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Dienstag, 1. November 2011

Neuzugang in der Werkstatt - Veritas Kantenhobel

Hätte niemand die Wasserwaage oder die Gittereinstellscheibe für die Spiegelreflexkamera erfunden, würden wahrscheinlich alle Gegenstände bei mir schief an der Wand hängen und der Horizont auf meinen Fotos wäre ebenfalls schief.
Leider verfolgt mich dieses Problem sogar bis in die Holzwerkstatt, trotz vielen Übens bekomme ich beim Fügen mit der Handhobel so gut wie nie eine rechtwinklige Fläche ohne Korrektur hin. Selbst wenn ich noch so konzentiert arbeite, die Kante kippt meißt zu mir hin ab.
Für größere Bretter habe ich die Lösung ja im Veritas Fügeanschlag gefunden, nur bei Leisten oder schmalen Brettern läßt sich der Anschlag nicht mehr einsetzen.


Damit ich auch an solchen Werkstücken eine einwandfrei rechtwinklige Kante bekomme, habe ich mir den Kantenhobel von Veritas in der linkshänder Version gekauft.
Die Verarbeitung ist wieder einmal Veritas typisch auf sehr hohem Niveau, die Anschläge sind exakt rechtwinklig zueinander und das Hobeleisen war bereits "out of the box" scharf geschliffen und lt. beiligendem Zettel, die Spiegelseite geläppt. Was auch der Test mit einem Haarwinkel bewieß. Ich habe nur kurz eine Mikrofase an die Schneide angezogen und schon konnte es losgehen.
Das Hobeleisen läßt sich per Rändelschraube feinjustieren und der Kantenhobel verfügt, wie viele Veritashobeln, seitlich am Hobelmaul über zwei kleine Madenschrauben, mit denen man das Hobleisen exakt positionieren kann. Diese Position bleibt sozusagen gespeichert und selbst nach Entnahme und Wiedereinsetzen des Hobeleisen, liegt es wieder an der gleichen Position, was das Ausrichten nach dem Schärfen erleichtert.
Das Hobeleisen liegt 30° zur Hobelrichtung im Bett, sodaß immer mit einem ziehendem Schnitt gehobelt wird und zusätzlich die Hobel an das Werkstück herangezogen wird.

Aber auch mit der Kantenhobel muß mit Bedacht gearbeitet werden. Führt man den Hobel nicht exakt an der Referenzfläche bekommt auch mit der Kantenhobel keinen Rechten Winkel hin. Auch muß man bei wechselwüchsigem Holz mit großer Vorsicht und kleiner Spannabnahme hobeln. Da sich das Hobelmaul nicht verstellen läßt, bekommt man bei Ästen oder wenn sich die Faserrichtung plötzlich umkehrt, schnell starke Ausbrüche.
Wenn man dies aber weiß und entsprechend konzentriert und mit Vorsicht arbeitet, wird man mit exakt rechtwinklige Kanten und durch den ziehenden Schnitt, einer sehr schönen Oberfläche belohnt.


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