für den stellen Schleifzylinder für die Bohrmaschine eine günstige Alternative da.

Solche Schleifzylinder gibt es in in verschiedenen Qualitäts- und Preisklassen. Aber egal für was für ein Set man sich entscheidet, man sollte vorher auf jeden Fall kontrollieren, ob der Nachkauf von den Schleifrollen problemlos möglich ist.

Ein eher einfaches und preiswertes Set, hat mir der Händler Baptist aus den Niederlanden zur Verfügung gestellt.

Das Set besteht aus fünf Schleifzylindern mit den Maßen 13x13, 19x25, 25x25, 38x38 und 50x38mm (Das sind recht verbreitete Standardmaße und somit ist auch die Versorgung mit Schleifmitteln kein Problem). 



 







Dazu gibt es je zwei Satz an groben und feinem Schleifpapier. 














Körnung geschätzt etwa 80 und 150.















Geliefert wird das Set in einem robusten Kunststoffkoffer mit zwei Schnappverschlüssen.













Jeder Schleifzylinder hat in der Box ein eigenes Fach und ist festgeklipst. Da kann nichts durcheinander fallen.













Über den Hersteller des Sets kann ich nichts sagen, es findet sich nirgendwo ein Hinweis darüber. Das ist etwas schade, man weiß ja gerne was man da gekauft hat.

Die Schleifzylinder sind recht simpel aufgebaut und bestehen aus eine Hartgummiaufnahme für das Schleifmittel und einem Spanndorn mit Mutter und zwei großen U-Scheiben.












Der einfache Aufbau tut der Sache aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Es kann so gut wie nichts kaputt gehen und der Rundlauf aller fünf Schleifzylinder ist einwandfrei. Keiner hat Schlag oder eiert.

Denkbar einfach ist auch das Bestücken der Schleifzylinder.

Bei losem Spanndorn wird ein passende Schleifrolle aufgeschoben ...














... und anschließend der Dorn mit einem Maul- oder Ringschlüssel gespannt. 
ACHTUNG: Logischerweise Linksgewinde. 













Durch das Anziehen der Mutter wird die Gummiwalze zusammengepresst und dadurch auch dicker, die Schleifrolle sitzt fest.

Betrieben werden können die Schleifzylinder beispielsweise in der Tischbohrmaschine, dazu eignen sich die größeren Durchmesser am besten ...












... oder auch mobil in der Handbohrmaschine oder einem Akkuschrauber.














Auf der Tischbohrmaschine lassen sich so sehr gut die Kanten von geschwungenen Schablonen oder Werkstücken sauber nacharbeiten.
Wer das öfters macht, sollte sich einen kleinen Schleiftisch für die TBM bauen, am besten mit integrierter Absaugung. In seinem Elektrowerkzeuge-Handbuch hat Guido Henn einen durchdachten Eigenbau mit Absaugung und Schubladen für die Schleifzylinder beschrieben.

Für seltene Einsatze tut es auch Platte aus der Resteecke mit entsprechend großer Bohrung.
Die Bohrung ist wichtig, um das Werkstück auf ganzer Höhe schleifen und trotzdem auf dem Tisch auflegen zu können. 










Mit der Handmaschine lassen sich im Gegensatz dazu sehr gut frei Hand Kanten formen, Aussparungen an Werkstücken nacharbeiten, die für die Tischbohrmaschine zu groß sind und vieles mehr.

Die kleinen Schleifzylinder eignen sich darüber hinaus auch sehr gut um die Innenkanten von Bohrungen sauber zu schleifen. Das geht zwar auch mit Schleifpapier und einem Finger ist aber je nach Anzahl eher mühsam.









Beim Arbeiten mit den Schleifzylindern ist es genauso wie bei allen anderen Schleifarbeiten wichtig, nicht zu viel Druck auszuüben. Das führt nur zu unnötiger Reibungshitze und einem vorschnellen zusetzen und verschleißen des Schleifmittels.


Fazit

Bei dem gezeigten Set handelt es sich um ein preiswertes und einwandfrei funktionierendem Werkzeug.
Die Zylinder sind einfach aufgebaut, funktionieren aber einwandfrei. Auch an dem beiligenden Schleifmittel gibt es nichts zu meckern. Es ist scharf, hat einen hohen Abtrag, zeigt keine Neigung zum Schleifkornverlust und hat eine ordentliche Standzeit.
Für jeden der nicht häufig solche Schleifarbeiten verrichten muss, ist das Set eine gute Anschaffung.
Größter Kompromiss zu einer richtigen Spindelschleifmaschine ist halt die fehlende Oszillation. Auf der TBM eingesetzt, nutzt sich das Schleifmittel nur an einer Stelle in Werkstückbreite ab, die gesamte Breite kann nicht genutzt werden.



Bezugsquelle:

Das Schleifzylinder Set könnt ihr bei Baptist bestellen.

oder wenn Ihr meine Seite unterstützen wollt hier:

Schleifwalzensatz

Kommentare:

  1. Hallo Micha

    Was für ein Schaftdurchmesser haben die Schleifköpfe? Könnte man die auch in eine Oberfräse einspannen, (niedrige Drehzahl) um Löcher schön rechtwinklig auszuschleifen?

    Gruß Tobias

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    1. Hallo Tobias,

      nein kann man nicht. Selbst eine niedrige Drehzahl einer Oberfräse bewegt sich in der Regel immer noch weit über 10000UpM. Das ist deutlich zu viel.

      Grüße
      Michael

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  2. Hallo Michael,
    es gibt Oberfräsen deren Drehzahl bei 8000 oder 5000 U/min beginnen. Gibt es bei Schleifzylindern konkrete Drehzahlangaben?

    Es grüßt Johannes

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    1. Du meinst wahrscheinlich die OF E 1229 und die Trend 11.
      Die Metabo käme schon nahe ran, was die Drehzahl anbelangt, aber im untersten Drehzahlbereich fehlt der Oberfräse aber auch ein entscheidender Punkt, Drehmoment. Aber das ganze ist rein theoretischer Natur, weil wie Patrick schon treffend geschrieben hat, solche Vorsätze gehören nicht in eine Oberfräse.

      Zu Deiner Frage, die maximal zulässige Drehzahl bei solchen Schleifhülsen mit Gummikörper liebt bei 4000 UpM. Die empfohlene Arbeitsdrehzahl, je nach Durchmesser, bei ca. 1500 UpM.
      Von daher vertragen die sich auch deswegen nicht mit einer Oberfräse.

      Grüße
      Michael

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  3. Hallo Tobias, Michael,
    mal abgesehen davon das 10000 UpM zuviel sind,gehört in eine Oberfräse nur ein dafür gedachtes Werkzeug. Dazu gehören diese Schleifzylinder bestimmt nicht. Immer an die eigene Gesundheit denken. Möchte hier nicht Klugsch......weiß aber aus Erfahrung wie gefährlich fliegende Teile sein können.
    Ansonsten machen diese Zylinder einen guten Eindruck und ich könnt sie mir für meinen Bohrständer gut vorstellen. Danke Michael für diesen Bericht.

    Mit gut gemeintem Rat,
    Gruß Patrick

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  4. Für den Preis der für dieses Set aufgerufen wird ist das wirklich eine ordentliche Sache. Den Hersteller findest du deswegen nicht weil diese Koffer aus irgendeiner Fabrikstadt im fernen Osten kommen und bei uns von einer Vielzahl unterschiedlicher Firmen zugekauft und vertrieben werden.

    Das einzige Manko das mir zu diesem Set bei diesem Preis einfällt ist die Tatsache das man nur eine sehr begrenzte Auswahl an Korngrößen hat und die Schleifbänder/Rollen im Nachkauf fast schon so teuer sind wie das komplette Set. Konnte jedenfalls bis dato noch keine brauchbare und günstige Bezugsquelle für solche Rollen finden.

    Aber als kleine Helfer sind diese Dinger echt Spitze, als ich mein Set gekauft habe hatte ich wegen des Preises eigentlich garnichts erwartet und war dann positiv überrascht das die Dinger wirklich brauchbar sind:>

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