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Freitag, 12. September 2014

Projektvorstellung: Reparatur einer Hobelbank Vorderzange

Holz und Stahl verträgt sich nicht immer.

Ich hatte "nur mal kurz" zum Gegenhalten eine Mutter in die Vorderzange gespannt und das Ergebnis sah dann so aus:













Wobei ich auch zugeben muss, die Stelle war schon vorher vermackt, es war ja nicht das erste mal. Ich muss mich bei Gelegenheit um Schutzbacken für solche Arbeiten kümmern.

Vorteil von Holz ist ja, solche Schadstellen lassen sich relativ einfach wieder instand setzen.Einfach nur die Stelle flicken wollte ich nicht, sondern die komplette Länge der Vorderzange erneuern.

Als Material habe ich Hainbuche ausgewählt, diese ist noch ein Tick härter als Rotbuche oder Eiche und wird auch gerne als Material für Hobelsohlen verwendet. Wegen ihrer Härte trägt die Hainbuche auch den Spitznahmen Eisenbaum

Ich habe die Kantel auf einer Seite auf der ADH abgerichtet und gefügt. 
Mit sauber eingestellten und scharfen Messern erzeugt auch die alte und einfach aufgebaute HC 260 eine einwandfreie und saubere Oberfläche.










Für den nötigen Platz um die Neuteile einzubauen, sorgte die Oberfräse mit 20mm Nutfräser. Frästiefe war 20mm und die Breite 10mm.












Gefräst habe ich in drei Durchgängen. Um den Anfang besser erkennen zu können, kam ein Streifen blauen Klebebandes zum Einsatz.












Der Falz ist drin.















Da das Stück welches in die Hobelbankplatte kommt nicht durchgängig ist, musste das Ende des gefrästen Falzes und das Holzstück aufeinander angepasst werden, damit es später keine unschöne Lücke gibt.
Eine Möglichkeit wäre, das Ende das Falzes per Stemmeisen rechtwinklig auszustemmen ...

... oder so wie ich es gemacht habe, an das Holzstück einen entsprechenden Radius anzufräsen. Das wären bei einem 20mm Nutfräser ein Radius von 10mm.












Anprobe und es passt genau.















Mit etlichen Zwingen habe ich, nach dem groben Zuschnitt der Leiste, diese eingeleimt und über Nacht aushärten lassen.













Den Überstand auf der Plattenoberseite habe ich per Hand mit dem kleinen SBUS bündig gehobelt.













Für die Vorderkante kam ein langer Bündigfräser mit 12mm Schaft zum Einsatz.













Ecke noch abgesägt und fertig soweit.







 







Die Vorderzange habe ich im Prinzip genauso instand gesetzt. Falz fräsen, Leiste einleimen, Leiste bündig hobeln/fräsen und fertig.
















Noch zwei Schichten Leinölfirnis auf die "Flickstellen" ...












... und fast wie neu.







Kommentare:

  1. Hallo Micha,
    Schaut gut aus.
    Hast du die Kanten nachher gerundet oder angeschrägt ?
    Gruß
    Patrick

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    1. Moin Patrick,

      nur paar Züge mit dem Blockhobel, um die Teile dem Rest anzugleichen.

      Grüße

      Micha

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  2. Hallo,

    sehr guter Blogeintrag - genau richtig viel Text, um die Sache und Vorgehensweise zu beschreiben, aber auch sehr gute beschreibende Fotos dazu. Vor allem mal etwas, was ich in anderen Blogs so noch nicht gesehen habe. Ich habe hier noch eine Kiste Hainbuche herumstehen, die ich mal irgendwo bestellt habe. Wusste bisher nicht, was ich damit anfangen soll, aber das ist eine tolle Idee, meine Hobelbank hat auch schon das eine oder andere mitgemacht. Ich weiß allerdings nicht, wo man Leinölfirnis kaufen (hab ich bisher nie gebraucht, will es aber mal ausprobieren) kann, beim obigen Link Natural-Farben finde ich keins im Shop. Muss ich mal woanders suchen.

    Grüße

    Peter

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    1. Hallo Peter,

      danke.
      Du musst ja nicht unbedingt Leinölfirnis nehmen. Es geht auch ein Hartöl oder sonst ein Möbel oder Fußbodenöl. Für Werkstattmöbel eignen sich auch sehr gut irgendwelche Reste, die für ein Möbel für den Wohnbereich zu wenig sind.
      Ich nehme für die Werkstatt Leinölfirnis, weil ich davon noch einen Kanister habe, wenn der leer ist, nehme ich was anderes. Bekommst Du übrigens in jedem Baumarkt.

      Grüße

      Michael

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