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Freitag, 20. Mai 2016

Tipp: Spiralnutfräser für Metallbearbeitung im Holzbereich

VHM Spiralnutfräser für den Metallbereich gibt es im Vergleich zu Spiralnutfräser für die Holzbearbeitung sehr günstig.
Nur taugen die auch was, wenn man sie zweckentfremdet in der Oberfräse oder Frästisch einsetzt?

Ich wollte es wissen und habe mir je einen 6 und 8mm VHM Zweischneider mit TiAIN Beschichtung bestellt.

Hier sieht man die Schneiden und die rechtsdrehende Spirale im Detail.











Neben dem ziehenden Schnitt, ist ein großer Vorteil der aktive Späneabtransport durch die aufsteigende Spirale. 

Bei normalen Nutfräsern kann es gerade bei dünnen Fräsern vorkommen, dass die Späne trotz Absaugung zum großen Teil in der Nut verbleiben. Solche Spiralnutfräsern haben das Problem nicht.










Verglichen habe ich die beiden VHM Spiralnutfräsern mit zwei normalen Nutfräsern von ENT und den 6mm Fräser zusätzlich mit einem Spiralnutfräser von Festool.









Als Testmaterial kam Birke Multiplex, Kiefer und Buche zum Einsatz. Gefräst habe ich je quer und längs zur Faser.

Hier zuerst die Ergebnisse, gefräst in Faserrichtung:




Wie man erkennen kann, gibt es bei allen drei Materialien deutliche Ausfransungen.
Zudem ist die Vorschubkraft deutlich größer und bei Buche gab es etliche Brandspuren.

Quer zur Faser sah das Ergebnis noch schlechter aus, nur in Buche war es brauchbar.



Bei der Birke MPX gab es neben den unsauberen Kanten zusätzlich noch deutliche Ausbrüche. 


Fazit:

In der Summe hat sich von der Schnittgüte der Kanten der normale Nutfräser am besten geschlagen. 
Der Festool Spiralfräser hat zwar deutliche Vorteile was Späneabtransport und leichter Vorschub angeht, durch die aufsteigende Spirale, kommt es bei langfaserigen und weichen Hölzern aber eher zu Ausrissen. Dafür wird der Nutgrund sehr sauber gefräst.
Wer absolut perfekte Kanten haben möchte, muss sich ein Spiralnuter mit Linksdrall kaufen, dessen Spirale zeigt nach unten und die Kanten werden sehr sauber. Dafür gibt es Defizite beim Spanabtransport.

Aber es ging ja um die VHM Metallfräser. Da gibt es nicht viel trüber zu sagen.
Diese konnten in meinem Test überhaupt nicht überzeugen. Weder der 6mm noch der 8mm konnten mit einem brauchbarem Ergebnis aufwarten. Das Schnittergebnis ist unbrauchbar, die Vorschubkräfte sind zu hoch und bei Hartholz gibt es Brandspuren
Gut es war ein Versuch.

Kommentare:

  1. interessante Idee, Danke für das Fazit, auch wenn es nicht positiv für die Metallfräser ausfiel

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  2. Hier schließe ich mich meinem Vorredner an. Echt tolle Idee und danke für das Teilen. lg Sigi

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  3. Hab auch schon mit dem Gedanken gespielt, Metallfräser zu testen. Das wird ja in diversen Forenbeiträgen immer mal wieder empfohlen. Nach diesem Test hat sich das wohl erübrigt - vielen Dank dafür!

    Gruss, Klaus

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  4. Der Test ist sehr interessant, jedoch kein fairer Wettkampf für den Metallfräser.
    Das Problem bei dem Fräser welchen du ausgewählt hast ist, dass er beschichtet ist.
    Die Beschichtung verrundet die Schneide was für Holzbearbeitung natürlich nicht gut ist, wie du ja schon bemerkt hast:
    - schlechtere Schnittergebnise
    - hohe Vorschubkräfte
    Bei der Metallbearbeitung ist die verrundet Schneide gewollt, da man dadurch eine bessere Standzeit erhält und die Schneide stabiler wird.
    Für einen fairen Test solltest du diesen vielleicht nochmal wiederholen und diesmal einen unbeschichteten Fräser benutzen.
    Unbeschichtete Fräser findet man leicht wenn man nach Fräsern für Aluminiumbearbeitung sucht, da hier oft scharfe Fräser gebraucht werden um gute Oberflächen zu erzielen.

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    1. Hallo,

      danke für den Hinweis. Daran kann es natürlich liegen, wobei die Schichtdicke ja nur wenige µm Beträgt.

      Den Test werde ich nicht wiederholen, da ich nicht nochmals Geld für Fräser ausgebe, die ich eigentlich nicht brauche. Falls sich jemand bereit erklärt, mir welche zur Verfügung zu stellen, nehme ich mir die Zeit und mache den Test nochmal.

      Grüße
      Michael

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  5. Hallo,

    ich habe das Thema interessiert gelesen, da ich vor einiger Zeit schon mal etwas über Nutfräser für Metall in der Holzbearbeitung gehört hatte.

    Persönlich käme ich nicht auf die Idee, für die Holzbearbeitung einen Metallfräser zu nutzen.
    Der Test zeigt ja auch, dass es nicht sinnvoll ist, und dann noch eine Unterscheidung zwischen beschichteten und unbeschichteten Fräsern für die Metallbearbeitung wäre mir dann erst recht nicht die Mühe wert.

    Gruß

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  6. Hallo,

    habed ie Hardal-HSS-Fräser mit 4 Schneiden (für Alu) in Ø12mm und Ø8 genutzt und bei mir hat's z.B. gut in Fichte funktioniert. Ausrisse halten sich in Grenzen und für's Schrupp-Fräsen reichts allemal. Das mit dem Vorschub stimmt, da muss man deutlich mehr drücken. Für das Vor-Fräsen großer Nuten und Zapfenlöcher nehme ich die recht oft - schont die teuren Holzfräser. Wenn die Kanten perfekt werden sollen, nehme ich final einen Standard-Nufräser von ENT. Auch für das Bohren von Löchern mit der Oberfräse eigne sich die Billigheimer.

    Grüße Christian

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  7. Hallo Micha,
    irgendwie hat sich da bei der Buche der Fehlerteufel eingeschlichen. Deine Stücke sind vom Faser Verlauf her vertauscht. Ist wahrscheinlich dem ungünstigen Format der Reste zu verdanken. ;-)
    Somit reiht sich die ausgefranste Querfräsung gut in die anderen ausgefransten Querfräsungen ein, und die sauberere Fräsung längst zur Faser bei den anderen sauberen Fräsungen ;-)
    Ansonsten wie immer sehr interessant, auf was für Ideen du kommst
    Grüssle Micha (der andere)

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    1. Hallo Namensvetter.

      Du siehst mich rot angelaufen. :o)
      Du hast völlig recht, der Faserverlauf ist falsch. Habe den Artikel ja mittlerweile x mal aufgerufen und mir ist es bis jetzt noch nie aufgefallen, dass ich da einen Fehler gemacht habe.

      Danke!

      Grüße
      Micha

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  8. Hi,
    ich hab bisher einen Fräser im Einsatz, der für die Bearbeitung von reinem Aluminium ausgelegt ist. Es ist ein 8mm 2-Schneiden VHM-Fräser mit DLC Beschichtung und 45° Scheidenwinkel (Gelber Ring bei Garant). Auch nach dem auffinden zweier Schrauben, fräst er glatter als ein frisch geschärfter Hobel, daher ist er mein Hauptfräser.

    Wenn man Fräser für Stähle oder andere Buntmetalle nimmt, sind diese vom Schnitt her wie ausgebrannter Holz-Fräser. auch die Zähnezahl sollte nicht mehr als 2 sein bei unter 12mm, denn die Spanräume werden sonst zu klein.

    Hoffe es Hilft, fals jemand es selber mal mit Metallfräser probieren möchte.

    Gruß
    Nils

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