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Samstag, 8. Februar 2014

"Communityprojekt" Teil 3 - Bau des Gestells

Im dritten Teil wird nun das Gestell des Klapphockers gebaut.

Auch dafür muss das Material zuerst (falls noch nicht geschehen) zugesägt werden.

Nach dem Besäumschnitt (falls Schnittholz verwendet wird), ...














...werden eine entsprechende Anzahl von Streifen von dem Brett abgesägt. Das kann man z.B. mit der Handkreissäge und einem Parallelanschlag machen.












Vor der weiteren Bearbeitung, werden alle Flächen bis ca. Körnung P180 vorgeschliffen.
Solche schmalen Teile lassen sich einfacher und schneller bearbeiten, wenn sie alle zusammen gespannt und gemeinsam geschliffen werden.
















Damit später der Klapphocker nicht wackelt, was bei ungleichmäßig langen Beinen nicht vermeidbar wäre, werden als erster Schritt vier Abrundungen als Füße an den Beinen hergestellt.

Als Schablone für den 20mm Radius, wird in ein Reststück (z.B. Sperrholz) ein 40mm Loch gebohrt.













Nach dem Übertragen des Radius auf die vier Beine, wird dieser einfach nach Anriss angeschliffen. Das geht sehr gut mit einem stationären Bandschleifer oder auch per Hand mit Raspel und Schleifklotz. Aktuell ist es noch nicht wichtig, ob man ggf. nachbessern muss und dadurch die angeschliffene Kante hinter den Anriss wandert. Auf Maß gesägt wird später.









Nachdem die Füße fertig geschliffen sind, wird immer ein Pärchen genau zusammen gespannt und das Loch der Drehachse nach Maß gebohrt.












Und ab jetzt gilts! Damit später auch alles genau zusammenpasst und eben nicht wackelt, ist ab diesem Zeitpunkt dieses Loch die Referenz.

Beim Anzeichnen von weiteren Bearbeitungspunkten, immer das Pärchen mit einem passenden Bohrer oder Schraube verbinden und beide gemeinsam anzeichnen oder bearbeiten.












Als nächsten Schritt werden die vier Beine und die noch fehlenden drei Querstreben auf Maß gesägt.

Hierbei ist es von Vorteil mit einem Anschlagreiter zu arbeiten, damit alle Teile die gleich lang sein müssen, auch gleich lang werden.












Die drei Querstreben bekommen noch die gewünschte Kantenbearbeitung ...














... und die entsprechenden Dübellöcher.















Danach kann, nachdem die noch nötigen Bohrungen und Dübellöcher in die beiden Rahmenteile eingebracht wurden, der kurze Rahmen der später die Sitzfläche stützt verleimt werden.













Kontrolle der Winkel und des Stichmaßes nicht vergessen.















Nun werden die Hölzer gefertigt, mit denen später die Rückenlehne mit dem Rahmen verbunden werden.
Diese bekommen an einer Seite eine 20° Schräge.

Nach dem anzeichnen der 20°, ...















... wird der Schnitt mit der Handkreissäge ausgeführt. Da die Auflagefläche der Hölzer ziemlich klein ist, diese gegen Verrutschen mit einer Zwinge sichern. Alternativ kann auch per Hand gesägt werden.












Als nächstes werden die beiden Teile auf Maß abgelängt und der 40mm Radius an beide Stücke angezeichnet. Das  geht sehr einfach, wenn man beide Teile gleichzeitig mit dem Zirkel bearbeitet.











Die Rundung wird wieder mit dem Bandschleifer angeschliffen.















Für eine möglichst stabile Verbindung zwischen den beiden Hölzern und der Rückenlehne, werden je zwei Domino oder Runddübel verwendet.

Die Positionen werden auf beiden Werkstücken angezeichnet ...














... und die Dübellöcher gefräst oder gebohrt.















Die Außenkanten der Hölzer werden an den beiden Beinen der Rückenlehnen an der entsprechenden Stelle angezeichnet. Diese Markierungen dienen zum einen, um die Hölzer später genau im 20° Winkel anzuleimen und um oben die Kontur schon vorher grob auszusägen.










Die Kontur wird mit der Stichsäge zugeschnitten. Dabei sollte ca. 1mm stehen bleiben. Der Rest wird nach dem Verleimen der Teile bündig geschliffen oder gefräst.












Sind die entsprechenden Teile soweit vorbereitet und auch die Kanten bearbeitet, werden sie miteinander verleimt.
Dabei ist es wichtig, die Teile wirklich exakt auszurichten, sonst passt später die Rückenlehne nicht richtig.











Ist der Leim ausgehärtet, werden die 8mm Dübellöcher gebohrt. Die Dübel dienen einfach zur Verstärkung der Verbindung.
Als Tiefenbegrenzung, damit man die Löcher nicht durchbohrt, eignet sich ein Streifen Klebeband sehr gut. Sobald die Späne durch das Klebeband "weggewischt" werden, ist die Endtiefe erreicht, ...









... die Runddübel können eingeleimt und die Überstände abgesägt werden.













Anschließend werden die beiden Teile an der Außenseite noch bündig geschliffen (oder gefräst) ...













... und die restlichen Kanten bearbeitet.























Zum Schluss wird noch die 20mm Auflagestange auf die entsprechende Länge (die zwei mal 15mm nicht vergessen, die später in den Rahmenhölzer stecken) gekürzt ...











... und die beiden 20mm Sacklöcher für die Stange bis zu einer Tiefe von 15mm in die beiden Rahmenteile gebohrt.





















Und die beiden Dübellöcher für die untere Querstrebe müssen noch an den entsprechenden Stellen eingefräst oder gebohrt werden.


Anmerkung:


Wer die Muttern bei der späteren Montage elegant verschwinden lassen will, darf die entsprechenden Löcher nicht sofort auf 10mm Bohren, sondern muss schrittweise vorgehen, sonst fehlt bei falscher Reihenfolge die Führung für den entsprechenen Forstner- oder Kunstbohrer.

Benötigt wird ein dünner Bohrer (ca. 2-3mm), ein 17mm Forstner- oder Kunstbohrer und ein 10mm Holzbohrer.













Zuerst wird ein dünnes Führungsloch gebohrt, anschließend das 17mm Sackloch (Tiefe entspricht der Höhe der verwendeten Mutter) und zum Schluß wird der Rest auf 10mm Aufgebohrt.








Die Mutter wird eingepresst und sitzt fest.
Weiterer Vorteil dieser Variante: Es muss bei der Verschraubung nicht gegengehalten werden.












Es muss aber darauf geachtet werden, dass die Sacklöcher auf der richtigen Seite (der Innenseite der kurzen Beine) erfolgt.





Kommentare:

  1. Hallo Micha,

    doch kein Festool Staubsauger mehr?
    Nicht gut genung abgesaugt? :)
    Oder doch zu teuer?

    Gruß

    Leon

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    1. Moin Leon.

      Klar habe ich den CTL noch.
      Der kam aber erst nach der Fertigstellung des Hockers.

      Grüße

      Micha

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  2. Hallo Micha,
    wie immer sehr sauber gearbeitet und gut dokumentiert. Die Geschichte mit der eingepressten Mutter finde ich klasse. Werde ich mit merken.
    Viele Grüße
    Olli

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  3. Hallo Micha,

    wie kommt's, dass Du so viele "Kleinteile" mit der Tauchsäge und nicht mit der Unterflur.......gesägt hast?

    Liebe Grüße, Siggi

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    1. Moin Siggi,

      damit Leute ohne TKS es leichter nachbauen können.

      Grüße

      Micha

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