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Mittwoch, 24. Februar 2016

Werkzeugvorstellung: Festool HKC 55 Li 5,2 EB-Plus-FSK420 - Teil 2, Praxistest

Praxistest

Nachdem ich hier die HKC 55 EB vorgestellt habe, folgt jetzt der Praxistest der Pendelhaubensäge.

Der erste zu prüfende Punkt war für mich eine Kontrolle, des ab Werk justierten Schnittwinkels.

Zuerst eine Messung mit dem digitalen Winkelmesser:












 Sieht vielversprechend aus.













Gefolgt von einem Testschnitt in 30mm Spanplatte.

 






















Geht auch in Ordung, keine sichtbare Abweichung vom rechten Winkel. 
Die Maschine ist ab Werk präzise justiert.
  Die HKC hat keine Rastung bei 45°, um den oft genutzen Gehrungswinkel einstellen zu können, gibt es als einziges Hilfsmittel die Skala.

Den Zeiger habe ich zuerst möglichst exakt auf die bereits geprüften 0° justiert ...























... und anschließend den Schnittwinkel nach Skala genau auf 45° eingestellt.
Winkelmesser spricht 135°, das hätte ich jetzt einfach nur nach Skala nicht erwartet. Da war ich wirklich positiv überrascht, der Aufdruck ist sehr genau.










Fehlt noch ein Testschnitt.














Laut Starrett Winkel gibt es eine kleine Abweichung, ...













... welche mein Klappwinkelmesser als 0,1° angibt.
























Gerade Winkelschnitte lassen sich mit einer Handkreissäge nicht absolut genau sägen. Da braucht es auch einiges an Übung zu. Der Schwerpunkt der Säge wandert nach außen, sie will von der Schiene kippen und muss deswegen möglichst ohne seitlich Druck auszuüben, so gehalten und vorwärts geschoben werden. Von daher kann man mit 0,1° Abweichung wirklich zufrieden sein.

Der nächste Punkt war der Einsatz auf der Kappschiene FSK.

Da ist mir schon vorher aufgefallen, dass die HK(C) 55 knapp 60mm unterhalb der Kappschiene an Platz benötigt, damit die Pendelhaube frei zurück klappen kann. Ansonsten stößt sie an. 












Durch den an der Pendelhaube befindlichen Führungskeil und da die Kappschiene eine schiefe Ebene an der Haube benötigt um diese leicht nach hinten schieben zu können, ist ein gewisser Überstand nötig. Von daher ist es mit solchen Kappsystemen nicht möglich, einfach nur eine dünne Platte als Unterlage zu verwenden, wie es bei Tauchsägen funktioniert.

Der erste Test, war ein Kappschnitt mit 90°.














Keine Abweichung sichtbar. 90° sind 90°!













Hier ein Video zu solch einem Schnitt:



Man kann erkennen, wie schnell und einfach sich mit dem Festool Kappsystem Ablängschnitte durchführen lassen. Man braucht nur das Maß anzeichnen, die Lippe der Kappschiene an der Markierung ausrichten und sägen.


Als nächstes ein Schnitt mit eingerastetem 45° Gehrungswinkel ...
















... und abschließend noch einer mit 15°.













Bei 15° gab es eine kleine Abweichung von 0,1°.

Was mit so einem Kappsystem auch kinderleicht herzustellen ist, sind sogenannte Schifterschnitte. Also mit eingestelltem Gehrungs- und Schnittwinkel.










Wie man das macht, könnt Ihr in diesem Video sehen:





Ein Punkt den es noch anzusprechen gilt, ist die Performance, sprich die Leistung der Säge.
Klar ist, durch die geringe Betriebsspannung von 18V, im Vergleich zu max. 36V bei der TSC, welche sich auf dem Niveau der Netzvariante befindet, kommt sie an deren Leistung nicht heran. Festool kompensiert das etwas, durch die Verwendung von dünneren Sägeblättern, die logischerweise weniger Widerstand bieten. Bei dem Haupteinsatzgebiet der HK(C) ist auch das leichtere Verwinden der dünneren Blätter kein Problem.

Ich habe die HKC etwas gequält, als ich mit ihr den Zuschnitt für den Werkstattschrank durchgeführt habe. Mangels dünnem Feinzahnblatt, habe ich ein dickeres der TS 55 montiert. 










Material war 18mm Birke Multiplex und die Schnitttiefe auf 19mm eingestellt. Mit recht normaler Schnittgeschwindigkeit, war das mit der HKC gerade noch so machbar, ohne das die Drehzahl merklich zusammenbrach. 
An der Temperatur der Akkus war aber feststellbar, dass dabei ordentlich was an Strom floß.

Insgesamt habe ich 6m² MPX zersägt und dabei etliche dünne Streifen hergestellt, es ist also schon einiges an Schnittmetern zusammen gekommen.










Verbraucht hat die HKC dafür zwei 5,2Ah Akkuladungen.
Ich denke das geht für das eigentlich falsche Sägeblatt in Ordnung. Das Schnittergebnis bei dieser Kombination war sehr gut. Auch auf der Schienen abgewandten Seite gab es so gut wie keine Ausrisse, die Schnittkanten waren sauber und ohne sichtbare Sägespuren.

Die Testschnitte in der 30mm Spanplatte und dem MDF habe ich mit dem Universalblatt der HKC gesägt. Das MDF war nicht der Rede wert und auch bei der Spanplatte war die HKC leistungsmäßig noch nicht am Limit.
Als Härtetest habe ich dann noch Kappschnitte in 50mm dicker Hainbuche durchgeführt. Dabei bekam die HKC dann schon dicke Backen und das sind Dimension-Materialkombinationen, welche mit der kleinen Maschine nicht mehr praktikabel sind. Die HKC hat es zwar durchgebissen, war aber kurz vorm Stillstand. Da braucht es mehr Power. Z. B. die HK 85. :)



Fazit

Ich finde die HKC 55 rundum gelungen. Bis auf den "eingelaufenen" Spaltkeil, habe ich nichts zu kritisieren. Sie ist leicht, trotzdem robust, für die Größe leistungsstark und kann, obwohl sie ja eher eine Handkreissäge für den groben Zuschnitt ist, auch genau sägen. Durch die zusätzliche Tauchfunktion, ist sie auch sehr flexibel und für viele unterschiedliche Aufgaben einsetzbar.
Wer vorwiegend in der Werkstatt auf einem Tisch mittels Führungsschiene arbeitet, dem lege ich eher eine echte Tauchsäge nahe, mit dieser entfällt das ständige zurückziehen der Pendelhaube vor dem Aufsetzen auf die Schiene.
Für diese Aufgaben ist die HKC aber auch gar nicht gedacht. Sie spielt eher ihre Stärken aus, wenn es darum geht, auf der Baustelle, im Freien oder gar auf dem Dach, Latten, Bretter oder Platten auf Maß zu sägen, was gerade in Verbindung mit der Kappschiene sehr einfach und schnell funktioniert. 
Auch für den Hobbyschreiner, der öfters mal kleine Mengen Schnittholz mit dem eigenen PKW vom Holzhändler holt, ist die HKC ne feine Sache. Die meisten Schnitthölzer beim Händler haben Längen von 4m und mehr. Daher ist es oft nötig, sie mindestens einmal durchzusägen, um sie besser transportieren zu können. Das gleiche gilt für Plattenmaterialien. 3x1,5m auf den Gepäckträger zu wuchten ist so ne Sache, zwei mal 1,5  x1,5 geht da schon deutlich einfacher. Und mit dem angesetzten Staubfangbeutel, macht man sich auch beim Händler nicht durch zurückgelassene Späne unbeliebt.






Bezugsquelle:

Die Festool HKC 55 EB könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine vielen Vorstellungen!
    Auch ich als Verkäufer der Festool Maschinen benutze gerne deine Tipps und Feststellungen um meine Kunden perfekt zu beraten.
    Die HKC 55 ist eine Ideale Maschine für den Zimmermann aber auf die Idee mit dem schnell mal Holz holen bin ich selber noch nicht gekommen, kappschnitte und der gleichen berechnet der Holzhändler ja auch ganz fein und bei der Menge die ich auch mal Privat brauche ist es mit der HKC viel praktischer.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich....

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    1. Hallo Thorsten.

      mein Händler hat ja kein Zuschnitt. Von daher bleibt mir nix übrig, wenn ich nur 2-3 Bretter brauche, vor Ort die Dinger auf ne transportable Länge zu kappen.

      Grüße
      Michael

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  2. Hallo,

    da ist ja lustig. Ich dachte schon, ich wäre komisch, weil ich auch oft (seit sieben Jahren) meine (somit alte) MAKITA-Akku-HKS zum Händler mitnehme - nur für den Fall, dass dessen Sägen mit Aufträgen überbesetzt sind.

    Gruß
    Volker

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  3. Hallo Michael,

    Sehr schöner Test den du hier vorstellst.

    Ich habe ma eine Frage zu der Winkelbox.. Ich kann diese von CMT nirgends in Deutschland finden.. Ich habe auch eine OF von CMT und bin sehr angetan von dem Werkzeug.

    Danke im Voraus

    Mit freundlichen Grüßen

    Leon

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    1. Hallo Leon,

      danke.
      Ich kann Dir jetzt gar nicht mehr genau sagen, wo ich die Box her habe. Aber die Dinger kommen eh alle aus der gleichen Firma und es wird nur das passende Logo aufgedruckt.
      Von daher ist die sicher nicht von CMT direkt und Du kannst ruhig irgendeine andere nehmen.

      Grüße
      Michael

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  4. Hallo Michael,

    Danke für die schnelle Antwort. Werde mich mal bei Amazon umgucken.. Aber nich grade das billigste nehmen ;)

    Gruß

    Leon

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    1. Guckst Du hier:http://michael-hild.blogspot.de/2014/11/werkzeugvorstellung-digitales.html
      Da ist ein Link zu Amazon dabei.

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