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Mittwoch, 14. August 2013

Vergleich zweier Spachtelmassen - Clou Holzpaste vs. Speziallösung MS

Es kommt ja auch bei Massivholz ab und an vor, dass mal etwas zu "kitten" ist.
Bei Materialien wie MDF, die später deckend lackiert werden, ist das weiter kein Problem. Bei sowas verwende ich gerne 2K Spachtel aus dem KFZ-Bereich. Bei Massivholz welches nicht deckend lackiert wird, kann diese aber nicht genutzt werden, da sie farblich überhaupt nicht zu dem Holz passt.

Für Standardhölzer wie Fichte, Lärche, Eiche oder Buche gibt es im Handel bereits fertig angemischte Spachtelmassen, die in den meisten Fällen farblich ganz gut zu den Hölzern passen. Schwierig wird es bei exotischen Hölzern, wie Wenge oder gar Amaranth oder auch schon bei Buche, die extrem ins rötliche geht. Bei diesen lassen sich Standard Spachtelmassen nicht mehr einsetzen, ohne sofort ins Auge zu fallen.

Für solche Fälle bietet die  Firma Holzkitt Schmid e.K. eine Lösung: Die Speziallösung MS.
In diese dickflüssige transparente Lösung ähnlich einem schnelltrocknenden Klarlack wird Schleifstaub des gewünschten Holzes eingerührt, bis eine teigähnliche Paste entsteht. Fertig ist eine Spachtelmasse, die (theoretisch) genau den benötigten Farbton besitzt.


Da ich auch ab und an mal etwas spachteln muss, habe ich mir mal eine Dose der Speziallösung MS gekauft.


Um einen Vergleich zwischen einer mit der Speziallösung MS angemischten Masse und der Clou Holzpaste "von der Stange" zu bekommen, habe ich jeweils einen Versuch mit Fichte und Buche unternommen.











Die Speziallösung wurde mit dem entsprechenden Schleifstaub gemischt ...














... und auf die beschädigten Stellen aufgetragen.

Fichte
Buche
















 Hier das Ergebnis nach zwei Stunden Trockung und einem Feinschliff bis Körnung P320 ohne jegliche Oberflächenbehandlung.

Bei Fichte nehmen sich beide Mittel wenig und liefern beide ein gutes Ergebnis.














Bei der Buche hat die selbst hergestellte Spachtelmasse aus Schleifstaub und der Speziallösung MS die Nase vorne. Die gespachtelte Stelle passt vom Farbton besser als die fertige Paste von Clou. Allerdings ist das bei Buche so eine Sache. Man erkennt ja schon an dem von mir verwendeten Leimholz deutliche Unterschiede in Farbe, Textur und Helligkeit.










Bei mir verlässt aber so gut wie kein "Produkt" die Werkstatt ohne eine Oberflächenbehandlung zu bekommen. Daher ist für mich eine Spachtelmasse wichtig, die auch bei geölter oder lackierter Oberfläche immer noch farblich zum verwendeten Holz passt. 
Leider konnte dabei weder die Clou Holzpaste, noch die angemischte Speziallösung überzeugen.

Mit einem Hartwachsöl behandelt sind beide Mittel eigentlich nicht brauchbar, der Farbunterschied ist viel zu groß, vor allem bei Buche.

Fichte
Buche
















Etwas besser schaut es aus, wenn die Oberfläche lackiert wird. Für den Test habe ich die lösungsmittelhaltige Schnellschleifgrundierung von Clou verwendet.
Bei diesem Test schnitt die Speziallösung vor allem bei Buche (oben) besser ab, als die fertige Holzpaste. Trotzdem bleibt sie nicht so unauffällig wie im rohen Zustand.
Bei Fichte (unten) ist der Unterschied geringer, mit einem leichten Vorteil für die Clou Holzpaste.


 
Um ehrlich zu sein, habe ich mir von der angemischten Spachtelmasse mehr erwartet (Wunschdenken). Sie nimmt das Öl oder den Lack eher auf wie Hirnholz, was wenn man sich die Beschaffenheit (Holzstaub) anschaut, auch kein Wunder ist. Es wäre schön gewesen, wenn man mit Ihr auch Beschädigungen in der Fläche bei Werkstücken die später geölt werden, behandeln könnte. Aber da bleibt wohl weiterhin nur sorgfältig arbeiten und zur Not der Griff zum Bügeleisen und dem feuchten Lappen.


 Zusätzlich habe ich die Speziallösung MS auch an einem Stück Wenge getestet.
 
Es fällt sofort auf, dass der Schleifstaub von Wenge einen deutlich anderen Braunton aufweist, wie das eigentlich Holz. Er ist halt ein Mix aus den hell- und dunkelbraunen Teilen des Holzes.











Nach dem Trocknen und dem Feinschliff ist ein deutlicher Unterschied zwischen dem eigentlichen Holz und der gespachtelten Stelle zu erkennen.












Erst der Auftrag eines Öles sorgte bei der Wenge dazu, dass die Spachtelmasse einen ähnlichen Farbton wie das Holz bekommt.
Für kleinere Schadstellen absolut brauchbar. Natürlich fallen größere gespachtelte Stellen trotzdem auf, die charakteristischen Poren und die tief braunen fast schwarzen Streifen fehlen bei der reparierten Stelle.
















Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    ich verwende nur noch sehr selten Holzkitt, weil eben die von dir gezeigten Effekte auftreten.

    Ich nehme lieber Weichwachs oder Hartwachs. Das kommt nach der ersten Oberflächenbehahandlung zum Einsatz. Man kann sogar die Holzmaserung nachmachen. Man muss bei der Wachswahl jedoch die farbliche Veränderung des Holzes berücksichtigen, also ob es nachdunkelt, oder eher ausbleicht. Das führt dann dazu, dass man die ausgebesserte Stelle in den ersten Wochen etwas deutlicher sieht.

    Aber auf jeden Fall ist Holzkitt besser als Holzleim mit Schleifstaub.

    Gruß

    Heiko

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    1. Hallo Heiko,

      stimmt so Reparaturwachs gibt es ja auch noch, habe ich beim Schreiben des Artikels gar nicht dran gedacht. Wollte ich auch immer mal probieren, war ich aber bis jetzt zu geizig für.

      Die Holzleimmethode habe ich auch mal versucht, aber das Ergebnis war extrem bescheiden.

      Grüße

      Michael

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  2. Hallo Michael,
    verfolge deinen Blog schon länger. Danke für deine tollen Beiträge. Hab mir das eine oder andere schon zum Nachmachen abgeschaut :)
    Dieser "Holzkitt-Test" ist auch sehr gelungen.

    lg Sigi aus Österreich

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  3. Hallo Michael,

    hier vielleicht eine kleine Anregung, ich nehme immer 2K und vermische es mit Mixol also Farbpigmenten, die es in allen Farben gibt so kann ich meinen Farbton genau abstimmten, wichtig hierbei der Härter muss Weiss sein sonst bekommst du eine Verfälschung des Tones. So kannst du auch farbig abwechslungsreiche Hölzer wie Meranti gut ausbessern.

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  4. Genau so einen Bericht habe ich gesucht - danke!

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  5. Hallo Micha,

    habe mit großem Interesse Deinen Test gelesen. Möchte eine durch unachtsame Leute ramponierte Holztreppe reparieren. Es handelt sich um Eichenholz lackiert. Meine bisherigen Versuche waren frustrierend. Testweise habe ich Schadstellen mit Osmo-Holzkitt Eiche (wasserbasiert) ausgebessert. Nach dem Schleifen war das Ergebnis noch 3-4. Der Farbton passte einigermaßen, aber der Kitt wirkte gegenüber dem lackierten Holz zu opak. Nach dem Lackieren nur noch 6 Minus. Während das Eichenholz seine schönen warmen Holzton behält schlägt der Kitt in Richtung grau/braun um. Sieht jetzt besch...ener aus, als vor der Reparatur.

    Bei Deinem Test hast Du auch solche Probleme aufgezeigt, wenn auch nicht immer so stark, wie bei mir. Meine Frage: hast Du schon was Neues gefunden, was besser funktioniert? Das Problem scheint mir die Opazität der Kitte und ihre starke Farbveränderung beim Lackieren/Ölen zu sein. Aber es müsste sich doch was finden lassen ...

    Viele Grüße
    George

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    1. Hallo George,

      ich habe nichts neues gefunden. Muss auch zugeben, ich habe nicht mehr gesucht, weil so Spachtelzeug brauche ich nur sehr selten.
      Wird deckend lackiert oder lasiert, verwende ich irgendwas, was vom Ton halbwegs passt. Soll geölt oder klar lackiert werden am besten nichts kaputt machen. :) Falls doch setze ich mittlerweile eher ein passendes Holzstück ein, das sieht man deutlich weniger, als irgendwelche Füllmasse.

      Was ne Möglichkeit wäre, sind diese Reparaturwachse. Damit habe ich aber keine Erfahrung.

      Grüße
      Michael

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    2. Hallo Micha,

      Wachs könnte vielleicht optisch besser hinkommen, aber ich fürchte es ist von der Belastbarkeit her für eine Treppe weniger geeignet.

      Ich habe jetzt noch einen Versuch mit selbstgemachtem Holzkitt aus transparentem Epoxydharz und Holzmehl gemacht. Schon beim Vermengen des Harzes mit dem Holzmehl trat eine starke Verdunkelung gegenüber der natürlichen Farbe des Holzmehls auf. Nach dem Aushärten, Beschleifen und Lackieren hatte ich die schönste "Intarsienarbeit" von hellem Holz und dunklen Reparaturstellen. Funktioniert also auch nicht. Kein besseres Ergebnis, wie mit dem gekauften Holzkitt. Hätte nicht gedacht, dass die optisch zufriedenstellende Reparatur von Macken im Holz so problematisch ist.

      Denke jetzt daran, die Treppenstufen mit einem zum Eichenholz passenden Belag, z.B. Kork zu versehen. Was die Reparatur mit Kitt o.ä. betrifft gebe ich jedenfalls auf.

      Viele Grüße
      George

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  6. Von der Firma König gibt es speziell dafür weich und hartwachs. Das Hartwachs zb. wird mit einen Lötkolben erwärmt in die beschädigte Stelle eingebracht und dann mit speziellen Wachshoben bei gearbeitet. Farben lassen sich untereinander mischen und beilackieren . Ergebnis nach ein wenig Übung ist sehr überzeugend gerade bei Treppen oder Parkett.

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