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Freitag, 30. Januar 2015

Werkzeugvorstellung: Festool Kapex KS 120 EB

Die vorgestellten Maschinen wurde mir von Festool zur Verfügung gestellt.


Braucht man in der Holzwerkstatt eine Kapp-Zugsäge?
Gute Frage. Wer genügend Platz und eine Tischkreissäge mit Schiebeschlitten hat, kann darauf verzichten. Das Ablängen per Kappsäge geht zwar schneller als per TKS, aber auf letzterer ist es genauso problemlos möglich.

Anders sieht es aus, wenn die Werkstatt recht beengt ist. 
Bis jetzt habe ich so gut wie alle Sägearbeiten auf meiner TKS einer Precisio CS 70 erledigt. Das funktioniert auch soweit die Werkstücke bestimmte Maße nicht überschritten, sonst musste ich zum Kappen immer die TKS um 90° gedreht in den Raum stellen.
Weiter bekomme ich öfters Anfragen, ob eine TKS zwingend notwendig ist oder ob man, wenn man einen Zuschnitttisch + eine Kapp-Zugsäge anschafft auf diese verzichten kann.
Um diese Frage nicht immer nur theoretisch beantworten zu müssen, habe ich mich um ein "Versuchsobjekt" gekümmert.

Dabei handelt es sich um eine Festool Kapex KS 120 EB, die einzige Kapp-Zugsäge, die ich auch wirklich unterbingen kann, aber dazu später mehr.









Diese möchte ich nun in diesem Artikel etwas näher vorstellen.
Aufgrund der vielen Funktionen ist der Artikel recht umfangreich geworden und an einigen Stellen habe ich den Text mit kleinen Videos ergänzt.
Wem der Artikel zu lang ist, einfach zwischendurch ne Kaffeepause machen. :)

Technische Daten 

Leistungsaufnahme 1600 W
Leerlaufdrehzahl 1400-3400 min-1
Sägeblatt-Ø 260 mm
Schnitttiefe 90°/90° 305 x 88 mm
Schnitttiefe 45°/90° 215 x 88 mm
Sonderschnitttiefe 90°/90° 60 x 120 mm
Kranzprofil Diagonalschnitt bei 45°/90° 168 mm
Neigungswinkel 47/47 °
Abmessungen (BxTxH) 713 x 500 x 470 mm
Anschluss Staubabsaugung Ø 27/36 mm
Gewicht 21,5 kg
Sonderschnitttiefe 45°/90° (links) 40 x 120 mm
Sonderschnitttiefe 45°/90° 20 x 120 mm
Schnitttiefe 50°/90° (links) 196 x 88 mm
Schnitttiefe 60°/90° (rechts) 152 x 88 mm
Schnitttiefe 45°/45° (links) 215 x 55 mm
Schnitttiefe 45°/45° (rechts) 215 x 35 mm
Kranzprofil Diagonalschnitt bei 90°/90° 168 mm
Gehrungswinkel 50/60 °
Arbeitshöhe 900 mm


Quelle: Festool



In der Typenbezeichung steht das E für die elektronische Motorregelung mit Sanftanlauf und Konstantelektronik  und das B für die elektrische Bremse.




Aufbewahrung

Wirklich aufbewahrt wird die Kapex nicht. Handelt es sich bei ihr ja um ein Stationärgerät und in einen Systainer passt sie auch nicht. Trotzdem möchte ich diesen Punkt ansprechen, da es gerade dieser ist, der es mir erst ermöglichte eine Kapp-Zugsäge überhaupt unterzubringen.

Ich meine damit die recht kompakten Abmessungen, die es mir ermöglichen, solch ein Gerät dauerhaft aufgebaut in der Werkstatt stehen zu lassen.












Verdanken tut die Kapex das vorallem, ihrer speziellen Lagerung der Motoreinheit. Dadurch wird es möglich die Kapex bis auf wenige Millimeter dicht an eine Wand zustellen und trotzdem lässt sie sich noch weiterhin schwenken.

















Soll die Maschine bei längerem Nichtgebrauch weggeräumt werden oder wird sie auf der Baustelle eingesetzt, lässt sie sich für die Lagerung/Transport auch sehr platzsparend "zusammen falten". Sie ragt dann nur an zwei Stellen über ihre eigentliche Standfläche hinaus.










Solch eine kompakte Maschine mit trotzdem relativ großer Schnittkapazität findet man sonst mal eben nicht so leicht.

Kabel und Bedienwerkzeug finden an der Rückseite ihren Platz ...














... und für den Transport gibt es drei bequeme Griffmulden, mit diesen ist es kein Problem, die knapp 21kg zu tragen.





Konstruktion

Das Herz der Kapex ist ein 1600W Universalmotor mit MMC Elektronik.
Für eine möglichst kompakte Bauweise sitzt dieser senkrecht zur Sägeblattachse an der rechten Seite.

Auf der Oberseite des Motor befindet sich der 6-stufige Drehregler für die Sägeblattdrehzahl (1400-3400 UpM) und dahinter der Drucktaster für den Doppellinienlaser.












Für Materialgerechte Schnitte, sollte je nach Werkstoff, die Drehzahl angepasst werden. 

Um dieses zu erleichtern, ist seitlich auf dem Motorgehäuse eine Tabelle mit entsprechenden Werten aufgedruckt, diese ist auch mit einem Farbcode für das richtige Sägeblatt versehen. Diese Farben findet man auch auf den unterschiedlichen Sägeblättern wieder und so ist das richtige Blatt für den aktuellen Einsatzzweck schnell gefunden.









Der Flansch der KS 120 EB besitzt neben dem eigentlichen fixieren des Sägeblattes noch eine Sicherheitsfunktion.

Anders wie sonst üblich verfügt er über Kontaktflächen aus einem speziellen Material, ähnlich dem Bremsbelag einer Bremse am Auto.












Zusammen mit der Tellerfeder im Gegenflansch entsteht eine Rutschkupplung, die bei einem abrupten Abbremsen des Sägeblattes ein blockieren der Welle und des Motors verhindern soll (Ähnliches hat auch die TS 75).











Das muss man auch beim Anziehen der Schraube bedenken, anders wie bei konventionellen Flanschen ist der Weg bis Schraube fest länger.

Das absolut geniale an der Kapex, ohne jetzt übertrieben klingen zu wollen, ist die Anordnung der beiden Zugstreben am Schwenkarm.
Bei so gut wie allen Kapp-Zugsägen sind die Streben am Motor befestigt und die Lagerung im Schwenkarm untergebracht. Wird der Motor nun nach hinten geschoben, brauchen die Streben auf der Rückseite Platz. So ist es keine Seltenheit, dass diese Sägen über 70cm an Tiefe + Bewegungsraum hinter ihr benötigen.

Festool ist bei der Kapex einen anderen Weg gegangen und hat die Streben am Schwenkarm befestigt und die drei Linearlager am Sägeaggregat. 












Der Vorteil liegt klar auf der Hand, die Tiefe der Säge ändert sich nicht und sie kann direkt an eine Wand gestellt und trotzdem voll genutzt werden.

Alles in allem ist durch diese Konstruktion eine sehr kompakte Maschine mit trotzdem mehr als ausreichenden Schneidleistungen von 305x88mm bzw. 60x120mm herausgekommen.











Nicht nur bei den Abmessungen, auch bei dem Gewicht, ist die Kapex auf das notwendigste reduziert. Der Einsatz von Polyamid an den Stellen wo auf Metall verzichtet werden konnte und ein dünnwandiges aber stark verripptes Grundgestell, sorgen für ein Einsatzgewicht von unter 22kg.

 














Trotzdem macht die Kapex an keiner Stelle einen labilen Eindruck und auch die Zugfunktion lässt sich nur mit hohem Kraftaufwand verwinden.

Grundgestell, Tisch, Schwenkarm, Motorhalter und die beiden Anschläge sind aus einer Magnesiumlegierung. 
Letztere sind für eine hohe Präzision zusätzlich noch spanabhebend geplant.











Je nach Schwenkwinkel oder Werkstücklänge können die beiden Anschläge werkzeuglos verschoben werden.

Zum Klemmen dient ein Exzenterhebel auf der Rückweite (Wie immer bei Festool, alles was grün ist, ist für die Bedienung da).













Um zu verhindern, dass die Anschläge komplett aus der Führung gezogen werden, dienen zwei kleine Inbusschrauben. Falls die Anschläge dennoch demontiert werden sollen, können die Schrauben einfach soweit herein gedreht werden, bis die Anschläge über diese drüber passen.










Genau wie die Anschlagbacken, sind auch deren Führungen maschinell nachgearbeitet worden und nicht einfach nur gegossen.













Eine Überprüfung der Anschläge mit dem Stahlineal zeigte eine hohe Genauigkeit.














Sowohl der Anschlag ...









... als auch die beiden Backen sind absolut in einer Ebene.







Und auch der Winkel zum Tisch stimmt genau.


















Einen Wehrmutstropfen gibt es allerdings, bei meinem Exemplar ist der Tisch leicht konkav und fällt von den Kanten zur Mitte hin um ungefähr 0,5mm ab.












Da ich schon bei dem Punkt Genauigkeit bin, mache ich mit den Schnittwinkeln weiter.

Der Schwenkarm ist absolut 100%ig genau justiert.
Das gilt nicht nur für den 90° Winkel. Auch die 45° Anschläge und irgendwelche freien Skalenwerte stimmen auf den Punkt.
Auch ein Test per 5-Schnittmethode zeigte keine Abweichung.
So soll das sein!










Auch den Tisch habe ich mittels 5-Schnittmethode überprüft. Da es an einer Kappsäge keinen weichen Anschläge wie z.B. bei Montagekreissägen gibt, ist der Einsatz dieser Testmethode auch recht sinnvoll, da sie Informationen liefert, die per Schreinerwinkel nicht möglich sind. 










Über den Sinn oder Unsinn einer solch genauen Prüfmethode kann man sich streiten. 
Ich denke, wenn per Schreinerwinkel keine Abweichung sichtbar ist, reicht das. Im anderen Teil, wer viele Winkelschnitte mit seiner Kappsäge erledigt, die sich später auch wieder genau treffen müssen, für den ist vielleicht eine höhere Genauigkeit sinnvoll.

Zurück zur Kapex, per 300mm Starrett Kombiwinkel konnte ich keinen Winkelfehler feststellen. Von daher würde ich der Kapex, eine ab Werk genügend genaue Justierung bescheinigen.


Die 5-Schnittmethode zeigte dann auf eine Länge von 1m hoch gerechtet eine Abweichung von 0,24mm.














Gut ich war gerade dabei und da die Justierung sehr einfach vonstatten geht, habe ich den Tisch noch genauer justiert.













Drei Durchgänge später, hatte ich auf einer Länge von knapp 200mm keine messbare Abweichung. Keine messbare Abweichung geteilt durch vier ist noch weniger wie messbar und das ganze hochgerechnet auf 1m, finde ich nun aber völlig vernachlässigbar.










Die Winkel lassen sich übrigens sehr einfach an der Kapex ablesen.

Die Skala am Tisch besteht aus verschleißfestem Edelstahl (so bleiben auch die Rastungen für sehr lange Zeit absolut präzise, anders als bei den Modellen, wo dieses wichtige Teil aus Kunststoff besteht) mit tief geätzten Skalen.




Der Zeiger lässt sich ebenfalls justieren und bietet noch eine Ablesung auf 0,5°.














Der Schwenkarm verfügt über zwei Skalen, jeweils links und rechts ist eine angebracht  und beide lassen sich auch aus größerer Entfernung dank der großen Ziffern und grünen Zeigern (ebenfalls justierbar) einfach und genau ablesen.




Wie bei so gut wie allen Maschinen, die Späne produzieren, legt auch Festool bei der Kapex großen Wert auf eine gute Absaugung und damit eine saubere Arbeitsumgebung.

Der drehbare Anschluß für ein Absaugmobil befindet sich auf der Oberseite der Maschine und kann sowohl 27mm als auch 36mm Muffen aufnehmen. Mit einem 36mm Schlauch ist das Absaugergebnis natürlich besser als mit einem dünneren 27er.











Damit die Späne gar nicht erst die Möglichkeit haben, sich in der Gegend zu verteilen, dafür sorgt die direkt hinter dem Sägeblatt angebrachte Schürze aus weichem Gummi.












Durch das weiche Material ist erst eine so nahe Position am Sägeblatt möglich, stößt die Schürze gegen Werkstück oder Anschläge gibt sie einfach nach. Anders hätte sie viel weiter hinten angebracht werden müssen, was den Wirkungsgrad der Absaugung deutlich verschlechtert hätte.

Hier ein kleines Video in dem man erkennen kann, wie die Späne direkt in die Schürze befördert werden. Für eine Kappsäge ist die Absaugung schon beachtlich gut.





Eigentlich hat der Doppellinienlaser es nicht verdient, dass ich ihn erst am Ende der Konstruktion erwähne.

Ist er doch eines der Highlights der KS 120 EB.














Ein einzelner Laser an einer Kappsäge ist mittlerweile nichts besonders mehr. 

Die Kapex verfügt aber über deren zwei. 














Einen links vom Schnitt und den anderen auf der rechten Seite.














Aktiviert werden sie durch einen Druck auf den schon weiter oben gezeigten Druckknopf. Einmal drücken und die Laser leuchten für eine halbe Stunde und gehen danach automatisch aus, außer man betätigt den Knopf vorher erneut, dann erlöschen sie sofort.
Die Laser waren ab Werk schon recht ordentlich eingestellt, für den Möbelbau, bzw. für meinen Geschmack aber nicht genau genug.


Die Einstellung erfolgt durch je drei Inbusschrauben an linken Seite des Gehäuses und ist in der BDA beschrieben.













Und da bin ich auch bei einem deutlichen Kritikpunkt. Also Festool, das gehört sich nicht, bei einem Gerät dieser Preisklasse, dass man da ne Folie durchstechen muss und hinterher in dieser Löcher hat. Da hätte man doch sicher ne Klappe oder kleine Stopfen einbauen können. Also wirklich!

Die Justierung ist ein wenig fummelig, da sich die Einstellungen, wenn auch nur gering gegenseitig beeinflussen, wenn man dann noch ein Ergebnis auf den Punkt haben will, braucht man da einiges an Geduld.

Mittlerweile habe ich die Laser aber soweit justiert, dass ein mitte Laserlinie aufgelegter Anriss halbiert wird.













Hier noch ein kleiner Videoversuch dazu, die Kameratechnik setzt da allerdings Grenzen.















Ab und an sollte man die Laser, bzw. deren Schutzscheibe reinigen und von Staub befreien.

Das geht ganz einfach, auf der rechten Seite eine kleine Schraube etwas lösen, die Scheibe nach unten entnehmen, reinigen und alles wieder retour.













Bedienung

Kommen wir nun zur Bedienung der Kapex und dem wohl wichtigsten Teil. Dem Ein/Auschalter.
Dieser sitzt zusammen mit dem Entriegelungsknopf am Pistolengriff der Maschine.

Das Design des Griffes schreckt vielleicht zuerst ab, ist es für eine Kappsäge doch eher ungewohnt. Aber wenn man ihn mal genutzt hat, ist die Form wie selbstverständlich und ähnlich einer Handsäge.











Erwähnenswert und für mich nicht unwichtig ist noch, dass sich die Maschine durch den senkrechten Griff sowohl mit der rechten, als auch mit der linken Hand uneingeschränkt bedienen lässt.

Zum Starten der Maschine müssen erst die beiden Sicherungssperren überwunden werden, das zeige ich gleich noch in einem kleinen Video.
Als erstes wird der Ein/Austaster eingedrückt und die Sperre der Sägekopfes wird aufgehoben. Noch ist der Taster aber soweit blockiert, dass der Motor nicht gestartet werden kann, dafür muss als nächstes der grüne Knopf auf der Oberseite eingedrückt werden. Nun kann der Ein/Ausschalter komplett eingedrückt und die Säge gestartet werden. Anfangs etwas ungewohnt, aber sehr sicher. Einige Male bedient und der Ablauf ist logisch und läuft wie automatisch ab.

Hinter den beiden Bedienelementen sitzt der sogenannte FastFix Drehknopf für den Sägeblattwechsel.

Dieser wird eingedrückt und dann etwa 1/4 Umdrehung nach Rechts gedreht. In dieser Stellung, blockiert er die Motorwelle und den Ein/Austaster. Gleichzeitig springt er etwas aus dem Gehäuse der Kapex sicht- und fühlbar heraus.











Für alle die, denen die Funktion unbekannt ist, kann der Knopf auch als Bediensperre dienen. FastFix aktivieren und die Säge ist gesperrt und lässt sich nicht nutzen. Sehr praktisch auf der Baustelle, wo vielleicht jeder mal eben nur kurz was sägen will.

Hier nun das Video zum Starten der Kapex und des FastFix Knopfes:





Zum Sägeblattwechsel wird die Inbusschraube in Richtung des Sägeblattlaufes gelöst. Hat also Linksgewinde. Logisch, sonst könnte sie sich während des Betriebs lösen.





Hier die beiden Bedienelemente für den Transport der Säge.

Da wäre einmal, die Knebelschraube, um die Zugfunktion zu fixieren oder auch um aus der Kapex eine einfache Kappsäge zu machen ...












... und den grünen Stift um die Motoreinheit in unterster Position zu arretieren.
Dazu wird die Einheit nach unten geschwenkt und der Stift herein gedrückt. Zum lösen einfach retour.











Oben auf dem Schwenkarm sitzt auch die Einstellung für die Schnittiefenbegrenzung.














Zusammen mit der Zugfunktion lassen sich so auf der Kapex sehr einfach Falze oder Überplattungen herstellen.

Dazu wird der Hebel einfach nach vorne geschwenkt und durch drehen am selbigen, die Schnitttiefe eingestellt. Ist man mit der Aufgabe fertig, einfach den Hebel wieder zurückschwenken und die Begrenzung ist aufgehoben, aber immer noch "gespeichert".











Unverständlich erklärt?

Kein Problem, hier ein Video:
















Ich kenne keine andere Kapp-Zugsäge, wo sich diese Funktion so einfach bedienen lässt. Bei vielen kommen irgendwelche Schrauben, Muttern und Hebel zum Einsatz oder die Einstellung muss sogar noch gekontert werden. Bei der KS 120 EB ist das wirklich sehr durchdacht gelöst.


Als nächsten Bedienpunkt hätten wir dann die Schwenkverrieglung des Tisches. Der Gehrungswinkel kann in einem Bereich von -50 bis +60° eingestellt werden.

Diese ist an der Front der Maschine untergebracht.
Wird der Hebel nach unten gedrückt, arretiert er die Winkelverstellung und der eingestellte Winkel ist fix. Zieht man ihn wieder nach oben, ist die Verstellung gelöst und der Winkel kann geändert werden.










Da der Tisch bei wichtigen Winkeln wie 0, 15, 22,5, 30, 45° einrastet, muss diese Rastung noch gelöst werden.

Dazu drückt man den Knopf oberhalb des Verrieglungshebels nach unten.














Dieser Knopf ist gefedert, lässt man ihn los, rastet er bei der nächsten Raststellung selbsttätig wieder ein.

Für Schifterschnitte lässt sich bei der Kapex natürlich nicht nur das Sägeaggregat drehen, sondern auch schwenken.

Zum Ver- und Entriegeln dient diese Kunststoffklappe, die verriegelt auch noch den Wahlschalter für die Winkelverstellung schützt.












Dieser Wahlschalter kann sobald die Verrieglung geöffnet wurde frei gedreht werden, rastet aber bei den drei möglichen Funktionen ein. 












  • Möglichkeit 1: 0-45° Sowohl ein senkrechter als auch ein 45° Endanschlag.
  • Möglichkeit 2: -45-45° Der Motor kann jeweils nach links oder rechts bis zum 45° Endanschlag geschwenkt werden.
  • Möglichkeit 3: -47-47° Die 45° Endanschläge sind deaktiviert und Hinterschnitte sind möglich.

Der Pin für den Endanschlag ist mit einer Feder belastet. Er blockiert im Normalfall zuverlässig in den Endstellungen. Wird die Kraft durch einen Stoß oder sonstiges allerdings zu groß, rutscht er über und es kommt zu keiner Beschädigung oder einem unwissentlichen Verstellen der Endanschläge.

Wie man die Winkelverstellung bedient und was die einzelnen Stellungen bewirken, zeige ich in diesem Video.















In dem rechten  Führungsrohr ist bei der KS 120 EB noch eine Winkelfeineinstellung untergebracht. Durch drehen des Kopfes lasst sich über ein Zahnradsystem die Motoreinheit sehr gefühlvoll und auf feinste verstellen.











Und auch dazu gibt es ein kleines Video.
















Als Besonderheit verfügt die Kapey 120 noch über eine "Sonderkappstellung".

In dieser können Werkstücke bis zu 60x120mm (BxH) oder Kranzprofile in "original Wandlage"bis zu einer Diagonale von 168mm gesägt werden.
Für solche Schnitthöhen sind bei anderen Maschinen wesentlich größere Sägeblätter und Gesamtkonstruktionen notwendig.










Um die Sonderkappstellung zu aktivieren, wird die Motoreinheit etwas nach vorne gezogen, der hintere linke Hebel nach vorne geklappt ...












...und die Einheit wieder zurück geschoben bis sie einrastet. 














Die Position auf den Zugsäulen ist nun arretiert und das Sägeblatt lässt sich ebenfalls tiefer eintauchen.

Zum Deaktivieren, wird der vordere grüne Knopf nach unten gedrückt.














Auch dazu habe ich ein kleines Video gedreht, was die Bedienung verdeutlicht.














Wer genau hinsieht, erkennt dass ein Teil des Gehäuses hinter dem Sägeblatt noch oben klappt, wenn das Werkstück dagegen stößt. 
So wird im normalen Betrieb die Absaugung verbessert, da möglichst viel vom Sägeblatt umschlossen ist, für die Sonderschnitte ist aber trotzdem genügend Platz vorhanden.


Zum Schluß komme ich noch auf die beiden Zubehörteile der Kapex.

Da wäre zum einen die Werkstückklemme mit Schnellverstellung.














Diese kann jeweils links oder rechts am Tisch angebracht werden.
 
Das funktioniert werkzeuglos. Die Klemme wird mit dem Kopf nach hinten weisend eingesteckt, über den Tisch geschwenkt und ist fixiert.



















Auch das Klemmen eines Werkstückes funktioniert sehr einfach.
Druckplatte absenken, grünen Hebel nach hinten schwenken und fest.


Einen kleinen Kritikpunkt habe ich aber an der Klemme. Und zwar hinterlässt die Klemmfunktion auf der Stahlstange der Druckplatte mit der Zeit deutliche Einkerbungen. Diese beeinträchtigen zwar nicht die Funktion, aber möglich dass die Verstellung mit der Zeit hakelig wird. Das gleiche kann man auch bei den Spannelementen für den MFT beobachten.


Das zweite Zubehörteil ist die Winkelschmiege.














Bei Nichtgebrauch findet sie im linken Fuß einen Aufbewahrungsort.














Die Winkelschmiege arbeitet vom Prinzip ähnlich wie der Multifix von Nobex und bietet sich für alle Arbeiten an, bei denen irgendwelche Leisten auf Gehrung für Wände oder Decken zugeschnitten werden müssen.

In den wenigstens Fällen sind diese Zimmerwände genau im rechten Winkel gemauert und so sind perfekt dichte Gehrungen eine Sache für sich. Normalerweise müßte man den Winkel nun per Schmiege oder Winkelmesser abgreifen, den ermittelten Wert halbieren, an der Kappsäge laut Skala einstellen, sehr einfach bei 44,6345°, sägen, ggf. nachbessern, usw.

Mit der Winkelschmiege geht das deutlich einfacher.

Es können sowohl Außen- ...















... als auch Innenwinkel abgenommen werden.














Die Winkelschmiege wird mit dem grünen Drehknopf geklemmt ...














... und dann auf den Tisch der Kapex gelegt.















Per Doppellinienlaser wird nun der Schnittwinkel genau auf die Mittenmarkierung (welche die Winkelhalbierende des abgegriffenen Winkels darstellt) ausgerichtet, der Zahlenwert ist dabei völlig egal und der nachfolgende Schnitt sitzt.











In der Holzwerkstatt bracht man diese Funktion zwar eher selten, aber im Bereich Fußboden, Renovierung, etc. ist das Arbeiten mit der Winkelschmiege deutlich zeitsparender und genauer, als der Umgang mit Schmiege, Taschenrechner und Skala.



Fazit


Der Punkt ist schwer, nicht weil die Kapex so schlecht ist, nein viel eher, weil sie so gut ist und mir nur Kleinigkeiten einfallen, die man verbessern könnte.

Ich fange mal mit den Punkten an, die mir nicht so gefallen haben, da wäre zum einen der leicht konkave Tisch, wobei 0,5mm nicht wirklich viel ist und ich in der Praxis keine Beeinträchtigung feststellen konnte (aber da kommt wieder der Perfektionist in mir zum Vorschein). Der nächste Punkt sind die genannten Macken in der Werkstückklemme, sowie aber das ist sehr subjektiv, die Position des Schalters für den Laser. Ich schalte den öfters ein und aus und da würde es mir besser  gefallen, wenn er sich an der Front der Säge befinden würde und ich nicht hinten nach im tasten müsste.
Und nicht zu vergessen, die hässlichen Löcher in der Säge, nachdem man die beiden Laser justiert hat. Nee nee, sehr unschöne Sache.


Jetzt aber zu den Positiven Punkten. 
Da steht für mich ganz vorne, die sehr hohe erzielbare Genauigkeit. Nicht nur dass ein Kappschnitt durch die steife Konstruktion auch bei Hartholz wie Hainbuche absolut gerade ist, nein auch, dass man sich 100% auf die Skalen verlassen kann. Stelle ich 21° Grad ein, sind es auch genau 21°.
Weiter hat mir die schon ab Werk sehr sauber ausgeführte Justierung gefallen und die Möglichkeit auch alle wichtigen Punkte, bei Bedarf selbst nachstellen zu können. Diese Punkte werden nicht verheimlicht, sondern sind, wenn auch recht kurz, in der Anleitung erwähnt.
Für mich als Linkshänder erfreut auch die beidhändig nutzbare Griffposition. Ich komme zwar auch ohne Probleme mit eher "rechten" Werkzeugen klar, aber manchmal ist es schon bequemer mit der eigentlichen Haupthand arbeiten zu können.

Leistung hat die Kapex ebenfalls mehr als genug. In den Videos habe ich dicke Hainbuche (das härteste heimische Holz) bearbeitet und es stellte für die KS 120 EB keinerlei Problem da. Dazu kommen noch die Annehmlichkeiten der Elektronik. Die Regelung arbeitet unauffällig im Hintergrund, aber über den Sanftanlauf und die Schnellbremse kann man sich bei jeder Nutzung freuen. Die Kappsäge die ich Anfangs mal hatte, wollte bei jedem Starten zuerst lieber vom Tisch springen, als zu sägen, das passiert mit der Kapex nicht. Auch die Bremse ist sehr praktisch, da man ja am besten warten sollte, bis das Sägeblatt steht, bevor man aus dem Werkstück auftaucht.

Das sind dann so Annehmlichkeiten, die das Arbeiten erleichtern. 
Das gleiche gilt für den Doppellinienlaser, der nicht nur eine "Schätzhilfe" ist, sondern es sich wirklich genau mit ihm arbeiten lässt.

Als letzten Punkt, möchte ich nochmal die kompakte Bauform anführen. Eine andere Kapp-Zugsäge wie die Kapex könnte ich gar nicht dauerhaft in meiner Werkstatt stehen lassen, da sie einfach zu tief bauen, durch die "falsch rum" montierten Zugstreben, ist das aber bei der Festool kein Problem.

Zum Schluß noch ein Wort zu der Schnittqualität. Da gibt es ja immer mal wieder böse Stimmen, die behaupten, wenn ein Getriebe bei einer Säge mit ihm Spiel ist, eiert das Sägeblatt und es kann kein sauberer Schnitt entstehen.
Ich habe jetzt schon einiges mit der Kapex KS 120 EB gesägt und kann die Punkte NICHT bestätigen, am Sägeblatt wackelt nichts und das Ergebnis seht ihr ja selbst.

Gut Ihr lieben Leute, dann schaut euch einfach mal dieses Stück Holz an, gesägt mit dem 60WZ Universalblatt. 



Weitere Worte kann ich mir dazu ja sparen.

Und auch solche dünnen Scheibchen (unter 1mm) sind kein Problem.













Da fällt mir ein, ich habe ja noch ein letztes Video, völlig vergessen es in den Artikel einzubauen.


Es zeigt nichts anderes, als wie man richtig mit einer Kapp-Zugsäge arbeitet. Sprich, den Motor SCHIEBEN und nicht durchs Werkstück ziehen (auch wenn der Name es andeutet) und am Ende des Schnittes das Sägeblatt auslaufen lassen. Dieses verhindert evtl. Macken am Werkstück und weggeschleuderte Abfallstücke.


In den nächsten Wochen zeige ich noch einige selbst gebauten Zubehörteile, mit denen man die Kapex noch aufwerten und die Funktion erweitern kann.
Nebenbei läuft ja auch immer noch mein "Feldversuch ohne TKS" weiter.




Bezugsquelle:

Die Festool Kapex KS 120 EB könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

Kommentare:

  1. Hallo Michael, ein schöner Artikel - Du müsstest aber unten noch den Link bei der Bezugsquelle anpassen, Du hast doch hier gar nicht die Domino XL vorgestellt.

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    1. Hallo,

      upsi, schwerwiegender Kopierfehler.
      Danke für den Hinweis.

      Grüße
      Michael

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  2. Hallo!

    Das ist ja ein Riesenartikel, Respekt. Der wurde bestimmt nicht in 5 Min. runtergeschrieben.
    Was mir immer wieder auffällt hier im Blog: Die vielen guten Fotos. Die lockern das ungemein auf. Ich lese sowieso schon soviel im Beruf und in der Freizeit, daher ist es mir so wichtig, dass Blogs die Möglichkeit zur Einbettung von Bild und Film auch nutzen - oder eben den Text extrem kurz halten. Am Bildschirm hunderte Seiten einfach nur Text lese ich immer ungerner.
    Ich kannte bisher nur Videos von dieser blauen Bosch, von der die US-Amerikaner oft schwärmen, weil man sie auch direkt an die Wand stellen kann. Die, die diesen lustigen Klappmechanismus hat statt an Stangen zu gleiten.
    Ich bin grad nicht auf der Suche nach einer Maschine, daher habe ich ehrlich gesagt nicht alles gelesen. Wenn es mal soweit ist, hole ich es aber dankbar nach. Was ich sehen konnte, hat mich aber schonmal sehr überzeugt: Dieses Zusammenfalten, Tragegriffe, werkzeuglose Verstellungen, Aufhänghalter für Kabel, alles sehr durchdacht.

    Ach ja, der Artikel verlinkt am Ende die Domino statt der Kapex:
    "Die Festool DF 700 EQ Domino XL könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen."

    Man müsste natürlich Preise doch mal vergleichen, ob man sich die Festool überhaupt leisten kann, aber ich bin erstaunt, wie gut man eine Maschine durchdenken kann.
    Für mich wäre ein Wermutstropfen:
    Bei Metabo, las ich, verbaut man nun bei mind. 1 Modell einen leiseren Induktionsmotor. Kommt hoffentlich auch bei Festool in der nächsten Generation. Wenn die Elektrowerkzeugehersteller sich auf eines stürzen sollten, dann wäre das die Lärmentwicklung. Egal, wieviel es bringt, jedes Dezibel oder auch jedes halbe zählt, finde ich. Handwerker, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, mögen erstmal dem Hobbyisten widersprechen, weil ja irgendwie alles Lärm macht - und man sich auch schon dran gewöhnt. Aber ich glaube auch die haben weniger Lärm verdient, wo immer es möglich ist.

    Grüße

    Wolfgang

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    1. Hallo Wolfgang,

      bei der Kapex hatte ich etwas auf die Uhr gesehen. Bilder und Filmchen machen, etwa 2-3 Stunden. Bilder bearbeiten etwa 2. Text schreiben etwa 4-5 Stunden bis alles an seinem Platz war. Summe ca.10 Stunden. Wobei der Kapex Artikel schon extrem ausführlich ist.

      Bei der besagten Bosch mit Gelenk beschweren sich einige über Spiel, sonst ist die Idee auch gut, braucht sie ja auch keinen Platz hinter der Maschine. Im Vergleich zur Kapex ist sie aber ein riesen Teil, hat ja auch ein 305mm Sägeblatt.

      Mit dem Motor hast Du recht ein Induktionsmotor wäre schon leiser und wartungsfrei, allerdings auch deutlich größer. Bei Festool hat eigentlich nur das CMS-Bandschleifermodul einen Induktionsmotor.

      Grüße

      Michael

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  3. Hallo Michael,

    eine weitere (Festool)Werkzeug Vorstellung, ich gebe ehrlich zu mich interessieren Möbel- und andere Holzprojekte mehr als diese Materialschlacht - nun gut.

    Bekommst du die Kapex eigentlich von Festool geschenkt? Da du angekündigt hast noch einen Artikel mit Vorrichtungen usw. zu machen, wäre der Aufwand ja enorm wenn die Maschine nach 2 Wochen wieder zurück muss.

    Fair würde ich es finden wenn der Hersteller dir die Maschine wenigstens nach der Präsentation auf deinem Blog vergünstigt zur Verfügung stellt.

    Gruß
    Michael

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    1. Hallo Michael,

      wie schon in einem anderen Artikel angemerkt, ich habe aktuell kein Projekt und ich kann nur das veröffentlichen, was ich habe.
      Das dauert halt noch etwas, aber ich bin an den Plänen für zwei größere Projekte dran.

      Die Kapex ist ein Leihgerät.

      Grüße
      MIchael

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  4. top Artikel, ohne frage, wie immer.
    da schau ich doch mal in meine Werkstatt und sehe meine dewalt dw712, hm, hmmmmm, ich komm schwer ins grübeln. genau diese weit nach hinten stehenden anschläge nerven mich extrem, weil man einfach zwangsweise immer 30-40cm luft im rücken lassen muss. positiver Effekt dabei: der von der Absaugung nicht erfasste span, und davon gibt es reichlich, fällt schön hinten durch und kann dann wieder aufgesaugt bzw. aufgekehrt werden.
    all das ist bei der festool nicht der fall, sehr sehr durchdacht die ganze geschichte mit der üblichen hohen fertigungsqualität, Glückwunsch.

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    1. Hallo Stefan,

      ja die Anordnung der Zugstreben ist schon sehr praktisch. Ich weiß jetzt nicht, ob Festool da ein Patent drauf hat, falls nicht, wundert es mich schon, dass es nicht mehr solcher Konstruktionen gibt.

      Die Absaugung ist schon sehr gut. Am Anfang hatte ich eine einfache Metabo KGS 216m, aber da die so ausladend war stand sie immer in einem anderen Raum und ich nutzte sie nicht. Bei der ging trotz Sauger zu 90% auf den Boden oder in die Gegend, bei der Kapex würde ich sagen 80-90% landen im Sauger und nur eine geringe Menge sonstwo. Das klappt schon super.

      Grüße
      Michael

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  5. Hallo Michael,

    wie verhält sich die Kapex bei kleinen Bauteilen? Ich denke da an Werkstücke zwischen 50x50x4 mm Sperrholz und 200x200x12 mm Multiplex.
    Und wie ist das Ausriss-Verhalten?

    Gruss
    Thomas

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    1. Hallo Thomas,

      über das sägen von solch kleinen Teilen, gibt es einen Zubehörartikel. Die gezeigte Vorrichtung macht solche Arbeiten gefahrlos möglich.
      Ausrissverhalten ist mit scharfem Sägeblatt sehr gut, zum Thema Ausrissfrei, wird es auch noch einen Artikel geben.

      Grüße
      Michael

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  6. Hallo Micha,
    tolles Maschinchen hast Du da!
    Ein wirklich schöner und ausführlicher Bericht. Auch mit den kurzen Videos zur besseren Darstellung des zuvor beschriebenen gefällt mir sehr gut.

    Viele Grüße
    Thomas (Holzwurm Tom)

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  7. Hallo Michael,
    danke für den Ausführlichen Artikel.
    Eine Frage: Wie justiert man die Winkel der Kapex am besten. Bin da schon ne ganze Weile drann und bekomms nicht hin. Wenn er links stimmt, dann rechts nicht. Dann stimmt der 45° Winkel nicht. Ich bekomms nicht hin.
    Gibt es da ne Anleitung.
    Für deine Hilfe wäre ich Dir sehr dankbar.
    Gruß
    Peter

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    1. Hallo Peter,

      eine Anleitung dazu gibt es (noch) nicht.
      Mittlerweile habe ich aber einen Weg gefunden, wie es mit zwei einfachen Hilfsmittel funktioniert.
      Für einen genauen 45° Schnitt ist der Abstand der Blechskala zum Drehpunkt der Säge verantwortlich.
      Ziehst Du die Skala (im 1/10tel mm Bereich) zu Dir, wird der Schnittwinkel größer, schiebst Du sie zur Säge wird er kleiner.
      Das muss man für beide Seiten getrennt justieren. Ich habe mir dazu zwei einstellbare Klötze gebaut, mit denen ich den Abstand der Skala verstellen und die dann als Anschlag dienen.

      Ich werde bei Gelegenheit dazu einen Artikel anfertigen.

      Grüße
      Michael

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    2. Hallo Michael,
      herzlichen Dank für die schnelle Antwort.
      Die Säge war bei Festool im Kundendienst zur Einstellung, das Ergebnis leider sehr unbefriedigend.
      Linker Anschlag stimmt einwandfrei. Rechter Anschlag 1,5mm Differenz auf die Schnittlänge von 30cm
      Ich denke, das ist eindeutig zuviel. Hast Du da Erfahrung, wie groß das denn die Toleranz sein?
      Die Maschine wird nochmals abgeholt, ich hoffe da klappt es.
      Ich freue mich auf deinen Artikel.
      Liebe Grüße und nochmals vielen Dank
      Peter

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    3. Hallo Peter,

      soweit ich weiß ist die Werkstoleranz bei +/- 0,16°.
      Im Woodworker Forum gab es kürzlich einen Thread über das Thema, dabei ist mir auch erst bewusst geworden, wie wichtig der Abstand der Skala ist. Dort findest Du auch Bilder zu meiner Lösung.
      Ich muss noch zwei Sachen fertig bauen, dann versuche ich, den Artikel zu der Justage zu erstellen.
      Aber es ist trotzdem Gefummel, ich denke der Weg über Festool, wenn die genau wissen, worauf sie achten sollen, wird der Nerven schonenste sein.
      Im Forum hat zwar ein Mike geschrieben, dass es ganz einfach wäre, aber wie er es genau macht, war nicht zu entlocken und auch wenn ich einige Tage darüber nachgedacht habe, ne bessere Lösung als meine ist mir leider nicht eingefallen.

      Grüße
      Michael

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  8. Sehr schöner Bericht. Ich habe schon mehrere Kappsägen in Gebrauch gehabt, aber seitdem ich meine Kapex in der Werkstatt stehen habe ist das für mich wie ein Quantensprung. Gut, der Preis lässt einen schon mal schlucken, aber ich finde diese Säge ist das Geld auch wert. Nicht ganz so überzeugend erlebe ich allerdings die Staubabsaugung. Angeschlossen hatte ich zuerst einen Nilfisk-Alto und inzwischen einen Festool Midi mit jeweils 27mm-Schläuchen und die Werkbank sieht nach jedem Schnitt aus als hätte man Bäume darauf gefällt.

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    1. Hallo Dieter,

      hmm ich bin mit der Absaugung eigentlich für ne Kappsäge sehr zufrieden.
      Am Samstag habe ich über 30 Schnitte auf der Kapex erledigt, der Dreck der hinterher um und auf der Säge lag war eigentlich nicht der Rede wert.

      Grüße
      Michael

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    2. Ach was mir grad noch einfällt,

      lässt Du dem Sauger genug Zeit anzulaufen?
      Es dauert ja etwas, bis die Turbine die Drehzahl erreicht hat.
      Das passiert mir öfters, ich säge schon, da ist der Sauger noch am Beschleunigen.

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    3. Ich mach heute Abend mal ein paar Fotos.

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  9. Heute kam meine Kappex. Eine Sahneteilchen und insgesamt perfekt ab Werk justiert.
    Nur der Laser war rechts einen Tick neben dem Schnitt und links einen Tick im Schnitt. Ich muss sagen - es hat schon Überwindung gekostet, die Folie durchzustechen, um den Laser zu justieren. Hat schon fast körperliche Schmerzen bereitet bei einem nigelnagelneuen Gerät ...
    Als nächstes werde ich mich mal mit Deinen Verbesserungen beschäftigen 😊

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  10. Hallo Michael.

    Toller Blog, Gratulation!

    Seit Samstag bin auch ich Besitzer einer Kappex KS120. Und nach dem Lesen Deines Beitrages habe ich natürlich sofort Probeschnitte gemacht und die Winkel des Sägeblatt mit meinem Veritas-Blade-Gauge gemessen.

    Das Ergebnis: Horizontal war/ist die Maschine exakt eingestellt bei 0 Grad - absolut perfekter rechter Winkel. Die Probeschnitte bestätigten das. Vertikal musste ich minim justieren - nun ist die Säge auch hier perfekt eingestellt.

    Der Laser war nicht gut justiert, d.h. links und rechts nicht parallel zum Anriss bzw. zur gesägten Nut. Habe ich justiert - unglaublich, dass man hierzu die Folie durchstechen muss! Das hat Bosch Professional besser gelöst mit kleinen Gummistopfen. Die Justierung war eine ziemliche Geduldsprobe und nach ein paar Probeschnitten musste nachjustieren - nun stimmt's zu 99,5% (Anrisslinie auf Laserlinie wird halbiert - oder sagen wir im Verhältnis ein Drittel / zwei Drittel ;)

    Was mir danach aufgefallen ist - die Linien des rechten Lasers sind etwas dünner als jene des linken. Könnt Ihr diese Beobachtung teilen? Befremdet hat mich, dass ich zur parallelen Justage des rechten Lasers die Schraube rund zwei Mal um die eigene Achse drehen musste - da war irgendetwas nicht ganz in Ordnung. Stören tut's mich aber nicht - denn:

    Die Kapex macht super genaue Schnitte und da lacht das Herz :)

    Empfiehlst Du ein anderes Blatt als das Universalblatt? Dieses schneidet nämlich schon ziemlich akkurat, finde ich.

    Liebe Grüsse,
    Urs

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    1. Hallo Urs,

      das ist richtig, die Laser einzustellen ist ne ziemliche Fummelei, aber wenn die stimmen sind sie ein tolles Hilfsmittel. Mit der Folie, tja da fällt mir auch nichts zu ein, das hat die Kapex nicht verdient.

      Die Linien sind leicht unterschiedlich dick, das ist richtig, es könnte daran liegen, dass die beiden Laserdioden übereinander liegen und dadurch der Abstand zum Tisch auch unterschiedlich ist.

      Ich habe immer noch das Standardsägeblatt drauf und noch kein Drang nach einem anderen verspürt.

      Grüße
      Michael

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    2. Eine Frage hätte ich noch, Michael: Nachdem ich den Klemmhebel für die Gehrungswinkel (vertikal) geöffnet und den Wahlschalter für den vertikalen Gehrungswinkelbereich auf 0-45Grad gestellt habe und danach die Säge nach rechts schwenke, gibt es während des Schwenkens ein starkes Schleifgeräusch, das nach Metall-schleift-massivst-auf-Metall klingt). Nach links ist das Geräusch nicht und auch in den beiden anderen Positionen des Wahlschalters tritt es nicht auf. Auch die beiden 45Grad-Winkel sind in der Stellung 0-45Grad absolut ungenau bzw. beide zu spitz. Deswegen mache ich (vertikale) Gehrungsschnitte in der +/-47Grad-Position und mit dem Drehknopf zur Feineinstellung - bis der Winkel perfekt passt. Nichstdestotrotz frage ich mich, was das für ein fürchterliches Schleifgeräusch sein könnte... Das knarzende Schleifen ist auch zu spüren, wenn man das Aggregat nach rechts schwenkt - ob da irgendein Teil abgebrochen ist während des Transportes?

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    3. Ungenau ist nicht normal. Das muss passen.
      Hat es vor Deiner Justage auch schon nicht gepasst?

      Das Kratzgeräusch ist "normal" und vergeht mit der Zeit. Wobei da die Frage ist, was ist stark. Mich hat das auch überrascht und ich habe Ursachenforschung betrieben. Da schleift tatsächlich Metall auf Metall. Und zwar, der Pin für die Endanschläge auf der Blechkulisse. Die ist noch an manchen Stellen etwas rau und dann hört man das.

      Grüße
      Michael

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  11. Ja, es war schon vor der Justage ungenau, d.h. auf beiden Seiten unter 45 Grad gemessen sowie auch sichtbar an der Skala. Ich frage mich, ob es zwischen diesem Umstand und dem wirklich sehr starken Kratzgeräusch (das nur beim Schwenken nach rechts auftritt) einen Zusammenhang gibt. Deshalb meine Frage, wie Du Ursachenforschung betrieben hast oder anderst gefragt: Kann man diesen Teil der Machanik problemlos (teil-)demontieren? - Aber wie gesagt, ich benutze bei Gehrungen fast ausschliesslich 45-Grad-Gehrungen und die stelle ich mithilfe des Drehknaufs in der Stellung +/-47 Grad ein, bis sie perfekt stimmen. Aber wundern tut es einen dann halt doch, ob und weshalb etwas nicht ganz stimmt...

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    1. Also ich hatte damals hinten die Kunststoffabdeckung (wo das Kabel aufgewickelt wird) und dann den Klemmhebel demontiert, da verstellt man nix und hat trotzdem Sicht auf die Mechanik.

      Die Gehrungswinkeleinstellung dort wird wahrscheinlich ähnlich gelöst werden müssen, wie beim horizontalen Winkel, also wie hier:
      http://michael-hild.blogspot.de/2015/04/tipp-justage-der-horizontalen.html
      (Vielleicht gibt es auch andere Justagevarianten).

      Die Kapex ist ja kein Schnäppchen, da sollte der Winkel schon so gut wie stimmen. Sonst kontaktiere doch mal Festool, was die dazu meinen und lass eventuell die Maschine durchsehen und einstellen.

      Grüße
      Michael

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  12. Hallo,m
    Toller Beitrag.
    Kann die Kapex denn eine TKS ersetzen? Längsschnitte kann ich ja auch mit der Führungsschiene erledigen. Mit 300mm Zugweg lassen sich ja auch schon Recht breite Werkstücke bearbeiten.
    Evtl wäre diese Lösung (im Set mit Seitenteilen) für mich ja dann besser als die Precision. Kannst du dazu eine Einschätzung geben?

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    1. Hallo,

      Meine Einschätzung ist: Es kommt drauf an.
      Es kommt drauf an, was und womit man vorwiegend bauen will.
      Es kommt drauf an, zu welchen Einschränkungen man bereit ist.
      Es kommt drauf an, wieviel (extra Zeit) man für Hilfsvorrichtungen bereit ist zu investieren (Z.B. wenn es darum geht, wiederholgenau Streifen von einer Platte abzusägen).

      Also es geht ohne TKS, das habe ich eine Zeit lang ausprobiert, allerdings nicht so bequem und einfach wie mit. Wenn Du Dir darüber im klaren bist und auch diese Einschränkung akzeptierst, kannst Du auch so gut wie alles ohne TKS, aber mit HKS und Kappsäge bauen.

      Grüße
      Michael

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  13. Nach drei Wochen ist die Antwort von Festool per Email eingetroffen, siehe unten.

    Mich stören die erwähnten Punkte nicht mehr - es ist ja Kritisieren auf einem sehr hohen Niveau. Mit der Kapex lässt es sich genau arbeiten und ich habe Freude an der Maschine. Das muss reichen :)

    "Vielen Dank für das ausführliche und detaillierte Feedback. Ihre Erfahrungen und Feststellungen sind für uns sehr hilfreich. Dass sich der Laser leicht verstellen kann, haben wir trotz ausführlicher Versandversuche und Qualifizierung in Ausnahmefälle leider nicht zu 100 % abstellen können. Daher haben wir unseren Kunden eine (zugegeben nicht ganz einfache) Einstellmöglichkeit zum Einstellen des Laser geschaffen.
    Die leicht unterschiedliche Breite der Laserlinien könnte die Ursache eines leichten Ölfilm am Fenster sein. Dieser Ölfilm könnte von der Konservierung des Sägeblatt stammen, und durch die hohe Drehzahl das Fenster leicht zusetzen.
    Bezüglich ihrer Feststellung zum Geräusch beim Schwenken, kann ich sie beruhigen, die Klemmung basiert ausschließlich auf Reibung, hierzu ist die Brezel – so nennen wir die Bremsscheibe extra gestrahlt und mit einer rauen Oberfläche versehen. Dies stellt sicher, dass die Maschine stufenlos geklemmt werden kann. Vorausgesetzt wir sprechen vom Neigen / schwenken der Maschine."

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    1. Hallo Urs,

      danke für die Info.
      Das Fenster könnte ich ja mal reinigen.
      Zwar schön, dass Festool recht ausfürhlich antwortet, drei Wochen ist aber auch ne lange Zeit.

      Grüße
      Michael

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