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Donnerstag, 17. Juli 2014

Neuzugang in der Werkstatt - Festo RAS 115.04E-Set

In der "Bucht" habe ich kürzlich sehr günstig diesen RAS 115.04E in der Set Variante mit noch etlichem Schleifpapier und Schleifvlies erstanden.













Wie der Name Festo schon erahnen läßt, ist der Rotationsschleifer schon ein wenig älter, aber immer noch in einem ziemlich guten Zustand und läuft wie ein Uhrwerk. Das Winkelgetriebe hat fast kein Spiel, was sich auch positiv in der geringen Lautstärke und Vibration bemerkbar macht.

In der Typenbezeichnung steht die 115 für den 115mm Schleifteller, die 04 für maximale Drehzahl von ca. 4000upm und das E für die elektronische Drehzahlregelung mit Sanftanlauf und Konstantelektronik.
Es gab soweit ich weiß auch eine 08 Variante mit ca. 8000upm.
Gegenüber später entwickelten Geräten verfügt der RAS, der heute immer noch produziert wird über kein Plug-It Kabel.






 

Hier erst einmal ein paar Bilder von dem Opa:





Wenn ich den Rotationsschleifer einige Zeit genutzt und so etwas mehr Erfahrung mit dem Gerät gesammelt habe, werde ich diesen Artikel noch auf gewohnte Weise erweitern.
Ich habe ihn bis jetzt nur kurz ausprobiert und war über den extremen Abtrag selbst mit nur P80er Papier überrascht. Der Abtrag des großen Rotex 150 ist ja schon nicht von schlechten Eltern, aber gegen den RAS ist das "Kindergeburtstag". Kein Wunder bei einer über 5-fach höheren Drehzahl. Allerdings eignet sich der Rotoationsschleifer nicht für den Endschliff, durch die fehlende Exzenterbewegung ist die Oberflächenqualität eher bescheiden, aber dafür ist das Gerät auch nicht gedacht. Er ist ein Schleifer fürs Grobe und das macht er wirklich gut.
Was mir sofort positiv aufgefallen ist, der RAS läßt sich sehr leicht und genau führen und besitzt so gut wie kein Eigenleben, ganz anders wie der Rotex.


Update I:

Die detaillierte Vorstellung der Maschine.


Aufbewahrung

Verstaut wird der RAS 115 in einem Systainer der Größe 2.
Darin ist Platz für den Schleifer selbst, die Absaughaube kann montiert bleiben (wenn in Rechtshänderposition), daneben gibt es Fächer für den Zusatzgriff, die Schutzhaube, Bedienwerkzeug und noch welche für etwas Kleinkram und Schleifmittel.










Leider fehlt es an einem richtigen Platz für die zusätzlichen Schleifteller, diese müssen da wo noch ein Plätzchen frei ist, verstaut werden.



Konstruktion

Von der Konstruktion her ist der RAS, egal ob der kleine 115er oder sein großer Bruder 180, ein Winkelschleifer.













Der Unterschied zu solch einem, ist zum einen die niedrigere Maximaldrehzahl, dafür aber das deutlich größere Drehmoment und die eingebaute Staubabsaugung.


Da der RAS noch aus "alten Zeiten" stammt, ist der Absauganschluß noch oval ausgeführt. Das macht ihn zwar schön flach, das Aufstecken der Gummimuffe (und nur mit solch einer ist es überhaupt möglich), ist aber schon ein Gefummel und Gedrücke.










Auf dem Bild ist an der Unterseite des Absauganschlußes auch deutlich der Metallstreifen für die Antistatikfunktion zu erkennen.

Auch die Schutzhaube SH-RAS D 115 ist von normalen Winkelschleifern bekannt.
Diese kann werkzeuglos montiert werden und ist frei drehbar. 
Mit einer kleinen Schraube kann die Klemmkraft eingestellt werden.
















Da ich weiter kein Zubehör in der Größe 115mm habe, gibt es nur Fotos der nackten Maschine mit Haube.


Das Hauptzubehörteil und auch das was bei mir eigentlich standardmäßig zum Einsatz kommt ist die Absaughaube AH-RAS D 115.













Die Bedienelemente, sprich den Drehgriff und die Verrieglung können ja nach Wunsch gegeneinander getauscht werden. So ist der RAS 115 sowohl für Links- als auch Rechtshänder gleichermaßen gut zu bedienen.

Die Absaugfunktion ist bei den Rotationsschleifern anders aufgebaut, wie bei einem Exzenter- oder Schwingschleifer. Bei diesen wird ja der Schleifstaub direkt über Löcher im Schleifmittel und Schleifschuh abgesaugt. 
Bei einem Rotationsschleifer ist das anders gelöst. Die Absaugung besteht im Prinzip aus zwei Komponenten:


Der eigentlichen Absaugöffnung in der Absaughaube ...














... und dem Bürstenkranz, welcher den entstehenden Abtrag in Richtung Absaughaube umlenkt. Durch den Spalt zwischen Schleifteller und Bürstenkranz, wird der Staub dann abgesaugt.












Der Bürstenkranz unterliegt einem gewissen Verschleiß, das sieht man auch gut an meinem, deswegen ist er ein einzelnes Teil und kann ausgetauscht werden.












Anders als bei den sonstigen Schleifmaschinen, bei denen die Absaugung eher automatisch und nebenher abläuft, muss diese bei dem RAS vom Bediener mit kontrolliert werden.
Je nach dem wie man den Rotationsschleifer führt, dreht und hält wird der Abtrag in eine andere Richtung geschleudert. Das sieht man auch gut in den noch folgenden kurzen Videos.

Um die Absaugung entsprechend anzupassen und zu optimieren, ist der Bürstenkranz um 360° drehbar.




Die Bedienung erfolgt über den seitlichen Griff. Dieser ist per Zahnradübersetzung mit dem Bürstenkranz gekoppelt. Ein drehen des Griffes, lässt auch den Bürstenkranz drehen. Auch das ist in den Videos zu sehen.











Je besser man den entstehenden Abtrag beobachtet und den Kranz entsprechend verdreht, umso sauberer arbeitet der RAS. Das Ganze bedarf etwas Übung, um schon vorauszuahnen, wo der Bürstenkranz am besten positioniert werden sollte.

Die Absaughaube kann werkzeuglos demontiert werden.














Nach dem Entfernen des Schleiftellers, wird der seitliche grüne Hebel umgelegt und die Haube kann abgenommen werden.













Der im Lieferumfang enthaltene Zusatzgriff, bietet auch bei Verwendung das RAS ohne die Absaughaube die Möglichkeit mit einem zweiten Griff zu arbeiten.
Dieser kann sowohl rechts, als auch links am Getriebekopf montiert werden.

Dazu muss nur die entsprechende Abdeckung ab- ...














... und der Griff an deren Stelle festgeschraubt werden.














Die Standardaufsätze für den RAS sind drei verschiedene Schleifteller.

Zwei Schleifteller unterschiedlicher Härte mit einem Klettbelag und noch ein weiterer zur Aufnahme von handelsüblichen 115mm Fiberscheiben.












Die normalen Schleifteller haben einen StickFix Belag mit dem normale Schleifmittel mit Kletthaftung verwendet werden können.













Der Teller für Fiberscheiben verfügt über eine entsprechende Spannmutter. Der ggf. notwendige Schlüssel für diese Mutter gehört zum Lieferumfang.












Neben diesen Schleiftellern gibt es noch versch. Bürstenaufsätze im Zubehörprogramm.
Da die Spindel des RAS über ein Standard M14 Gewinde verfügt, kann im Prinzip jedes für 115mm Winkelschleifer erhältliche Werkzeug montiert werden.
Man muss nur darauf achten, dass das Werkzeug auch für die entsprechende Drehzahl eingesetzt werden darf.
Theoretisch wäre es auch möglich den RAS mit Trennscheiben zu bestücken, aber aufgrund seiner eher geringen Leistung (500W) und Drehzahl (3800 UpM) ist er dafür nicht wirklich geeignet.



Bedienung

Zum Schluss noch etwas zur Bedienung des RAS 115. Wobei eigentlich alle Bedienelemente selbsterklärend sind. Jeder der schon einmal mit einem Winkelschleifer gearbeitet hat, kommt auch mit dem RAS klar.


Auf der linken Seite befindet sich der Ein/Aus-Schalter. 
Wird dieser nach vorne geschoben startet die Maschine. Ein Druck auf dessen hinteres Ende schaltet sie wieder ab.












Durch den eingebauten Sanftanlauf, geschieht der Start auch völlig rucklos.

Aufgrund der Gehäuseform, kann der Getriebekopf nicht verdreht werden, um den Schalter nach oben oder nach rechts zu versetzen.

Am hinteren Ende des Motorgehäuses befindet sich der Regler für die Drehzahl.













Dank MMC Elektronik mit Tachogenerator wird die vorgewählte Drehzahl auch unter Last so lange es geht konstant gehalten.

Schön ist auch, dass ein Aufkleber die verschiedenen Drehzahlen angibt. Das wäre auch bei anderen Geräten wie den Oberfräsen sehr sinnvoll.












Auf dem Getriebekopf befindet sich die Taste für die Spindelarretierung.














Wie man die Schleifteller schnell und einfach wechselt, zeige ich in diesem kurzem Video.




Für den Fall, dass ein Teller wirklich sehr fest sitzt und sich mit der oben gezeigten Methode nicht lösen lässt, liegt dem RAS ein entsprechender Schlüssel bei.

Nach dem entfernen des Bürsteneinsatzes kann durch eine Öffnung der Schlüssel eingeführt und auf den Schleifteller gesteckt werden.












Bei mir war dies aber bis jetzt noch nie nötig. Und wenn ich mir den Zustand des Schlüssels so anschaue, bei dem Vorbesitzer auch nicht.


Was noch anzumerken wäre, ist dass ein Rotationsschleifer nicht wie ein Exzenterschleifer oder Rotex benutzt wird. Deren Schleifteller liegen ja beim Bearbeiten des Werkstückes vollflächig auf. 

Bei dem RAS wird aber nur mit dem äußeren Bereich des Schleiftellers gearbeitet, deswegen sollte er im Betrieb um ca. 2-3° nach vorne geneigt verwendet werden (Auf dem Bild ist die Neigung übertrieben dargestellt).










Auch lässt er sich am besten führen, wenn er gegen die Drehrichtung des Tellers bewegt wird.
Beim Einsatz merkt man aber schnell, was wie am besten funktioniert.



Einsatz

Der RAS ist bei mir die Schleifmaschine, die am seltensten zum Einsatz kommt.
Da ich so gut wie nie, alte Fenster oder ähnliches aufarbeite, brauche ich nicht oft ein Gerät mit solch einer hohen Abtragsleistung.

Ich setzte den RAS eigentlich vorwiegend zum bearbeiten von Kanten ein. Mit einem groben Schleifmittel, lassen sich die Kanten schnell und Mühelos in die gewünschte Form bringen.















 
Die Amerikaner nutzen ihn auch oft, für das Einpassen von Kranzleisten an Decken, damit habe ich aber keine Erfahrung. Ich denke, solche Leisten werden in Deutschland auch selten montiert.

Ich habe noch einige kurze Videos gedreht, welche den RAS im Einsatz zeigen.
Bei den letzten beiden kann man auch sehr gut die Wirkung der richtigen Position des Bürstenkranzes erkennen.



Eher als Spaß gedacht, aber so konnte ich die riesige Abtragsleistung gut verdeutlichen, das "absägen" eines Holzstückes:




Hier verwende ich den RAS um eine Form in einem Brett herauszuarbeiten und zu glätten:

 

Und im letzten Video sieht man das Bearbeiten einer Waldkante.




Das Foto zeigt die Öberfläche nach dem Schliff mit Körnung P80.

















Bezugsquelle:

Den Festool RAS 115.04E-Set könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.




Kommentare:

  1. Hallo Micha,

    ist das Deine neue Säge ? :-) Bin ja gespannt wie ein Flitzebogen auf Deine "Neue"

    Gruß Andi

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    1. Hi,

      Du Witzbolzen Du! :)
      Das ist keine Säge, höchstens ein Bohrer für 115mm Löcher.
      Ich könnte mir vorstellen, wenn man vergisst den RAS zu bewegen ist er ziemlich schnell durch.

      Grüße

      Micha

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  2. Genau so einer steht noch auf meiner Liste! Mach mal schnell n paar Tests ;-) Ich hoffe, es geht dir nicht wie mir neulich, hab wohl unwissentlich geklautes Werkzeug gekauft und musste jetzt bei der Polizei aussagen. Das ist die hässliche Seite der Münze.... LG Sebastian

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  3. Hallo,
    bitte vervollständige den Artikel!

    Grüße

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    1. Hallo Rog,

      wenn ich die Zeit mal habe, werde ich das auch machen. Nur aktuell wird das nichts.

      Grüße

      Michael

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  4. Schönen guten Morgen,
    ich wollte dich mal bitten den bald einen Jahr alten Artikel zu aktualisieren!

    Schöne Grüße

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  5. Hallo Michael,
    ich wollte mal nachfragen wie das bei axminster funktioniert wenn man ein Maschine bzw. ein Gerät kaufen will?
    (mit Geld überweisen, Telefonkontakt....)
    Gibt es auch die Seite in Deutsch.
    Wo kann man andere bzw. ähnliche Maschinen im Ausland kaufen. (deutsche Maschinen, so wie mit der Lamellofräse von DeWalt )
    MfG Martin

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    1. Hallo Martin,

      bei Axminster ist das einfach. Über die Hompage bestellen, bezahlen und fertig. Telefon braucht es keines.
      Axminster ist eine englische Firma, die hat keine deutsche Homepage.

      Es gibt noch ein paar ausländische Händler, bei denen sich ein Kauf lohnen kann. Das kommt aber schwer auf das Gerät an. Einfach mal mit dem Typ und Google suchen.

      Grüße

      Michael

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  6. Mein erstes Spitzen- und Lieblingswerkzeug eine original Flex für 115 mm Scheiben, klein rot giftig, damit habe ich jahrelang alles gemacht, Haftscheiben gab es glaube ich noch nicht. Ich hatte ca. 1981 mein erstes Wohnmobil ausgebaut um die Schrankwände etc. einzupassen (Hobeln) war mir die Flex mit 80er Scheiben das Liebste, aber auch später bei Renovierungen, Fenster, Fußböden zum Lackabschliff oder um Formen in Holz reinzubringen einfach genial. Nachdem Festo diese Winkelschleifer auf den Markt gebracht hat habe ich mir auch den Hafttelleraufsatz für die Flex geholt, leider war die Drehzahl nicht regulierbar, der Abrieb genial aber der Scheibenverschleiß auch. Die kleine Flex, die in einer Autowerkstatt nicht größer wurde, dann bei mir erst privat, dann auf der Baustelle landete habe ich nach ca. 30 Jahren im Familienbesitz immer noch funktionierend mit meinem gesammten Werkzeug wegen Auswanderung verkauft. Inzwischen habe ich wieder eine kleine stärkere inzwischen regelbare Flex mit Haftteller und weiterhin begeistert. Die Laufruhe der meisten "besseren" Winkelschleifern hat sich die letzten Jahre erheblich verbessert, auch dank des inzwischen erhältlichen dämpfenden Zusatzgriffes. Jeder der sich einen Winkelschleifer kauft, sollte sich genau überlegen wofür er ihn in erster Linie braucht, denn mehrere spezielle gute Geräte kosten viel Geld, ich habe mehrere. Das Prinzip ein Gerät viele Funktionen funktioniert, bei Festool leider nur zu einem sehr hohen Preis, bin selbst ein riesen Fan dieser super Firma, (meine erste selbst gekaufte Masch.Tauchsäge mit Führungsschienen, Festo, logo) Kann Aufgrund meiner Erfahrung jedem zum Kauf einem kleinen 115/125 Winkelschleifer über 1200 Watt und elektronisch regelbar raten, es sollte ein robustes Markengerät sein, muß aber kein Festool. Mit einem solchen Gerät kann man inzwischen dank spezieller Dia-Fräsköpfe u.A. Metabo)super Löcher in Fliesen schneiden, dank der Dia Blätter hervorragend Fliesen schneiden, Stahl oder Holz (Sägeblatt) etc.schneiden, mit Dia Fräsköpfen (siehe Video Protool) sämtliche Oberflächen, Lacke, Kunsstoffbeschichtungen, Betonreste, selbst Putz, Klebereste etc entfernen, desweiteren kann man mit herkömmlichen Schruppscheiben Stahl entrosten oder verschleifen. Dank der ganzen verschiedenen Aufsätze kann man eben auch den Holzschliff ( wie im oberen Beitrag beschrieben) oder im Zweifelsfall auch Pollierarbeiten durchführen. Es gibt für fast alle Markengeräte die entsprechenden Aufsätze zur Staubabsaugung, zum Teil auch bessere als von Festool. Für alle Heimwerker und Allroundhandwerker ein unerlässlicher Helfer in ganz vielen Bereichen.

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    1. Hallo,

      außerhalb der Holzwerkstatt gehört die "Flex" auch zu meinen Lieblingswerkzeugen, am besten kombiniert mit einer ultradünnen Trennscheibe.
      Einen Artikel über einen starken 125mm Winkelschleifer stelle ich bald ein.

      Grüße

      Michael

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  7. Hallo Micha,

    Ich habe 2 Fragen,

    1. wo ist denn in der Bucht?

    2. ich will mir einem neuen Werkstattsauger kaufen und weiß nicht was ich für einen nehmen soll, eine einschaltautomatik sollte er schon haben und eine 36mm gummimuffe

    Vielen Dank schonmal

    Gruß

    Leon

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    1. Hallo Leon,

      1. eBAY ;)
      2. Das bieten ja eigentlich alle üblichen Verdächtigen, Festool, Starmix, Nilfisk, ...
      Ich bin sowohl mit meinem CTL als auch dem Starmix sehr zufrieden.

      Grüße

      Micha

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