Ihr findet meine Projekte gut, habt aber selbst keine Möglichkeit diese nachzubauen, dann schaut doch in meinem Shop vorbei. Falls Ihr dort nicht fündig werdet, schreibt mir eine Email.


Mittwoch, 8. August 2012

Festool FS-Rapid mal anders.

Seit kurzem müssen in der Firma Aluminiumleisten zugesägt werden, dafür wurde uns eine schöne Graule Ablängsäge zur Verfügung gestellt.
Leider verfügt diese Säge über keine Fixiervorrichtung für die Werkstücke.
Ich habe mir dann Gedanken über eine Lösung gemacht, zuerst dachte ich an einen Kniehebelspanner, leider verfügen diese über zu wenig Hub um auch unterschiedliche Werkstücke spannen zu können. Bein Anblick einer Kartuschenspritze viel mir mein FS-Rapid Spanner ein und damit auch die Lösung.

Ich habe vier Incra T-Nutschienen mit der Oberfräse in die Tischplatte eingelassen und so in Verbindung mit den Rapid Spannern eine ziemlich flexible Spannvorrichtung gebastelt.




 Erste Tests sind ziemlich gut verlaufen.



Möglicherweise muss ich noch größere Backen bauen, aber das wird sich zeigen, wenn komplette Pakete der Leisten gesägt werden.



Nachtrag:

Ich habe noch was zum fixieren von ganzen Paketen dieser Leisten gebaut.
Eine Andruckverbreiterung aus MPX. Die Teile werden mit passend gefeilten M8er Sechskantschrauben in den T-Nut Schienen geführt, haben eine um 1° geneigte Andruckfläche und eine Gripverbesserung aus einer Art Mossgummi.

Die beiden MPX Stücke sind einfach auf Stoß verleimt und mit je zwei 8x40er Domino Dübel verstärkt.

Sie werden einfach vor den Rapid-Spannern auf die Schienen geschoben und werden dann durch die Spannern zusammen mit den Werkstücken an den Anschlag der Säge gedrückt.
Sollte eigentlich funktionieren.





Neuzugang für die Werkstatt - Fujifilm S200EXR

Wirklich zufrieden war ich mit den Bildern für meinen Blog selten. Vor allem hat der Weißabgleich oft nicht gestimmt. Neonleuchten in Verbindung mit dem Blitz der Kamera gingen in die Hose. Auch konnte die Kamera wegen Rauschen nur bis ISO200 genutzt werden, was wiederum den Einsatz des Blitzes nötig machte und zu Farbproblemen führte.
Bei dem Großteil der Aufnahme ist das weiter kein Problem, möchte ich aber die wirkliche Farbe eines Möbels oder nur eines Stück Holzes zeigen, stand ich vor den Problemen.

Am Wochenende habe ich dann eine neue "Werkstattkamera" ersteigert. Dabei handelt es sich um eine gebrauchte Fujifilm S200EXR.
Ich habe mich nicht nur für das Modell entschieden, weil es was die Verwendung von höheren ISO Einstellungen ziemlich gut sein soll, sondern auch, weil sie 1. über einen mechanischen Zoom verfügt und alle wichtigen Funktionen und Einstellungen endlich wieder per Knopfdruck direkt angewählt werden können und kein rumzappen in Menüs mehr nötig ist.

Hier ist das gute Stück:





Samstag, 28. Juli 2012

Projektvorstellung - Waschtisch Teil 7

Ölen der Oberfläche

Nachdem alle Teile fertig gebaut waren, musste ich noch die Oberflächen ölen.
Damit die verwendete Buche nicht zu stark anfeuert, habe ich mich für ein Öl mit weißen Pigmenten entschieden. Schöner Nebeneffekt dabei: Die Pigmente setzen sich vor allem in die Poren des Holzes und betonen diese zusätzlich, was je nach Blickwinkel einen schönen Effekt ergibt.

Das Öl habe ich mit einem einfachen Küchenschwamm aufgetragen, was sehr gut und auch sparsam funktioniert. Der Waschtisch wäre zwar ein super Kandidat für den Festool Surfix gewesen, aber ich hatte keine leere Flasche mehr für das Öl. Geölt habe ich zuerst mit kreisenden Bewegungen und auch quer zur Faser, damit sich die Pigmente gut in die Holzporen setzen, abschließend aber immer mit der Faser.

 












Wichtig bei der Verwendung von Ölen mit farbigen Pigmenten ist es, zwischendurch öfters das Öl umzurühren, das eigentliche Öl verbindet sich mit den Pigmenten nicht so gut und beide Teile trennen sich schnell wieder voneinander.

Die Innenseiten bekamen nur einen dünnen Ölauftrag, damit es später nicht noch wochenlang riecht, obwohl das Natural-Öl u.a. schön nach Orange duftet.
Anders als die Festool Öle wird das Natural Hartöl nass in nass aufgetragen. Nach einer Trockenzeit von ca. einer halben Stunde wird der Überstand nicht abgenommen, sondern eine zweite Schicht auf das noch feuchte Öl aufgetragen und erst danach erfolgt wiederum nach einer halben Stunde die Abnahme der Reste mit einem weichen Lappen.

Nachdem das Öl über Nacht getrocknet war, habe ich an allen sichtbaren Stellen einen Zwischenschliff mit einem feinen Schleifvlies per Hand vorgenommen.  Anschließend gab es wieder einen doppelten Ölauftrag, wie oben beschrieben.

So sah die Oberfläche nach diesem zweiten Auftrag aus:














Das Buchenholz wird durch das Öl mit den weißen Pigmenten sehr wenig angefeuert, trotzdem wird die Maserung sehr schön hervorgehoben. Die Oberfläche bekommt aber im Gegensatz zu den Festool Ölen eher einen leicht rötlichen Ton (gegenüber gelb/orange bei Festool). Ob dies jetzt allgemein gilt oder nur für die von mir verwendeten Hölzer kann ich nicht beurteilen. Wenn noch etwas von dem Öl übrigbleibt, werde ich etwas rumprobieren.
Wo wir dann beim Thema Verbrauch sind: Ich habe für den Waschtisch gut 80% der 750ml. aufgebraucht ohne beim Abnehmen der Reste noch großartig was wegwischen zu müssen. Und es gibt immer noch Stellen, die noch Öl aufnehmen würden. Das Natural Öl ist im Vergleich zu den Festool Ölen oder Leinölfirnis eher dünnflüssig. Ob der Verbrauch daran liegt weiß ich nicht, könnte aber sein, dass es so leichter und tiefer eindringt.

Um dem Waschtisch einen leichten Seidenglanz zu geben, habe ich noch drei dünne Schichten Öl mit dem Exzenterschleifer und dem weißen Polierpad aus dem Surfix Sortiment einpoliert.










Dies machte schon eine deutliche Unterschied, zu den "normal" aufgetragenen Ölschichten. Die Oberfläche wurde glänzend und das Holz fühlt sich auch sehr "samtig" an.

Hier einige Detailfotos der Oberfläche. Zu beachten ist aber, das wirkliche Aussehen kann ein Foto nicht wiedergeben.





Montage der Tischplatte
 
Nachdem die Oberflächenbehandlung abgeschlossen war, konnte ich endlich das Gestell mit der Tischplatte "verheiraten" (Für Unwissende: Das Zusammenführen von Motor+Getriebe mit der Karosserie wird in der KFZ-Produktion Hochzeit genannt).
Für mich war dies wieder ein sehr spannender Augenblick, hatte ich doch bis jetzt die beiden Teile noch nie zusammen gesteckt, aus Angst ich würde sie nicht mehr ohne Beschädigung auseinander bekommen.

Beide Teile passten aber wie füreinander gemacht (Also auch wieder wie bei einer Hochzeit). Ich brauchte keinen Hammer oder sonstiges, sondern konnte die Platte mit geringem Kraftaufwand aufschieben.



Die Gratleisten für die obere Platte habe ich, kurz bevor die Platte vollständig auf die Gratleisten geschoben war, hinten mit einer Schraube am Gestell angeschraubt.

















So sieht das ganze dann von innen aus.













Anschließend habe ich die vorbereiteten Nutklötzchen montiert und den Boden eingesetzt und fixiert.

Nutklötzchen mit schrägem Boden



















Zum Schluß glättete ich noch die Kanten der Schiebetüren mit der Ziehklinge...













....und zwei kleine Griffe wurden "gebaut".














Fertig


Hier noch einige Bilder von dem fertigen Möbel



























Nachtrag:

Dank einer neuen Kamera kann ich nun die eigentliche Farbe das Holzes besser zeigen:




Die Ausschnitte und Öffnungen, sowie die Rückwand, werde ich dann fertigstellen, wenn die Möbel später in das Badezimmer einziehen. Ich habe mich dazu entschlossen, erst alle Möbel zu bauen und dann umzuräumen.



- Ende -

Mittwoch, 25. Juli 2012

Projektvorstellung - Waschtisch Teil 6

Eigentlich wollte ich ja mit dem 6. Teil die Dokumentation abschliessen, aber es gibt doch noch etliche kleine Sachen zu tun. Damit dieser Beitrag nicht zu lang wird, wird es halt doch noch einen weiteren Teil geben.


Die Schiebetüren

Die Türen zu meinem Waschtisch bestehen aus dem gleichen Material, welches auch an meinem Nachttisch und dem Badezimmeraccessoire Verwendung fand. Dabei handelt es sich um weißes 3mm starkes Acrylglas mit Marmoreffekt.

Um das Material zu sägen, habe ich die TKS mit einem 60 WZ Sägeblatt ausgestattet.












Damit konnte ich einen recht sauberen Schnitt erzielen, den Rest erledigt später die Ziehklinge.












Einpassen der Schiebetüren.













Die Schiebetüren bekommen natürlich noch Griffe, aber ich weiß im Moment noch nicht so ganz wie die aussehen sollen.


Herstellen des Bodens

Als letztes Teil mußte nur noch der Boden gebaut werden.
Material für diesen, war aufgrund des Preises  einfaches keilgezinktes Leimholz. Leider hat den Platten die Luft in meiner Werkstatt nicht geschmeckt und sie wurden ziemlich krumm. 

Ich mußte die Platten nochmals auftrennen,...












...fügen....













...und neu verleimen.













Für den Grobschliff kam der kleine Rotex mit aktivierter Zwangsmitnahme zum Einsatz, da ein Hobeln bei dieser Art Leimholz ausfiel.
Mit 60er Körnung schafft der Kleine ordentlich was weg und muß deswegen mit starkem Arm geführt werden.








Nun konnte ich die Gratnuten fräsen.
Wie bereits angekündigt, bin ich diesmal anders vorgegangen: Ich habe ZUERST die Gratleisten auf dem Frästisch gefräst und erst danach die Gratnuten. Diese Reihenfolge war deutlich leichter. Durch die Feineinstellung des Führungsanschlages der OF1400 konnte ich die Gratleisten exakt einpassen.
Solange ich noch keine vernünftige Einstellung am Frästisch habe, werde ich diese Reihenfolge beibehalten.
Ein Nachteil hat diese Methode allerdings: Wenn die Gratleisten genau positioniert werden müssen, kann diese Technik nicht angewandt werden. Bei jeder Fräsung wandert die Position der Gratleiste natürlich jedes mal um das zugestellte Maß zur Seite.
Bei den Gratleisten für den Boden, war dies aber völlig egal.

Nachdem die Nuten gefräst waren, habe ich den Boden auf die entsprechenden Maße gesägt. Da die TKS als Ablage diente, kam die Tauchsäge zum Einsatz.








 

Zum Schluss noch zwei Ecken mit der Zinkensäge ausgeklinkt und fertig.





 






Die Gratleisten wurden noch abgelängt.













Damit auch unter dem Tisch alles fein ist, habe ich die Enden noch auf der Stoßlade bearbeitet. Ordnung muß sein. :)












Abschliessend wurden die Gratleisten auf den Boden geschoben und an der Vorderkante verleimt.











Eine Gratleiste darf nicht auf der ganzen Länge oder vorne und hinten verleimt werden, da sonst das Holz der Platte nicht arbeiten kann. Das ist ja der Vorteil einer Gratleiste, sie verhindert ein Werfen der Platte, läßt aber gleichzeitig das Holz noch arbeiten und da eine Gratleiste ja 90° zum Faserverlauf eingebaut wird, sind es schon einige Millimeter um die sich das Holz ausdehnen und schwinden kann.


Einbau des Bodens in das Gestell

Damit der Boden später im Waschtisch nicht wackelt, wird er vorne geführt.
Dazu habe ich die Auflageleiste des Bodens mit zwei Aussparungen für die Gratleisten versehen.

Den  Boden mit Gratleisten habe ich in das Gestell gelegt und die genaue Positionen der Leisten übertragen.











Danach kam die kleine Veritas Rückensäge und meine neue Grobet Laubsäge zum Einsatz.















Für die genaue Tiefe habe ich den kleinen Grundhobel bemüht.













So sieht das dann aus














und fertig.
























Im wirklich letzten Teil dieser Projektdokumentation, wird dann geschminkt und geheiratet.