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Mittwoch, 25. Februar 2015

Tipp: Den Rechten Winkel messen



Quadratisch, praktisch, gut.
Das gilt auch teilweise bei uns Holzwerkern. Heißt jetzt nicht, dass Werkstücke vier gleich lange Seiten haben müssen, aber der Rechte Winkel ist mit das wichtigste.
Korpen werden meist rechtwinklig gebaut, Regale, Tische, …. und selbst wenn sie das nicht werden, gibt es doch so gut wie bei jedem Möbel, Werkstücke die min. einen rechten Winkel aufweisen.
Je genauer diese 90° eingehalten werden, umso passgenauer wird später das fertige Stück.

Im Woodworker Forum hab ich folgendes gelesen: 
Der Preuße sagt: "Ein rechter Winkel hat immer genau 90 Grad!"
Der Rheinländer sagt: "Un watt is, wennet net passt?"

Die wohl gängigste Methode einen 90° Winkel zu überprüfen, ist die Verwendung eines entsprechend der Werkstückgröße ausgewähltem Schreinerwinkel.
Damit lässt sich recht genau ein Werkstück, bzw. eine Ecke kontrollieren.

 















Manch einer besitzt aber keinen größeren Winkel, kleinere Bauteile kontrollieren ist damit kein Problem, bei größeren ist das Ergebnis nicht so aussagekräftig. Man kann zwar direkt die Ecke kontrollieren, aber eine Kontrolle über einen Großteil der Kante ist nicht möglich.

 















In den Fällen kann aber einer der alten Griechen helfen und zwar Pythagoras von Samos mit seinem berühmten Satz  
a2 + b2 = c2 am rechtwinkligen Dreieck.
Er besagt, dass in allen ebenen rechtwinkligen Dreiecken die Summe der Flächeninhalte der Kathetenquadrate gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenquadrates ist.
Jetzt muss aber niemand  zum Taschenrechner greifen und Wurzel ziehen, sondern es geht ganz einfach mit den Zahlen 3, 4 und 5.
An einer Kante wird eine Markierung z.B. 30cm von der zu prüfenden Ecke gesetzt, ...














... an der anderen Kante eine Markierung bei  40cm. 














 Misst man jetzt diagonal den Abstand zwischen den beiden Markierungen, muss dieser genau 50cm betragen, dann stehen die beiden Seiten absolut rechtwinklig zueinander.












Ist der Wert kleiner 50cm, ist der Winkel zu spitz, wenn größer wie 50cm, dann ist er über 90°.

Es gehen natürlich auch Werte wie , 60, 80 und 100cm oder auch 15, 20 und 25cm.














Eine Variante um eine rechteckige Platte im Gesamten zu überprüfen, ist das Stichmaß.

Das geht am einfachsten mit einem Maßband.














Super easy ist es, wenn man ein Modell hat, was solch einen doppelten Haken besitzt. Den hakt man einfach in der Ecke ein und muss sich (fast) keine Gedanken machen, ob das Band nun mittig sitzt oder nicht











Bei der Kontrolle des Stichmaßes, wird jeweils der Abstand der beiden diagonal gegenüberliegenden Ecken gemessen.


Sind die beiden gemessenen Werte genau gleich, ist die Platte exakt rechtwinklig.
Gibt es eine Differenz, ist mindestens eine Ecke aus dem Winkel.
Leider gibt diese Methode keinen Anhaltspunkt, an welcher Ecke denn nun der Fehler liegt. Daher ist sie eher als abschließende Kontrolle geeignet oder wenn es darum geht, zu Kontrollieren ob ein Korpus beim Verleimen im rechten Winkel ist.


Mit diesen drei Methoden sollte es jedem möglich sein, Platten auf Rechtwinkligkeit zu kontrollieren.


Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    ich finde es schön, dass Du dies hier vorstellst.
    Oft sind Deine Themen für mich eine kleine Erinnerungshilfe.
    Diese Vorgehensweise hatte ich fast vergessen, da ich immer einen Winkel anlege.

    Gruß
    Volker

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  2. Hallo Micha, verrätst Du uns noch den Hersteller von dem tollen Maßband? Gruß Hardy

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    1. Hallo Hardy,

      das ist ein Talmeter von Hultafors.

      Grüße
      Michael

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