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Freitag, 19. Februar 2016

Projektvorstellung: Unterschrank für die Kapex - Teil 5

Nun gab es wieder Neuland für mich, diesmal in Form von Kantenanleimer. Noch nie gebraucht, noch nie verarbeitet.

Auch wenn er "nur" ein Werkstattmöbel werden wird, sollte der Unterschrank auch optisch was her machen und ich habe mich für ABS-Anleimer in "mambagrün"entschieden. Eigentlich wollte ich Melaminkante mit Schmelzkleber in gelbgrün (einfach aufbügeln und fertig) die war aber für Privatmenschen wie mich nicht zu bekommen. Daher ABS in einem etwas anderen Farbton.







Mangels Kantenanleimmaschine musste ich jeden Abschnitt per Hand mit Zwingen anbringen. Da normaler Weißleim bei Kunststoff nicht funktioniert und ich keine Lust auf die Sauerei mit Pattex hatte, habe ich als Leim den Kantol Kantenleim von Redocol verwendet. Dieser wird genau wie Weißleim verarbeitet.

An einem Reststück habe ich den ersten Versuch unternommen und festgestellt, soooo leicht wie gedacht wird es doch nicht. Der Anleimer schwimmt auf dem Leim und man muss sehr darauf achten, dass er sich nicht verschiebt und schlimmstenfalls nicht mehr über die Plattenkante übersteht.








Vor dem Anleimen, habe ich die Rückseite der ABS-Kante  angeschliffen und alle Flächen mit Bremsenreiniger (Acetonfrei) entfettet.











Beim Verleimen hieß es dann, sich zu beeilen und möglichst alles gut vorzubereiten. Der Kantol Kantenleim hat nur eine offene Zeit von 5 Min.

Da ich aber für jede Kante alles griffbereit bereitlegte, kam aber keine Hektik auf.












Ein Teil habe ich mit Kantenzwingen verpresst und ansonsten normale Zwingen verwendet.
Es gab ja einige Kanten zu bekanten, von daher musste ich alle passende Zwingen nehmen, welche die Werkstatt her gab.









Hier der Pressaufbau: Platte, ABS-Kante, weiches Holz als Schutz für die Oberfläche der Kante (Micro-Perl) und zum Schluss ein dickes Kantholz um den Pressdruck gleichmäßig zu verteilen.










Als nächsten Schritt nach dem trocknen des Kantenleimes habe ich die Überstände mit scharfen Stemmeisen und einem Schlag mit dem Klüpfel entfernt.











Da die ABS-Kante breiter wie die Platten war, musste sie nun bündig gefräst werden.

Dazu habe ich die MFK 700 mit dem 1,5° Anleimertisch und einem kurzen 19mm Nutfräser mit Wendeplatten mit Wendeplatten bestückt.











Einmal drüber und schon schon sauber.













Zu beachten war zum einen, dass die Drehzahl wegen des ABS reduziert werden und zum anderen, dass von rechts nach links gefräst werden musste.

Anschließend habe ich alle Kanten noch mit einem 2mm Radius versehen, ebenfalls mit der MFK, aber mit dem normalen Tisch und einem Fräser mit Anlauflager.










Abschließend konnte ich die Platten dann mit dem großen Rutscher und P180er Körnung feinschleifen und sie so für die nun folgende Montage vorbereiten.















Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    von ABS Neuling zu Neuling. Ich war überrascht was für eine Sauerei die Kunstoffspäne machen. Vor allem weil sie sich statisch aufladen und überall kleben bleiben. Hast Du hier schon einen Weg gefunden?

    Viele Grüße Rudi

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    1. Hallo Rudi,

      nein da habe ich kein Lösung zu.
      Die MFK lässt sich zwar recht ordentlich absaugen, aber trotzdem geht etwas daneben, was dann überall hängt und im ganzen Haus verteilt wird.
      Ich wüsste jetzt auch nicht, was man da ändern könnte, außer nach Möglichkeit im Freien zu arbeiten und hoffen, dass der Wind günstig steht. :)

      Grüße
      Michael

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  2. Hallo,

    ich war sehr interessiert wie Du die Kanten anleimst. Nach dem Aufwand den Du jetzt schilderst, bleibe ich bei Pattex Transparent, im Gegensatz zu Deiner Annahme keine Sauerei. Meine Vorgehensweise ist Deiner ähnlich, Platte am MFT spannen, dann trage ich eine Leimschnur auf, drücke den Anleimer auf, nehme ihn wieder ab, lege ihn ca. zwei Minuten neben das Werkstück, danach drücke ich ihn fest auf das Werkstück, die Kante hält so lange bis ich eine Leiste angezwungen habe.
    Das Problem mit den Kunststoffspänen hatte ich früher auch, seit ich an der Fräse als Tisch ein 15x25 cm MPX-Brettchen mit einer etwas größeren Ausfräsung für den Fräser nutze, hat sich das Problem auf ein Minimum reduziert.

    Gruß

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    1. Moin Volker,

      ich arbeite dran. :)
      Vorteil vom Pattex sehe ich hauptsächlich darin, dass er nach dem antrocknen nur einmal kräftig angedrückt werden muss. Eine längere Trockenzeit wie bei dem Kantenleim entfällt.
      Ansonsten werde ich mir beim nächsten mal im Vorfeld andere Zulagen bauen, dann muss ich nicht mir einem Sandwich arbeiten. Aber da war ich diesmal zu faul für. :o)

      Grüße
      Michael

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  3. Hallo Micha,
    ich finde das sieht richtig klasse aus mit grünen Anleimern, merk ich mir. Überhaupt gefällt mir das Projekt bislang sehr gut. Es sind wie immer viele gute Ideen und dabei. Das Holzwerken Abo hab ich gekündigt, Deinem Blog bleib ich definitiv treu. :-)
    Viele Grüße
    Olli

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    1. Hi Olli,

      dann verliert HW ja noch ein Leser, woran es wohl liegen wird?

      Grüße
      Micha

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  4. Hi Michael,schönes Projekt. Das mit den Kanten ist jetzt nicht so meins, muss es aber auch nit. Da ich mir jetzt die Festool CS50 gekauft habe und da auch einen Unterschrank für bauen werde, bringst mich da mit deinem Projekt auf paar Ideen. Mal sehen was draus wird. Danke fürs teilen.

    Gruß Patrick.

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    1. Hallo Patrick,
      warte doch erst mal das Ergebnis ab. Ich finds ganz schick.

      Grüße
      Michael

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  5. Ich wusste bis grade gar nicht, dass man die dicke ABS Kante auch selbst anleimen kann, ich dachte man benötigt immer dafür eine Maschine.

    Danke auch für diesen Beitrag sowie Fotos.

    Gestern habe ich meine Lochreihen gemacht und es hat sehr gut mit der Itmax Schiene geklappt.

    Bei Dir gelesen und gleich gekauft :)

    Heute gehts mit den Regalböden weiter, aber erstmal einen Korpus fertig machen und gucken was nicht passt und passend gemacht werden möchte / muss.

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    1. Das geht. Früher gab es auch keine KAM und es wurden Umleimer angebracht, zwar nicht aus ABS, aber das Material ist ja nicht von belang.
      Sicherlich geht es mit ner KAM oder der Conturo einfacher und schneller.

      Grüße
      Michael

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  6. Hey Michael,
    die giftgrünen Kanten sehen echt scharf aus! :-)

    Um die Kanten einfacher zu positionieren,
    versuch doch beim nächsten Mal einfach, die Platte waagerecht auf eine Arbeitsplatte zu legen und mit ein-zwei mm zu Unterlegen.
    Dann können immer zwei gegenüberliegende Kanten angepresst werden,
    die einfach auf die Arbeitsplatte 'gestellt' werden. so ist der Überstand überall gleichmäßig. (Hoffe, Du verstehst, wie's gemeint ist..)

    Viele Grüße
    Daniel

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    1. Hallo Daniel,

      ist ja auch Mambagrün, Mambas haben scharfe Zähne. :)

      Gegenüberliegende Kanten hatte ich nur beim Deckel. Aber die Idee ist gut, danke. So könnte ich das verrutschen etwas besser kontrollieren. Beim nächsten Mal versuche ich es mal so.

      Grüße
      Michael

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  7. Hallo Michael!
    Sehr schön so ein großes Projekt. Danke!
    Du verwendest hier den Rutscher, hättest aber auch die Wahl den Rotex oder ETS einzusetzen, richtig? Würde dich gerne fragen, gibst du dem Rutscher wegen dem erreichbaren Ergebnis den Vorzug oder würde Rotex/ETS gleich gute Ergebnisse erreichen?
    Danke für deine Meinung!
    tc

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    1. Hallo,

      Mit dem ETS bekommt man ebensolche Ergebnisse. Der RO 150 hat ja 5mm Schwingkreis, also gröber, daher müsste mit dem eine Körnung feiner geschliffen werden.

      Ich hatte den Rutscher genommen. da er die größte Schleiffläche besitzt und ich eh nur noch mal fein schleifen musste.

      Grüße
      Michael

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  8. Hallo Michael,

    wo hast du den Leim bezogen?

    Grüße Bernd

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    1. Hallo Bernd,

      den Leim habe ich von 1-2-3 Beschläge.

      Grüße
      Michael

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