Ihr findet meine Projekte gut, habt aber selbst keine Möglichkeit diese nachzubauen, dann schaut doch in meinem Shop vorbei. Falls Ihr dort nicht fündig werdet, schreibt mir eine Email.


Mittwoch, 1. Juni 2016

Projektvorstellung: Kronkorkenöffner

Mein Holzwerken und Blogger Kollege Holzwurm Tom hat zu einem Gemeinschaftsprojekt aufgerufen, dem Bau eines Kronkorkenöffners mit einem der in Amerika verbreiteten anschraubbaren "Bottle Opener".

Keine schlechte Idee, ich bin dabei. 
Zumal man soll ja mit gutem Beispiel vorangehen. Das letzte u.a. von mir ausgerufene Gemeinschaftsprojekt, der Klappstuhl, ist ja wie ne Seifenblase zerplatzt. Viele wollten mitmachen, am Ende war es nur ein Blogger und selbst die anderen Initiatoren sind abgesprungen.

Kurz überlegt und die Grundidee stand fest. Ganz simpel, ein Flaschenöffner im Flaschendesign soll es werden, der Bottle Opener ersetzt das obere Etikett und der Rest kommt beim Bau.








 


Die auf Papier übertragene Flaschenform habe ich mittels Blaupapier auf MDF übertragen, um daraus eine Frässchablone herzustellen. 










Ich habe mir angewöhnt, so gut wie immer, wenn es ne besondere Form gibt, dazu eine Schablone herzustellen. Will man später noch so ein Teil anfertigen ist es schnell erledigt und man (ich) muss nicht wieder komplett von vorne anfangen.

Die Form habe ich grob per Tauch- und Stichsäge ausgesägt ...












... und den Rest mit einer Schleifhülse beigeschliffen.












Nur den kleinen Rand der Flasche musste ich per Hand und Halbrundfeile nacharbeiten, der Radius war zu klein für die Schleifhülsen.












Fürs Material habe ich in die Resteecke gegriffen, etwas Olivenholz und ein Streifen vermutlich aus Sipo Mahagoni waren passend.










Aus dem Olivenholz habe ich zwei kleine Bretter hergestellt, aus denen später die Flasche entstehen soll.












Nach einem schnellen Schliff, ...














... habe ich die Form der Schablone auf die Bretter übertragen.













Das mache ich mittlerweile gerne mit einem Pica Tieflochmarker. Mit solch einem wird der Anriss um ein gutes Maß versetzt und beim aussägen gibt es genug "Fleisch" fürs spätere bündigfräsen.

Schablone mit doppelseitigem Klebeband auf der Olive fixiert, am CMS-OF bündig gefräst und fertig.












Aus dem zweiten Brett soll ein kleiner Bauch an der Flasche entstehen, entweder für Kleinkram oder als Behälter für geöffnete Kronkorken.

Für diesen habe ich Streifen von dem Sipo angeleimt, ...













... mit der Dozuki grob in Form gebracht ...














... und dann am Frästisch beigearbeitet, mit einem Bündigfräser mit 50mm Schneidenlänge kein Problem.












Was ich nicht so ganz bedacht hatte: Die Flasche braucht ja Platz, um sie zu öffnen.

Nach einem Trockentest, blieb dann von dem geplanten "Bauch" nicht mehr viel übrig.












Etwas konnte ich noch rausholen, indem ich an den oberen Bereich ein Radius anbringe. 

Das war mit einer passenden Lochsäge schnell erledigt. 












Tipp: Um die Ausrisse gering zu halten, von beiden Seiten sägen!

Den nicht benötigten Rest habe ich mit der Dozuki entfernt ...













...  und das kleine Überbleibsel an die "Flasche" geleimt.




Die für Kronkorken nötige Sicke an dem Flaschenhals habe ich mittels Hohlbeitel etwas herausgearbeitet.

 











 


Danach noch schleifen und Kanten abrunden und das Ding war so gut wie fertig.












Irgendwie sah die Flasche noch so leer aus und ich habe noch sechs kleine Nägel als Deko eingehämmert.











Ob eventuelle Gäste wissen wie man so ein Bottle Opener bedient? Ich war mir nicht sicher.
Daher kommt noch eine Anleitung in Form eines Etiketts aus Ahorn Furnier auf die Flasche.

Die Grafik habe ich gespiegelt ausgedruckt (Laserdrucker) ...













... und mit Universalverdünnung auf das Furnier übertragen.













Danach mit einem scharfen Messer zurecht geschnitten ...













... und drei Schichten Clou L11 Holzlack aufgetragen. 
Auf Wasserbasis, daher löst der Lack den Druck nicht an.











Die Flasche habe ich mit Parkettöl von Natural behandelt.













Der Flaschenöffner hängt zwar draußen, aber vor Witterung geschützt, da langt Fußbodenöl allemal.

Das "Etikett" habe ich ebenfalls mit kleinen Nägeln an der Flasche befestigt.












Und dann konnte er an seinen Platz.








Kommentare:

  1. Hallo Micha,
    wie immer, schön umgesetztes Projekt von Dir und ich freue mich, dass du mitgemacht hast!
    Viele Grüße nach Dillenburg und ich hoffe, Du bist beim nächsten Gemeinschaftsprojekt auch wieder dabei!

    Thomas

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Thomas,

      schaun wir mal. Wenn ich es brauchen kann und mir was gutes dazu einfällt, warum nicht.

      Grüße
      Micha

      Löschen
  2. Hallo Michael, tolle Projekt Umsetzung. Gefällt mir auch richtig gut. Da kann die EM kommen.😊

    Gruß Patrick.

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Micha,
    schöner Flaschenöffner!! Das Olivenholz gefällt mir bei dem Projekt richtig gut!
    Schöne Grüße,
    Dominik

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Micha,
    sehr schönes Projekt, sieht super aus!
    Eine Frage habe ich dazu: Du hattest im Beitrag zum Bedrucken von Holz von deinen schlechten Erfahrungen beim Übertragen mit Verdünnung berichtet, hast du das optimiert ? In diesem Projekt scheint es ja prima funktioniert zu haben.
    Viele Grüße
    Sascha

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sascha,

      stimmt damals hatte das eher schlecht funktioniert, diesmal habe ich nur wenig Verdünnung und es ging ganz gut. Nimmt man zu viel Verdünnung verläuft der Druck.
      Allerdings hat es einige Versuche benötigt, bis ich ungefähr die Menge an Verdünnung raus hatte.

      Grüße
      Michael

      Löschen
  5. Hallo Michael,

    wie machst du das mit dem Formfräsen? Ich hatte das Problem, dass wenn ich vom Hirnholz wieder ins Längsholz fräsen wollte das Holz (Buche Leimholz) splitterte und es einen heftigen Rückschlag gab..

    Gruß

    Leon

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Leon,

      das Problem kenn ich. Ab und an passiert es nochmal, wenn die Maserung doof verläuft aber selten.

      Gerade bei so Stellen, bei denen ich weiß, es kann Probleme geben, wie halt bei diesen Übergängen oder wenn man gegen die Faserrichtung fräsen muss (besonders bei empfindlichem Holz), lasse ich so wenig Überstand zum wegfräsen stehen wie geht, also nur so 1-2mm. Dann geht das meistens Unfallfrei, was auch wichtig ist, bei den Stellen, die Du angeführt hast, dort nicht stehen zu bleiben und neu anzusetzen, sondern in einer Bewegung drüber.

      Grüße
      Michael

      Löschen