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Dienstag, 29. April 2014

Die Werkbank - Ein paar Gedanken zum Mittelpunkt jeder (Holz)Werkstatt

Eine vernünftige Werkbank ist aus meiner Sicht, der WICHTIGSTE Bestandteil einer Werkstatt, egal ob dort Holz, Metall oder sonstige Materialien verarbeitet werden sollen.
Für was für eine Art Werkbank man sich entscheidet, das hängt neben den zu verarbeitenden Materialien, vor allem von der persönlichen Arbeitsweise ab. Im Holzbereich ist dies vor allem die Wahl der verwendeten Werkzeuge. Der Einsatz von Handwerkzeugen, erfordert eher eine stabile und schwere Hobelbank, der vornehmliche Einsatz von Handmaschinen, funktioniert besser an einer Werkbank ähnlich dem Festool MFT, mit ihren vielen Spannmöglichkeiten.
Wer sich eine Werkstatt neu einrichten möchte findet unter dem folgenden Link von bauen.de erste hilfreiche Infos: Tipps für die eigene Werkbank
Der Artikel ist recht einfach gehalten und somit auch für absolute Neueinsteiger verständlich geschrieben. Er erklärt aber die wichtigsten Punkte wie, Höhe, Stabilität, Aufbewahrung von Werkzeugen oder die Positionierung von Hilfsmittel wie Schraubstöcke.

Meine "Heimwerkerkarriere" begann vor vielen Jahren mit zwei Klappwerkbänken von einem Lebensmitteldiscounter. Die eine nutze ich zum spannen und auf der anderen hatte ich eine Spanplatte als Arbeits- und Ablagefläche befestigt.

Als ich 2010 mit dem Holzwerken anfing war eigentlich sofort klar, mit den Klappdingern komme ich nicht weit.

Ich habe mir dann aus einem Schwerlastregal zwei Werkbänke gebaut und später eine noch mit einer recht multifunktionalen Arbeitsplatte ergänzt.










Diese besaß (bzw. besitzt, ich habe die Werkbank ja heute immer noch) eine Lochung in der Platte für Spannelemente oder zwingen, sowie  an der Vorderseite ebenfalls die Möglichkeit Zwingen anzusetzen.










Mehr zu dieser Werkbank findet Ihr in dem entsprechenden Artikel: Eigenbau-Werkbank

Von der Grundidee dieser Werkbank bin ich immer noch überzeugt. Eine Lochplatte mit der Möglichkeit an den Stirnseiten ebenfalls Zwingen ansetzen zu können ist für die meisten Arbeiten und Montageaufgaben eine recht perfekte Lösung. Ebenfalls die Verwendung eines Schwerlastregales als Grundkonstruktion. Sie sind preiswert zu bekommen, nach dem Einsatz eines Schweißgerätes enorm stabil und bieten darüber hinaus noch jede Menge Ablagefläche unterhalb der Arbeitsplatte.
Meine Variante zeigte aber schon nach einiger Zeit die ersten Schwächen, das Hauptproblem war das verwendete Material für die Platte (Buche Leimholz), bzw. eine nicht dazu geeignete Konstruktion. Die Platte wurde krumm und eignete sich nicht mehr als Referenzfläche für das Verleimen von Möbeln. Außerdem zeigte sich, dass die Platte zu klein war, es fehlte beim Arbeiten doch Platz.
Wenn ich heute nochmal solch eine Werkbank bauen müßte, würde ich eine größere Grundfläche wählen, MPX oder MDF als Plattenmaterial verwenden und rundum ein Rahmen bauen, in welchem ich T-Nutprofile einlassen würde. Für solche Profile gibt es einiges an Spannzubehör auf dem Markt, so sind sie deutlich flexibler nutzbar als meine alte Lösung.


Ich denke jeder der mit einem Hobby anfängt, weiß anfangs nicht, ob und wie lange es anhält und welchen Weg er später damit einschlagen wird. RC Modellbau mit E-Motor oder Verbrenner, Joggen oder Nordic-Walking  oder eben Hand- oder Elektrowerkzeuge. 
Das sollte man am Anfang bedenken und jetzt komme ich wieder auf den Holzbereich zurück und nicht sogleich eine 300kg Hobelbank oder zwei Multifunktionstische anschaffen. Problem ist da natürlich, mir geht es jedenfalls so, wenn ich was machen möchte, dann richtig. Ich bin kein Freund von irgendwelchen halbherzigen Lösungen, trotzdem schadet es nicht, mit einer preisgünstigen Werkbanklösung anzufangen und erst nachdem man weiß, ob und wie es weiter geht, dementsprechend nachzurüsten. Ob man den Maschinenweg bevorzugt oder eher den Weg durchs Neandertal mit Stemmeisen und Hobel geht oder sogar zum Hybridholzwerker mutiert, der beide Arten der Bearbeitung nutzen möchte, zeigt sich erst nach einer Zeit. Erst dann merkt man wirklich, was einem liegt. Ob die dementsprechende Werkbank jetzt ein Selbstbau oder eine fertig gekaufte Variante wird, spielt dabei keine wirkliche Rolle.

Bei mir war es so, dass ich nach gut einem Jahr wusste, ich bin mit meinem Hobby endlich angekommen und zu 99% mache ich das in 10-20 Jahren immer noch. 
Nach zwei Jahren war ich mir auch über das "Wie" recht sicher: Hauptsächlich werde ich Handmaschinen nutzen, gefolgt von Handwerkzeugen. Also ein Hybridmutant.
Wenn das "Wie" einmal feststeht, kann man dann dementsprechend die Werkbänke planen. Einen wichtigen Punkt habe ich da noch gar nicht angesprochen, aber im Prinzip ist es ja logisch, der vorhandene Platz spielt auch eine Rolle, was man vernünftig in der Werkstatt unter bekommt. Eine 2,3m Hobelbank macht keinen Sinn, wenn man sich dann in der Werkstatt nicht mehr bewegen kann.

Da ich ja zweigleisig fahren möchte, habe ich mich zu einer Kombination aus multifunktionaler Werkbank (in meinem Fall der Festool MFT/3) und einer kleinen Hobelbank (Sjöbergs Duo) entschieden.









Wenn ich Handwerkzeuge einsetze, nutze ich vor allem die Hobelbank. Hobeln oder Stemmen geht an der Hobelbank aufgrund ihrer Stabilität und den beiden Zangen am besten. 



Wobei ich meine Duo, aufgrund der geringen Größe zusätzlich an der Wand befestigt habe. So rührt sie sich auch beim heftigen Einsatz der Rauhbank keinen Millimeter.


Arbeite ich mit Handmaschinen, nutze ich zu 90% den Multifunktionstisch. Durch seine vielen Spann- und Befestigungsmöglichkeiten, ist er der Hobelbank für diese Zwecke deutlich überlegen.




Ein weiterer Einsatzzweck eines Multifunktionstisches als Werkbank ist die Möbelmontage. So ein Tisch besteht in den meisten (käuflichen) Fällen aus einem stabilen Rahmen aus Aluprofilen und einer eingesetzten Platte aus MDF (Mitteldichte (Holz)Faserplatte, homogener Werkstoff aus feinsten Holzfasern, der nur sehr gering arbeitet und somit Formstabil ist). Diese Konstruktion und die eingesetzten Materialien haben den Vorteil, dass die Arbeitsfläche sehr eben und gerade ist und dies auch auf lange Sicht bleibt.
Deswegen führe ich alle meine Montagearbeiten auf diesem Tisch aus. Hergestelltes Leimholz wird plan, Tische, Stühle oder sonstiges sind, wenn sie auf der Platte fest gespannt oder darauf ausgerichtet werden, nach dem trocknen gerade.



So das waren einmal ein paar Gedanken zu Werkbänken im allgemeinen und den beiden Varianten für die Holzwerkstatt im besonderen.
Falls Ihr Fragen habt oder Eure Variante vorstellen wollt, nutzt einfach die Kommentarfunktion.

Kommentare:

  1. Hi Micha,
    deinen Gedankengang zu dem Thema finde ich sehr interessant und aufschlussreich.
    Der Platz spielt sicherlich bei vielen Heimwerkern eine wichtige Rolle, ebenso wie die Kosten, die schnell nach oben gehen können. Wenn man(n)/frau sich mit dem Thema Werkbank länger beschäftigt und gut durchplant kann man sicherlich kostengünstig gute Werkbänke selber bauen. Dazu ist aber schon in den meisten Fällen ausreichendes Werkzeug notwendig.
    Mit meinem MFT/3 bin ich glücklich, u.a. weil er im Gegensatz zu massiveren Werkbänken verhältnismäßig leicht und somit recht einfach im Raum zu verstellen ist. Aber für Arbeiten mit Hobeln, Stemmeisen etc. würde ich mir öfter eine massivere Variante wünschen. Und dann komme ich schnell wieder zum Platzproblem.
    Schönen Gruß,
    Dominik

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  2. Hallo Micha, mal wieder hast Du ein Thema veröffentlicht, zu dem ich mir gerade Gedanken mache.:-). Danke. Und wie immer toll beschrieben. Schönen Gruß Hardy

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    1. Hallo Hardy,

      freut mich wenn meine Beiträge helfen können und wenn es dann noch zeitlich gerade passt, noch besser.

      Grüße

      Michael

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  3. Ich finde auch das jede Werkbank das Herzstück der Werkstatt ist und entsprechend soll sie ausgesatttet und gestaltet sein.

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