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Samstag, 27. August 2016

Projektvorstellung: Gartentore mit Torbögen - Teil 9

Hier noch der untere Teil der Mauer, mit dem hohen Stück zum Nachbarn hin.












Für den Zaun hieß es dann zuerst etwas knobeln, am besten "am lebenden Objekt": In welchem Abstand sollen wie viele und wie breite Bretter angebracht werden?

Da ich Terrassendielen verwenden möchte, habe ich mich an deren gängigen Maße von um die 140mm und 190mm orientiert.











Ergebnis ist dann folgendes:
Drei 143mm Dielen mit Abstand zur Mauer 60mm und untereinander 90mm.

So ungefähr schaut das aus.























Danach konnte ich den Bedarf ausrechnen und insgesamt fast 145m Terrassendielen bestellen. Dazu 18m 30x4mm Flachstahl und 200 10x45er Schloßschrauben + Muttern und Scheiben. Achja 10l Lasur nicht zu vergessen.


Hier mein grüner Bosch Winkelschleifer im so gut wie letzten Einsatz: Dem zig-fachen Ablängen von Vierkantstahl zum herstellen der Zaunhalter (über Hundert Halter und Abstandstücke musste ich anfertigen).









Fast 15 Jahre hat er mir treu gedient, dann war das Spindellager im Eimer. Da der kleine über keine Konstantelektronik verfügt und die Kohlen auch schon ziemlich runter waren, gabs Ersatz in Tannengrün.

Hier die erste Ladung Halter beim Anreissen ...














... und Bohren.













Jaaaa ich weiß, keine Handschuhe an drehenden Maschinen. Aber da die Späne sehr heiß waren, habe ich mich gegen diese Sicherheitsregel entschieden.


Theoretisch hatte ich vor, mal schnell die Halter an die Pfosten zu schweißen. Schutzgasschweißgerät war vorhanden und ich hatte ja auch schon früher die ein oder andere Naht gezogen.

Es kommt zwar nicht so oft vor, muss ich ja mal zugeben, aber diesmal war ich überfordert.
Die ersten Schweißnähte waren noch akzeptabel (nicht schön aber stabil), nur ab dem zweiten Pfosten wurden die Ergebnisse immer schlechter, bis hin zu nur noch "angeklebt".








Woran es lag, kann ich nicht sagen. Vermute eine Kombination aus überfordertem Holzwerker und billigem Schweißgerät mit zu geringer Einschaltdauer. Ich habe dann extremst frustriert aufgegeben und begonnen, die Halter per M6er Senkschrauben an die Pfosten zu schrauben.

Bedeutete zwar eine enorm erhöhte Zahl an notwendigen Bohrungen und auch mehr Zeitaufwand, dafür war die Arbeit im Gegensatz zur Schweißerei, bei der ich mir auch noch einen heftigen Sonnenbrand am Arm geholt habe, fast entspannend. 









Ja Moment! War er da betrunken? Die Halter sind ja total schief am Pfosten!

Nein, die Pfosten stehen senkrecht, die Mauer ist aber abschüssig. Deswegen die schiefen Halter. Die Bretter müssen ja parallel zur Mauer montiert werden.











Den entsprechenden Winkel, habe ich an jedem Pfosten mittels langer Wasserwaage (um Unebenheiten zu überbrücken) und Schmiege abgegriffen und mit dieser dann die Oberkante, der Halter angezeichnet.










Die Abstände hatte ich mir zuvor ausgerechnet und ne kleine Zeichnung angefertigt.












Insgesamt kamen an jeden Pfosten sechs Halter mit je vier Schrauben. Denke das soll halten.























Etwas problematisch waren die Pfosten an den ehemaligen Gartentoren. 
Na wer weiß, was die Pfosten früher mal waren?










Dort war es mit einfachen Eisen nicht getan und ich musste welche herstellen, die abgekantet waren.

Das ging mit meiner einfachen Kantbank gerade noch so. Zwar deutlich überfordert, aber sie hat den Stahl gebogen bekommen.












Und wieder eine Ladung Halter am werden.














Zwischendurch habe ich immer mal einige der Pfosten in der Höhe gekappt.












Am oberen Eingang, musste ich die Grundlinie der Mauer per Wasserwaage verlängern, um die richtige Bezugshöhe für die Zaunhalter zu bekommen. 
Dort macht die Mauer einen kleinen Knick.









Jetzt noch die Winkelhalter anbringen.

Gebohrt und Gewinde geschnitten habe ich immer mit dem Quadrive (3. Gang und fürs Gewinde Drehmoment auf 8., dadurch sinkt auch die Drehzahl und falls der Gewindeschneider stecken bleibt, schaltet der Schrauber ab) und geschraubt mit dem CXS.








Gerade beim Gewindeschneiden ist Schmieren sehr wichtig, aber auch beim Bohren habe ich mit Schneidöl gearbeitet, das kühlt den Bohrer.

Wie man sieht halte ich den Quadrive beim Gewindeschneiden etwas "komisch". So hatte ich aber mehr Gefühl bei der Sache, konnte die linke Hand am Gasgebeschalter lassen und rechts mit mit Daumen und Zeigefinger die Drehrichtung verändern. Das klappte sehr gut.




Alles in allem habe ich 216 Löcher gebohrt und 192 Gewinde geschnitten (4,2mm und M6 sowie  24 Löcher ah 11mm), die Dicke des Stahls war immer so 6-8mm. Gebraucht habe ich dafür ca. zwei 5,2Ah Akkuladungen. Denke das geht in Ordnung.


Noch schnell die Halter anschrauben und fertig (OK OK, die schwarze Farbe fehlt noch).






 





Trotz Bohröl musste ich den 4,2mm Bohrer öfters nachschleifen.
Immer unter den kritischen Augen des Werkstattbärs. 











Wobei das Hauptproblem an der Sache, die schräge Austrittsfläche an manchen Pfosten (die aus den Eisenbahnschienen) + der Handbetrieb war. Der Bohrer trat zuerst nur einseitig aus, was oft zum Verkanten führte und regelmäßig die Schneide in Mitleidenschaft zog.
Gabs beim Bohren keine Späne mehr, sondern nur noch Krümmel, war es Zeit, kurz in die Werkstatt an den Bandschleifer zu wechseln.






1 Kommentar:

  1. Hallo Michael,

    schön, dass Du auch einen so intensiven Einblick in die Randgebiete des Holzwerkens lieferst, bzw. auch die Grenzen des Hobbyhandwerkers aufzeigst, wie ein zu schwaches Schweißgerät.

    Gruß

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