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Donnerstag, 16. Februar 2012

Neuzugang in der Werkstatt - Festool Domino DF 500 Q-Set Dübelfräse

Ein Stück fiffiger Ingenieurskunst hat Festool mit der Domino DF 500 Q auf die Beine gestellt, die sie sich (leider) auch gut bezahlen lassen. Ich finde solche Maschinen immer faszinierend, wo durch Mechanik gleichzeitig verschiedene Bewegungen realisiert werden.

 








Bei der Domino ist eine Mechanik eingebaut die den sich drehenden Fräser gleichzeitig oszillierend bewegt. So können die Langlöcher für die Dominodübel gefräst werden ohne die Maschine oder das Werkstück bewegen zu müssen.









Bei der Domino stehen die 500 für 500 Watt Aufnahmeleistung und das Q für das Plug-It Netzkabel.


Der Vorteil der Domino Verbindungen gegenüber einem Flachdübel, sind zum einen die höhere Festigkeit, eine (wenn gewünscht) exakte Passung und die Möglichkeit auch in Rahmen, Leisten oder Rundstangen verwendet werden zu können.

Wenn man Plattenmaterial mit Flachdübeln, auch Lamellos genannt, verbindet, muß beim Verleimen immer darauf geachtet werden, dass die Platten seitlich richtig ausgerichtet werden. Kontruktionsbedingt haben die Flachdübelverbindungen seitlich Spiel. Dieses ist auch notwendig, um Toleranzen in den Materialien und bei der Herstellung der Fräsungen auszugleichen.
Bei den Dominoverbindungen ist dies ein wenig anders. Die erste Fräsung wird exakt passend zu einer Bezugskante gefräst. Um dies zu ermöglichen, verfügt die DF 500 über zwei kleine federnd gelagerten Anschläge. Der entsprechende Anschlag wird an die Kante der Platte angelegt und die Fräsebreite auf exakte Passung gestellt. So sitzen später diese Dominos immer an der gleichen Position und es entfällt das  seitliche Ausrichten der Bauteile. Alle weiteren Fräsungen können entweder auf Sicht nach Anriss gefräst werden oder ohne entsprechende Markierungen mit dem zusätzlichen Queranschlag. Um mögliche Toleranzen auszugleichen, wird für die folgende Fräsungen, die Fräsbreite per Drehschalter vergrößert, sodass die Dominos seitlich ein paar Millimeter Spiel in ihren Langlöchern haben.

Die Bedienung und die Einstellungen der DF 500 Q ähneln denen einer normalen Flachdübelfräse. Zum Fräsen wird der Anschlagtisch an das Werkstück gelegt und die Motoreinheit nach vorne geschoben. Die Einstellmöglichkeiten zur Positionierung sind auch gleich. Der Anschlag kann für Gehrungsverbindungen um bis zu 90° gekippt werden, auf einer seitlichen Skala, läßt sich der eingestellte Winkel ablesen und für wichtige Werte, wie 22,5° oder 45° gibt es Rastungen. Der 90° Anschlag läßt sich justieren. Die Fräshöheneinstellung, kann entweder auch über eine Skala millimetergenau eingestellt werden oder über eine Schnellverstellung. Diese ist ein kleiner Schieber auf dem Gerätefuß, welcher über die wichtigsten Maße verfügt. Anders als bei der Domino XL ist auf dem Schieber nicht der wirkliche Abstand der Fräsermitte zum Anschlag aufgedruckt, sondern die Werkstückdicke, bei der die Fräsung mittig sitzen würden. Bei Einstellung auf "40" ist somit der Fräsermittelpunkt bei 20mm. Das ist eine Sache die man immer im Hinterkopf behalten sollte.


Genau wie eine Flachdübelfräse verfügt auch die Domino über eine Einstellmöglichkeit für die Frästiefe.











Was die Bedienung der Domino von der einer Flachdübelfräse unterscheidet, ist zum einen, dass es die Domino Dübel in unterschiedlichen Stärken (von 4-10mm für die DF 500) gibt und deswegen darauf geachtet werden muß, dass der richtige Fräser montiert wird und zum anderen die Einstellmöglichkeit für unterschiedliche Fräsbreiten. Deren Funktion habe ich ja oben schon erläutert.

Um den Fräser zu wechseln, muß die Motoreinheit vom Gerätefuß getrennt und der Fräser mit einem kleinen Maulschlüssel getauscht werden. Um dies zu vereinfachen verfügt die DF 500 Q über eine Spindelarretierung.
Es stehen Fräser mit den Durchmessern 4, 5 (Standard), 6, 8 und 10mm zur Verfügung. Alle Fräser haben eine hartmetallbestückte Schneide.






 
Ich habe die Domino DF 500-Q im Set gekauft. Zu diesem Set gehört, der Zusatzanschlag, der Leistenanschlag und der Queranschlag. Weiter habe ich noch den Rundanschlag und den Domino Systainer bestellt. In dem Domino Systainer sind von allen erhältlichen Domino Dübelgrößen eine Tüte voll enthalten und die dazu benötigten Fräser.














Die einzelnen Zubehörteile


Der Leistenanschlag wird benötigt um Fräsungen in der Stirn von kleinen Leisten zu tätigen. Der Einstellbereich des Anschlages reicht für Leisten von 22-70mm.










Die Benutzung des Rundanschlages ermöglicht es auch Dübelverbindungen in Rundmaterialien zu fräsen, z.B. für den Bau von Geländern o.ä.
Es können Rundstäbe von 35-60mm bearbeitet werden.
Es besteht weiter die Möglichkeit, mit vier kleinen Madenschrauben, den Rundanschlag so zu justieren, dass die Fräsung genau mittig geschieht.







Um Fräsungen an der Vorderkante von Platten sicherer durchzuführen, kann der Zusatzanschlag montiert werden. Dieser vergrößert die Auflagefläche der DF 500 Q und gewährleistet so, dass die Fräsung auch genau im rechten Winkel erfolgt.
Ferner verfügt der Zusatzanschlag noch über zwei klappbare Anschläge. Wenn diese herausgeklappt werden, kann man den Abstand der Dübelmitte zur Aussenkante des Werkstücks, bei Verwendung der kleinen Anschläge von 37 auf 20mm reduzieren.





















Als letztes Zubehörteil gibt es noch den Queranschlag, bzw. eigentlich sind es zwei Anschläge, für jede Seite der Maschine einen.
Jeder der Anschläge verfügt über einen im Millimeterbereich einstellbaren federnd gelagerten Pin.
Dieser runde Pin greift in die vorherige Fräsung und bestimmt so den Abstand der neuen Fräsung zur Alten. So sind Serienfräsungen möglich, ohne die Position vorher markieren zu müssen.
















Mittlerweile habe ich einige Testfräsungen durchgeführt und auch die Böden für mein Regal mit der Dominofräse hergestellt. Die Maschine ist wie von Festool gewohnt, von hoher Qualität und sehr gut verarbeitet. Alle Bedienelemente sind logisch und griffgünstig positioniert und farblich abgesetzt.
Alle Skalen und Anschläge waren exakt justiert, außer der Skala für das Fräsen nach Anriss, die mußte ich etwas verschieben um ein bündiges Ergebnis bei L-Verbindungen zu bekommen.
Auch das Zubehör ist, wenn auch aus Kunststoffe, stabil und gut verarbeitet.
Auch wenn das eigentliche Erstellen der Verbindungen sehr einfach funktioniert, sollte man trotzdem gerade am Anfang konzentriert bei der Sache sein, da es doch einige Einstellungen zu beachten und vorzunehmen gilt. Wenn man eine vergisst zu ändern, passt es natürlich hinterher nicht mehr.
Genau wie bei Verbindungen mit Flachdübeln, ist es auch bei den Dominoverbindungen extrem wichtig, die einzelnen Teile des Werkstücks richtig zu kennzeichnen, z.B. durch das Schreinerdreieck, um Verwechslungen zu vermeiden und um immer die richtige Seite/Kante als Bezug zu nehmen.




Bezugsquelle:

Die Festool Domino DF 500 Q-Set könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

Kommentare:

  1. Hallo Micha,
    schönen Bericht hast du hier verfasst! Nachdem du ja sicher schon ein paar hundert oder tausend Fräsungen hinter dir hast, würde mich eine kurze Info über die Standzeit der Fräser interessieren. Hast du noch die ersten in Benutzung oder schon einen neuen Satz? Kann man die überhaupt schärfen lassen?

    Vielen Dank und mach weiter so!

    gruß Peter

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    1. Moin Peter,

      ich habe immer noch den ersten Satz Fräser. Ein Nachlassen der Schärfe kann ich noch nicht feststellen. Muss aber anmerken, dass ich zu 95% Massivholz verarbeite. In Spanplatte wird es möglicherweise anders aussehen, da diese Schneiden stärker beansprucht.

      Ob man die Fräser nachschärfen kann, weiß ich nicht. Würde aber vermuten, dass es geht.

      Grüße
      Michael

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  2. Danke für die Info!
    Schärfen lassen an sich mag vielleicht gehen, aber ich könnte mir vorstellen dass es dann Probleme mit der Passform der Dominos geben könnte, da ja die Fräser ein wenig kleiner werden...

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    1. Richtig, der Schlitz würde geringfügig schmaler. Denke aber nicht, dass das bei ein Mal schärfen, in der Praxis Probleme mit sich bringt.

      Grüße
      Michael

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  3. Hallo Michael

    Den Bericht über die Dominofräse habe ich sicher schon einige Male gelesen. Ich kreise ständig um die Frage, kaufe ich mir nun eine Flachdübelfräse oder die Domino. Mir scheint, dass die Domino universeller einsetzbar ist.
    Ich möchte in erster Linie Kleinmöbel, Gestelle (Modellbahnunterkonstruktionen), kleine Regale und Schubkästen bauen.
    Wie sieht Ihr Rat dazu aus? Vielen Dank.
    Gruß Frieder

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    1. Hallo Frieder,

      wenn ich lese Gestelle und "klein", da geht mein Rat zur Domino. Mit der ist sowas kein Problem, mit Lamellos nur mit Einschränkungen oder gar nicht.

      Grüße
      Michael

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    2. Hallo Frieder, Hallo Michael,

      Ich besitze sowohl eine Flachdübelfräse (Lamello Classic X) als auch eine Domino (allerdings die DF700). Beide haben ihre Stärken, ich tendiere dazu zu sage: statt Entweder-oder eher sowohl-als-auch. Denn zu 100% kann weder die eine noch die andere Maschine alles.

      Gruß
      Christian

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    3. Hallo Christian,

      ja da gehe ich mit. Bei kleinen Sachen, wenns richtig stabil werden muss und vorallem bei Massivholz, ganz klar die Domino. Für Platten oder wenn es um spezielle Verbinder geht, da hat Lamello ja eine Menge im Angebot, hat der Flachdübel Vorteile.

      Grüße
      Michael

      PS: Kennst Du den schon: http://the-bavarian-woodworker.com/adapter-fuer-domino-xl/

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  4. Nabend, habe es mir heute als grosses 500er Set bei Gerschwitz gekauft. Hoffe damit meine Projekte besser fertig zu bekommen ...

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