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Samstag, 8. Oktober 2016

Projektvorstellung: Gartentore mit Torbögen - Teil 11

Eigentlich ist ja die Bezeichnung "Gartentore mit Torbögen" nicht mehr wirklich passend, habe ich so feststellen müssen. Aber obwohl das Projekt ja auch div. Beton- und Stahlarbeiten beinhaltet und noch ein Zaun hinzugekommen ist, bleibt die Bezeichnung so.

Warum ich das schreibe? Keine Ahnung, mir fiel gerade nur auf, dass der Titel irgendwie doch überholt ist.

Wie dem auch sei, mit diesem elften Teil, verabschiede ich mich in die Herbst/Winterpause.

Warum? Weil ich bis auf die Gartentore fertig bin. Die Tore folgen dann im Frühjahr oder vielleicht fange ich auch im Winter damit an, die Teile sind ja klein genug und ich kann sie in der Werkstatt bauen. Die Torbögen stehen ja und somit habe ich alle wichtigen Maße nun greifbar.

Womit hats im September geendet? Ach ja die Törbogen waren an der Reihe. Was fehlt jetzt? Genau der Zaun.

Los geht´s!

Jedes Brettende bekommt ne Fase passend zu den schon ab Werk gefasten Kanten.












Für den Bereich zum Nachbarn konnte ich die Bretter schon einseitig vorbereiten, da dort die Mauer "so gut wie" in Waage verläuft.

Da dieser eben wegen dem beinahe waagerechten Verlauf der einfachste Abschnitt ist, habe ich auch dort begonnen. 

Zuerst habe ich die untere Brettreihe angebracht, da diese ja zur Mauer hin ausgerichtet werden musste und ich dies nur einmal machen wollte und nicht für jedes Segment einzeln.










Danach kamen 90mm Distanzklötze auf die untere Reihe und ich konnte die nächsten Bretter einfach auflegen.












Wer viel misst, kann auch viel falsch machen, daher habe ich die Länge der Bretter nicht gemessen, sondern mittels Kreuzlinienlaser (ausgerichtet auf Mitte Pfosten) abgegriffen.










Zwischen jedes Brett kam 4mm Luft, das ging mit Hilfe von Glasklötzchen sehr einfach.

Verschraubt habe ich die Bretter mit dem Pfosten mit 10x45er Schloßschrauben. 












Man(n) ist ja faul und der Schrauben viele, daher habe ich bei der Arbeit zum Schlagschrauber gegriffen. Das wird zwar vielleicht manchen Nachbarn genervt haben, aber es ging dafür ratz fatz und ohne Anstrengung.

Achja an den Torbögen musste ich doch zum handbetriebenen Schrauben übergehen, für die Lücke war der SSW 400 einfach zu groß :).










Zwischenstand.
 













 Ab dann wurde es kniffelig(er), die schräge Straßenseite war an der Reihe.
Dort mussten die Bretter alle schräg abgelängt werden und ich konnte keine mehr vorbereiten.

Um etwas Zeit und Arbeit zu sparen, ich musste ja jedes Brett min. drei mal an die Pfosten halten, weg tragen, hin tragen, .... habe ich pro Abschnitt ein mittleres Segment komplett mit Brettern bestückt ...









...und dann wieder mittels Kreuzlinienlaser die Schnittkanten ermittelt, angezeichnet und alle in einem Rutsch gesägt, gefräst und die Kanten lasiert.










Außenwerkstatt.













Alle weiteren Stoße und auch die Abschlüsse zu den Torbögen, habe ich genauso ermittelt.












Die Bretter welche im "Nichts" verlaufen, habe ich noch mit "stylischen Enden" versehen.
Sprich, die Ecken auf 45° gekappt.

Angezeichnet ...













... gesägt ...













... gefast.













Und so schauts aus.



 
Beinahe durch, fehlt nur noch das letzte Stück, zu Nachbars Garage.
Dort musste ich noch einen zusätzlichen Pfosten setzen, weil der alte mitten in unserer Hecke endet und die Hecke wollte ich bis dort hin nicht entfernen.

Im letzten Teil ist ja das einlassen eines Pfostenträgers etwas kurz gekommen, daher hier genauer:

Den Endpunkt des einzulassenden 8mm Stahlteils habe ich mittels Bohrer "markiert" ...







 



.... und den Bereich so tief es geht von beiden Seiten mit einem Nutfräser ausgeräumt.













Wie man sieht, es steht noch was, so passt das nicht, auch nicht mit Gewalt.












Zwei Schnitte mit der Japansäge waren die gewaltarme Lösung ...













und tataaaaa, es ist Platz für den Träger.














Ne Fase für die Schweißnaht musste noch dran, das ging aber fix mit dem Einhandhobel.












Noch die Löcher bohren, ...














...Lasur drauf und fertig.













Wobei, ich musste ihn natürlich noch auf Länge bzw. Höhe bringen und habe dabei eine Schräge angebracht, damit kein Wasser drauf stehen bleibt.

Eigentlich hätte ich bis zum Mittagessen fertig sein können, ja wenn mir nicht was wichtiges gefehlt hätte und ausgerechnet diesmal der DPD erst gegen 18:00 gekommen wäre, so wurde es halt doch später.

Gefehlt hat mit dieses da:

Ein 22mm SDS-Plus Bohrer.













Der Einfachheit halber habe ich mich dazu entschlossen, den zusätzlichen Pfosten mit meinem neuen Freund, dem Injektionsmörtel, einfach in die Mauer zu kleben. Stabiler als mit Winkelblechen und Dübel ist es alle mal, nur halt nicht rückbaufähig.

Die Mauer läuft schräg, der Pfosten soll natürlich senkrecht sitzen. Ja und da hab ich dann schon ein Problem. Mit dem genau senkrecht bohren per Augenmaß habe ich es nicht so.
Per Winkel arbeiten ging halt nicht, wegen der schrägen Mauer, ich hätte jetzt natürlich immer mal mit ner kurzen Wasserwaage kontrollieren können, aber mit ist da wieder der Linienlaser in den Sinn gekommen.
Den habe ich in 45° zur Mauer aufgestellt und auf den Bohrpunkt ausgerichtet.

Kippe ich beim Bohren nun weg, sehe ich das sofort auch bei laufender Maschine. War der Bohrer schon weit versenkt, habe ich mich an der Stoßstelle am Gehäuse des BHCs orientiert.









Einzig ein Kippen in der Achse des Lasers würde ich mit der Methode nicht erkennen können.

Injektionsmörtel rein und dann ganz fix den Pfosten ausgerichtet und mittels zweier Latten fixiert.











Im Hochsommer hätte ich da wohl ein Problem bekommen, bei den Temperaturen bindet der Mörtel innerhalb 3-4 Minuten ab, jetzt bei unter 10° hatte ich deutlich länger Zeit.

Ich musste nur noch die schon vorbereiteten Bretter anschrauben ...












... und damit ist die Baudoku Mauer/Bögen/Zaun zu ende.

Die Arbeiten am Zaun verliefen eigentlich recht reibungslos und ich war in 3,5 Tagen damit durch.

Sehr positiv haben sich bei den ganzen Arbeiten der letzten Monate drei Werkzeuge hervorgehoben. Auf zweie wollte ich bei sowas nicht mehr verzichten.

Das ist zum einen eine Wasserwaage mit Elektronik, so eine hilft wirklich sehr beim Ausrichten von irgendwelchen Dingen und zur Kontrolle/Vergleich von mehreren Teilen. Rein nach Libelle ist das deutlich aufwendiger.

Das andere ist die HKC 55 von Festool. Eigentlich hatte ich vor, die Zuschnitte der Zaunbretter auf der Kappsäge zu machen. Ich habe dann Versuchsweise zur HKC gegriffen und das geht bei solchen Arbeiten, wo es jetzt nicht auf das 1/10tel Grad ankommt, sehr angenehm und deutlich schneller. Markierung setzen, Schiene anlegen, sägen fertig. Die Kapex blieb im Keller.
Um die Schnitte nicht noch schleifen zu müssen, habe ich mit dem Feinschnittsägeblatt gearbeitet. Für alle Schnitte (!!!), habe ich nur eine Akkuladung benötigt. Das waren an 42 Bretter, der Stärke 28mm mindestens 84 Schnitte. Geschätzt eher über 100. Manchmal musste ich nachsägen oder hatte die Bretter im Vorfeld schon ein Stück gekürzt plus die gekappten Ecken. Das werden dann so grob 13-15m gewesen sein, aber nicht am Stück, sondern Stop and go. Ich finds nicht schlecht. Passt schon.

Überrascht war ich auch etwas von dem BHC 18. Versuchsweise habe ich ja bei dem 22mm Loch in Beton zu ihm gegriffen, wobei die Kabeltrommel für den großen Bosch schon bereit stand. Aber auch so ein Loch war für den Kleinen kein großes Problem und ich war in etwa 1-1,5 Minute auf 220mm Tiefe. Gebohrt mit einem Hilti TE-CX und immer mal gelupft um das Bohrmehl aus dem Loch zu entfernen. Auch bei allen anderen Bohrungen hat er sich gerade was den Akkuverbrauch anbelangt mehr als gut geschlagen.
Wenn er jetzt noch einen Drehstopp hätte, könnte man fast auf einen Kabelbohrhammer verzichten. Aber für Montage- und Kabelverlegearbeiten reicht der Kleine dicke.

Nun aber wieder zum Thema Zaun.

Hier nun Bilder vom fertigen Objekt:





 

 


 Achja, ein Dach bekam der Holzpfosten auch noch, damit kein Regen aufs Hirnholz tropft.




 - Ende Teil 11, Fortsetzung folgt, spätestens 2017 -





Kommentare:

  1. Hallo Micha,
    meinen Glückwunsch zum fertigen Projekt! Das sieht im Gesamtbild Fensterläden, Torbögen und der Zaun verdammt gut aus. Es sind wie immer viele super Ideen und Kniffe dabei, auf die ich so nicht gekommen wäre. Gut gefallen hat mir auch, dass es diesmal keine reine Holzarbeit war, sondern auch Beton und Farbe ins Spiel kamen. Ich denke daher, dass gerade dieses pragmatische Projekt viele Heimwerker anspricht. Nicht jeder kann es sich leisten, im Keller Teelichhalter zu basteln, während draussen eine Galabaufirma den Garten in Ordnung bringt. ;-)
    Viele Grüße
    Olli

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  2. Hallo Michael,

    mit Torbögen und Zaun hast Du das Gesamtvorhaben "Haus" abgerundet.
    Die Arbeiten gefallen mir sehr, besonders die Torbögen. Aber auch andere Feinheiten, wie die Zuschnitte der Brettenden. Hier war es auch einmal interessant das Einsatzgebiet Deiner HKC zu sehen.

    Auf die Gestaltung der Tore freue ich mich.

    In dem Punkt der Gartenarbeit sehe ich es wie Olli. Auch ich fertige für den Garten nicht nur Holzarbeiten und weiß genau, was das für eine anstrengend Arbeit im Sommer ist.

    Viel Freude an der neuen Grundstücksumfassung.

    Gruß

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