Ihr findet meine Projekte gut, habt aber selbst keine Möglichkeit diese nachzubauen, dann schaut doch in meinem Shop vorbei. Falls Ihr dort nicht fündig werdet, schreibt mir eine Email.


Sonntag, 14. Dezember 2014

Projektvorstellung: Teelichtständer "Stern"

Schon seit einigen Jahren verschenke ich gerne diese Teelichtständer.

Die Designidee an sich ist aber nicht von mir, sondern habe ich vor paar Jahren im Internet gefunden.

Ausgangsmaterial für dieses Pärchen ist ein Stück Ami-Nuss und zwei Streifen Eiche.

Nach dem Aushobeln des Nussbaumes bekommt dieser nun eine 8mm tiefe Nut für die Eiche Streifen eingefräst.













Es kommt dabei nicht auf den 1/10tel Millimeter an und so habe ich die Oberfräse einfach mit der Mittenmarkierung ausgerichtet.












Damit nichts verrutscht, habe ich mit zwei Parallelanschlägen gearbeitet. Damit wird das Werkstück festgeklemmt und die Oberfräse kann nur noch vor und zurück geschoben werden, aber nicht mehr seitlich wandern. Eine sehr sichere und präzise Sache.










Die Eiche Leisten würden mit dem Handhobel gefügt, ...














... mit etwa 0,5mm Übermaß auf Breite gesägt ...














... und wieder mit dem Handhobel genau in die Nut eingepasst.














Leim und Zwingen dran und warten.














Nach dem Trocknen habe ich die Kontur des Sternes mit Blaupapier auf das Werkstück übertragen.
Man kann auch direkt die Vorlage mit Sprühkleber aufkleben, aber da ich diese mehr als einmal verwende, nehme ich lieber Blaupapier.










Vorlagen für einen Stern gibt es zu Hauf im Internet. Es muss ja auch nicht unbedingt ein Stern sein. Einen Schneemann oder Tannenbaum kann man auch nehmen.

Den Stern habe ich dann mit der Carvex ausgesägt (Sägeführung gut justiert und Pendelhub auf Stellung 1. So gibt es noch eine saubere Oberfläche, der Spantransport wird aber deutlich besser als ohne Pnedelhub).











Hierbei kommt es auf Genauigkeit an, kommt man vom Kurs ab, ist das Werkstück Ausschuss. Für einen möglichst sauberen Schnitt, verwende ich bei sowas die "Clean for HardWood" oder auch "Extra-Clean für Hard-Wood" Sägeblätter von Bosch. Diese sind zwar nicht so Spurstabil wie die FSG Blätter von Festool, der Schnitt wird aber ne Ecke sauberer. Dazu hatte ich schon mal einen Artikel geschrieben. Klick.

Um etwas Spielraum beim Ansetzen der Stichsäge zu haben, hatte ich noch etwa 5mm Materialzugabe eingeplant.

Diese habe ich nach dem Aussägen des Sterns auf der TKS entfernt.













Die feinen Innenecken habe ich dann noch mit der Kataba gesäubert.














Danach ging es an das Finish des Sterns.

Die Außenflächen konnte ich gut mit dem Blockhobel glätten.














Für die Innenflächen habe ich zum Rotex 90 mit dem Lamellenschleifschuh gegriffen. Sowas geht mit dem ganz gut.





Die überstehenden Eichestreifen habe mit dem Handhobel beigearbeitet ...













... und anschließend einen 10mm Radius an die Rückseite gefräst.
















Als letzter Schritt folgte das trennen der beiden Teile auf der Tischkreissäge und die Bohrungen für die Teelichteinsätze.

Ich weiß ja nicht, wer so Fassungen bemaßt, aber warum müssen die ausgerechnet einen Außendurchmesser von 41mm haben? Wer hat denn schon nen 41mm Bohrer?????












Ich habe also vor dem Bohren, die 41mm mit einem Zirkel angerissen und den Rest Material mit einem 2mm Stemmeisen entfernt.












Den Rand noch etwas angefast und die Einsätze passen rein.














Achja vor dem Endschliff, darf die Münze mit der Jahreszahl nicht fehlen.














Geschliffen habe ich mit dem kleinen Schwingschleifer bis Körnung P320 ...














... und dann nochmal per Hand und nur längs zur Faser mit Körnung P400.






Das so fein Schleifen ist nötig, da ich die Oberflächen nur Wachsen und Polieren wollte.


Die Münze und die beiden Einsätze habe ich eingeklebt ...














... und am nächsten Tag ein "Antik Wachs" mit einem Stofffetzen aufgetragen.




Insgesamt vier Schichten, von der jede mit einer Bürste einpoliert wurde.














Und so schaut dann das Ergebnis aus:



















Alles in allem kein kompliziertes Projekt, aber durch die Schleiferei an den Innenflächen doch recht zeitaufwendig.



Ihr habe sicher gemerkt, dass manche Bilder einen grauen Streifen haben und auch das ein oder andere Bild fehlt. Leider hatte ich einen Datencrash auf der Speicherkarte und es war nicht mehr alles komplett zu retten.













Kommentare:

  1. Hallo Micha,
    OK, das ich nenne ich mal einen Teelichthalter. Da kann ich meine Windlichter einpacken und nach Hause gehn. :-) Das sieht wirklich sehr sehr edel und muss eigentlich nachgebaut werden. Du musst lange suchen, um eine so saubere, hochwertige Arbeit aufm Weihnachtsmarkt zu finden.
    Ich habe Dein Projekt sofort meiner besseren Hälfte gezeigt. Es kam die konstruktive Anmerkung *hüstel*, dass das Teelicht mehr versenkt werden sollte, damit man den Alurand nicht so sieht.
    Hast Du vielleicht die ungefähren Maße Höhe und Breite parat?
    Viele Grüße
    Olli

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Olli,

      na na na, Von der Idee her und dem Schwierigkeitsgrad finde ich Deine Windlichter besser. Ich habe es ja auch probiert, aber so dünne Materialien zu verarbeiten, ist nicht ohne. Da ist so "ein dicker Klotz" einfacher.

      Die konstruktive Anmerkung ist berechtigt. Ist mir aber auch erst aufgefallen, nachdem die Teelichteinsätze da waren. Die muss ich aber erst mal aufbrauchen und danach werde ich tiefere bestellen.

      Die Maße diesmal 115x220. Kommt halt immer drauf an, was ich da habe, mal etwas größer, mal etwas kleiner.

      Grüße
      Micha

      Löschen
  2. Hallo!

    Ich seh gar kein Problem bei den Bildern und hoffe, dass alles Wichtige gesichert wurde. Teuer sind die Speicherkarten Gott sei Dank heute ja normalerweise nicht mehr, außer sie haben WLAN integriert (was ich ziemlich verrückt finde, aber egal).

    Die Teelichte sehen sehr gut aus. Ich glaube, dass das mit dem Bürsten die Optik von "Ok" zu "Super" ausgemacht hat.

    Was mich übrigens bisschen fasziniert ist der Erfolg von "krtwood" auf Etsy. Das Thema könnte Dich auch interessieren, hoffentlich, da Du ja bei Dawanda bist. Die Seiten sind doch sehr ähnlich.
    Alle möglichen Youtuber beklagen seit ca. einem Jahr nämlich eine "Schwemme" an Verkäufern und sind traurig, dass sie nichts mehr verkaufen können deswegen. Nun kommt aber dieser krtwood und meint "Ich hab keine Zeit mehr für Videos, ich arbeite rund um die Uhr an Etsy-Bestellungen!"
    ... und zeigt dann Monatseinnahmen von ca. 6200,- US $ (so ungefähr) mit seinem zugehörigen App.
    Von seinem Youtubeerfolg kann's nicht kommen, da hat er weniger als 6000 Abonnenten. Nicht falsch verstehen, ich gönne ihm den Erfolg. Aber wieso schafft er das, woran inzwischen so viele scheitern? Erfolg nenne ich es deswegen, weil ich glaube, dass er eigentlich einen anderen Vollzeitjob hat, damit ist das ja ein wirklich netter Zuverdienst. Genau weiß ich es nicht, meine mich aber so zu erinnern. Als Alleinverdienst und dann noch im Weihnachtsgeschäft wäre es ja sicher viel zu mager.

    Ich verzichte mal auf Links, auf den einschlägigen Seiten findet man ihn unter "krtwood", wenn jemand nachschauen will.

    Ich wünsche jedenfalls allseits ebenfalls viel Erfolg, gute Gesundheit, falls gefeiert wird: ein Frohes Weihnachten. Und natürlich guten Rutsch!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Moin,

      das Bild mit dem Blaupapier ist zur Hälfte defekt und z.B. fehlt das Bild mit dem auf Länge sägen.
      Jetzt nichts weltbewegendes, wenn mehr gefehlt hätte, hätte ich mir eh was einfallen lassen müssen.
      Sonst gab es keine Verluste, alle anderen Bilder hatte ich vorher schon von der Speicherkarte kopiert.

      Ist schon interessant, bei dem einen klappt es mit dem Verkaufen und bei dem anderen überhaupt nicht.

      Grüße
      Michael

      Löschen
  3. Hallo Micha,

    ich habe mir dein Werk recht ausführlich angeschaut und bin zu dem Urteil gekommen, dass es optisch schön* und gut verarbeitet ist. Die Bürstentechnik kannte ich so noch nicht, aber ein Grund mehr, sie mal auszuprobieren.

    Fragen:
    Hätte die Kombination amerik. Nuss und Ahorn nicht besser zusammen gepasst?
    Wäre es nicht besser gewesen, hättest du die Oberfläche vor dem Schleifen gewässert? Es ist zwar aufwendiger, aber das Ergebnis bedeutend befriedigender.
    Welchen Vorteil siehst du in dem Antikwachs?

    *schön = Ich mag ungeräucherte Eiche nicht (Plattenbaugeschädigt :D )

    Äußerst gelungenes Projekt, leider zu groß für meine kleine Wohnung.

    Liebe Grüße und ein frohes Fest
    Dennis

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Dennis,

      mir war der Kontrast Nuss-Ahorn diesmal zu kräftig, daher habe ich Eiche genommen.
      Wässern bringt, wenn später gewachst oder geölt wird überhaupt nichts. Dafür schleife ich in der Regel bis Körnung 320, diesmal da das Wachs poliert werden sollte sogar bis P400.
      Vorteil von so einer pastösen Wachsmischung ist halt die problemlose und schnelle Verarbeitung. Dünn auftragen, kurz warten, abwischen, polieren und die nächste Schicht.
      Durch den Anteil an Bienenwachs lässt es sich seidenglänzend polieren und der mechanische Schutz reicht für ein reines Dekoobjekt aus.

      Grüße
      Michael

      Löschen
  4. Das schaut super aus. Sehr gut gelungen und schöne Anregung für mich.

    AntwortenLöschen