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Sonntag, 1. Juli 2018

Werkzeugvorstellung: Festool BMS 180 E Rustofix

Die vorgestellte Maschine wurde mir von Festool zur Verfügung gestellt.


In diesem Artikel möchte ich die Bürstmaschine BMS 180 E von Festool, auch Rustofix genannt, näher vorstellen.












Einige werden vielleicht von so einem Werkzeug noch nie etwas gehört haben, es ist auch eher ein Exot und nur für speziellere Anwendungen vorgesehen. 
Aufs Wesentliche reduziert ist diese Maschine nichts anderes, wie eine per Motor angetriebene Rundbürste. 
Diese Bürste kann gegen verschiedene Varianten getauscht werden.
Der Pate stammt aus dem Metallbereich und wird dort Satiniermaschine genannt. Ähnlich wie die Bürstmaschine im Holzbereich, dient sie dazu Oberflächen zu reinigen und zu bearbeiten.  
Während eine Satiniermaschine in der Regel eine offene Konstruktion ist, besitzt der Rustofix ein geschlossene Abdeckung der Bürste mit Absaugmöglichkeit. Beim Bearbeiten von Hölzern wird auch deutlich mehr Material abgetragen, als wie beim Satinieren von Metallen. 
Im Holzbereich ist das hauptsächliche Anwendungsfeld, das strukturieren von Oberflächen und die Reinigung, z. B. von alten Fachwerkbalken. 

Kommen wir nun zu der Maschine und beginnen mit den harten Fakten:

Technische Daten:
    Spindel:                                      M14
    Werkzeug-Ø:                    150,00 mm
    Leerlaufdrehzahl:       800 - 4000 min⁻¹
    Leistungsaufnahme:           1500 Watt
    Gewicht:                                7,50 kg
    Anschluss Staubabsaugung Ø:27 mm

Quelle: Festool

Die Maschine verfügt über eine MMC Elektronik,  inkl. Sanftanlauf und Konstanthaltung, sowie einer Überwachung mit optischer Rückmeldung.

Achja, bevor einige Fragezeichen auf die Stirn bekommen, da der Rustofix auf Produktfotos etwas anders aussieht. Ich bin ja bekanntlich Linkshänder und mit war die Standardposition des Schalters sehr unpraktisch. Daher habe ich den Griff an der Antriebseinheit um 90° gedreht.


Aufbewahrung

Anders wie gewohnt, kommt der Rustofix nicht in einem Systainer, sondern in einem stabilen Blechkoffer mit bündig eingelassenem und ausklappbarem Tragegriff daher.










Warum wird klar, wenn man die Größen vergleicht. Der Blechkoffer ist riesig und selbst ein Maxisystainer wäre nicht groß genug, um als passender Ersatz zu dienen. 










Das innere ist gut gefüllt.
In der Mitte befindet sich ein Blechbügel mit starkem Gummiband, welches die Maschine sicher fixiert, im linken Bereich gibt es noch eine Aufnahme, ebenfalls aus Blech, welche eine weitere Bürste aufnehmen kann und im vorderen Bereich ist noch Raum für eine dritte Bürste. 








Platz für das Bedienwerkzeug und die Anleitung ist auch noch genügend vorhanden. So kann eigentlich alles, was es für den Rustofix gibt, in dem Koffer untergebracht werden. 

Das Werkzeug ist ein Satz aus drei hochwertigen Maulschlüsseln + Inbusschlüssel. Dahinter die obligatorische Anleitung.











Konstruktion

Wie schon das Gewicht und der große Koffer vermuten lassen, der BMS 180 E ist schon ein Monster. Der 1500W Antrieb und die Absaughaube haben schon eine beachtliche Größe.

Selbst der nicht gerade kleine Rotex RO 150 FEQ und das Diamanttrennsystem wirken fast wie Spielzeug neben dem Rustofix.












Bürste raus und der RTS hat eine Garage. :)













Das Typenschild gibt neben allerlei technischen Daten auch die Herkunft der Maschine preis. "Made in Germany"! So sollte das auch sein. Zumal der Rustofix seinen stolzen Preis hat. Dieser wird weniger seiner komplexen Mechanik geschuldet sein, als eher seinem Alleinstellungsmerkmal und der wahrscheinlich geringen Stückzahl in der Herstellung. Ein Massenprodukt wie ein Exzenterschleifer ist er nicht.






Zur Konstruktion gibt es sonst nicht allzu viel  zu sagen, vom Aufbau ist es ja eine eher einfache Maschine. 
Was ich vorweg noch erwähnen möchte, ist die Verarbeitungsqualität. Diese ist auf einem sehr hohen Niveau und macht an keiner Stelle einen billigen oder instabilen Eindruck.

Die 85mm breiten Bürsten befinden sich in er bis auf die Unterseite geschlossenen Absaughaube aus Aluminiumguss. 

Vorne oben thront der Handgriff der Maschine. 












Der ist auch nötig, einhändig bedienen kann man den Rustofix wegen Größe und Gewicht nicht.


An der Hinterseite befindet sich der 27mm Absauganschluss. 












 Die Absaugung funktioniert, wie eigentlich bei Festool nicht anders zu erwarten sehr gut. Geschätzt 90-95% der Späne und Staub wird abgesaugt.

Im Inneren befindet sich die sehr massive Aufnahme aus Stahl für die Bürsten.

Vorne erkennt man auch eine der beiden Auflagerollen mit der die Maschine auf dem Werkstück aufliegt. 











Die hintere Rolle ist breiter ausgeführt und stützt so den Rustofix gegen kippen in Richtung Antrieb ab.





















Diese ist zudem in der Höhe verstellbar, zum einen um einen Verschleiß der Bürsten auszugleichen und zum anderen um die Tiefe und Ausgeprägtheit der Bürstung einzustellen. 

Die Auflagefläche ist dabei sauber bearbeitet und die Führung besteht aus zwei Edelstahlbolzen. Die Höhe wird mit einer Knebelschraube fixiert.










Zu weit sollte die eingesetzte Bürste nicht überstehen, das geht nur auf den Verschleiß von Bürsten und Maschine und die erzielte Oberfläche leidet auch darunter. 
So 4-5mm sind ein recht guter Wert.









Bei den Auflagerollen bin ich auch bei einem der beiden Kritikpunkte an der Maschine angelangt.
Ich habe zu 95% nur weiches Nadelholz gebürstet und bereits nach einigen Metern zeigten die Rollen leichte Spuren von Verschleiß. 

Mittlerweile nach der Wohnzimmerdecke und einigen Kleinteilen, sehen die Rollen so aus.   











Das ist zwar in erster Linie nur ein optischer Makel, trotzdem finde ich das bei einer so teuren Maschine jetzt nicht den Brüller. Das hatte man mit einem anderen Material oder  Walzen aus Gummi sicherlich verhindern können.

Der Antrieb des Rustofix ist im Prinzip nichts anderes als ein großer Winkelschleifer mit höher Untersetzung und damit niedrigerer Drehzahl, aber mehr Drehmoment. Das ist beim Bürsten auch nötig.
Von daher gibt es neben den Bedienelementen, auf die später eingehe, nicht viel zu erwähnen.

An der Oberseite befindet sich noch ein angeschraubter Gummipuffer, mit dem man den BMS 180 E gefahrlos auch auf empfindlicheren Oberflächen ablegen kann, ohne Kratzer zu hinterlassen.  










Hinter zwei Deckel verbergen sich die von außen wechselbaren Kohlen des Motors.
Auch hier fällt wieder die gute Verarbeitung der Maschine auf.


 









Bevor es an die Bedienelemente geht, möchte ich die erhältlichen Bürsten näher vorstellen.

Für den BMS 180 E gibt es drei verschiedene 150x85mm bzw. 150x80mm große Bürsten.

 In der Reihenfolge der Anwendung, Litzenstahldraht (Edelstahl, ansonsten kann es bei gerbstoffhaltigen Hölzern zu Verfärbungen kommen), eine mit K80 Schleifkörnern versetzte Bürste mit Kunststoffborsten und eine aus Sisal.









Die Bürsten nennt Festool Rustilonbürsten. 
Die Bezeichnungen sind:
Die KB 85 kann direkt auf die Maschine montiert werden, wogegen für die beiden anderen zwei Reduzierdeckel notwendig sind.










Wer viel mit der Maschine arbeitet, für den ist es ratsam, sich einen zusätzlichen Satz an Deckeln anzuschaffen (Teilenummern: 411530 und 411531). 
Bei diesen hier ist es so, dass die Deckel in die LD 85 press reinpassen, von daher bleiben sie drin. 

Der grundsätzliche Vorgang ist bei der Oberflächenbearbeitung so, jetzt für den Anwendungsfall Strukturieren, dass zuerst mit der LD 85 Litzenstahldrahtbürste, der Hauptarbeitsgang durchgeführt wird. 
Das Frühholz ist ja deutlich weicher, als das Spätholz (Im Frühholz liegen ja die "Leitungen", welche den Baum mit Nährstoffen versorgen. Das Spätholz gibt ihm die spätere Festigkeit).

Die Stahldrahtbürste nimmt dabei Material des weichen Frühholzes weg, wogegen am Spätholz deutlich weniger abgenommen wird. Die typische Struktur, welche dem Faserverlauf des Holzes folgt entsteht.









Die Oberfläche ist jetzt allerdings noch eher rau und scharfkantig. Ist dies z. B. im Innenbereich nicht gewünscht, erfolgt als zweiter Arbeitsschritt, eine Bearbeitung mit der KB 85. Das Schleifkorn glättet die Oberfläche und rundet die scharfen Kanten der Struktur etwas ab. 








Direkt mit der KB 85 sollte, wenn eine Struktur gewünscht ist, nicht gearbeitet werden. Der Verschleiß der Bürste wäre zu hoch, bis ein Effekt erreicht wird, wie mit der Stahldrahtbürste.
Und die Bürsten, egal von welchem Hersteller sind ja nicht billig.

Nach dem (Zwischen)Schliff können noch feine Fasern abstehen. Auch befindet sich in den Zwischenräumen noch Schleifstaub und Abrieb von der KB 85. Oder nach einer Behandlung mit Wachs soll, die Oberfläche (maschinell) aufpoliert werden. Das wäre dann der Aufgabenbereich der BG 80 mit Sisalborsten und damit auch der letzte Arbeitsgang.







Das optische Ergebnis lässt sich allerdings nicht so deutlich auf einem Foto festhalten.

Hier noch einige Beispiele, wie eine so bearbeitete Oberfläche bei Nadelholz aussehen kann:














 
Wird die Oberfläche noch coloriert, sieht es so aus:













Bedienung

Kommen wir nun zu der Bedienung der Maschine.

An Bedienelementen gibt es an dem Rustofix eigentlich nur drei: Den Ein-/Ausschalter, die Drehzahlvorwahl und die Spindelarretierung.

Da der Antrieb des Rustofix vom Aufbau her ein Winkelschleifer ist, befindet sich auch der Schalter, wie gewohnt am Griff des Antriebs.
Der Druckknopf oberhalb des Tasters ist eine Kombination aus Einschaltsperre und Verrieglung für den Dauerbetrieb. 









Die Bedienung ist etwas tricky, schwer in Worten zu erklären, daher habe ich dazu ein kurzes Video erstellt:




Direkt vor dem Arretierknopf befindet sich das Drehrad für die Drehzahlvorwahl. Dieses ist versenkt angebracht, so ist es gegen versehentliche Verstellung oder Beschädigung bestens geschützt. 










Links und rechts neben dem Drehrad befindet sich eine LED, die rechte grüne signalisiert den Betrieb und ein OK, wogegen die links angebrachte rote LED eine Störung oder Überlast signalisiert. Sie leuchtet auch nach dem Einschalten kurz auf. In der Zeit, wo der Sanftanlauf seinen Dienst verrichtet.








Vorne am Getriebekopf befindet sich der Knopf für die Spindelarretierung. Ebenfalls typisch in Grün abgesetzt und einfach zu finden. 












Was es noch kurz zu erklären gilt, ist der Wechsel der Bürsten. 

Diese sind ja komplett gekapselt, um die Absaugung zu verbessern und als Schutz, dass nichts im Betrieb in die Bürsten geraten kann. 

Um nun an die montierte Bürste zu gelangen, ist seitlich ein Deckel wegzuschwenken.

Dazu ist diese vordere Knebelschraube zu lösen. Ein komplettes Entfernen ist nicht notwendig.











Danach kann der Blechdeckel weg geschwenkt werden und die Bürste ist zugänglich.











Da komme ich auch gleich zu meinem zweiten Kritikpunkt. 

Der Deckel wird nur im unteren Bereich an der Absaughaube gehalten, oben ist er frei und im Betrieb vorallem mit der Stahldrahtbürste klappert er nervig. Da gehört noch ein Haken oder irgendwas hin, was den Deckel im oberen Bereich fixiert oder rundum ne Gummilippe o. ä.








Zum Wechseln der Bürste wird nun die Spindelarretierung eingedrückt und die Befestigungsmutter mit dem beiliegenden großen Schlüssel gelöst.










Hier sieht man die beiden Befestigungskomponenten: Mutter und U-Scheibe.











Und als kleine Spielerei, die Reihenfolge im Einbau:













Abschließend noch ein paar Hinweise zur Bedienung:

Die Befestigungsmutter der Bürsten muss nicht angeknallt werden. Leicht handfest reicht völlig aus, so hat man auch später keine Probleme beim Wechseln der Bürste.

Beim Bearbeiten von kleinen Werkstücken lege ich den Schlauch gerne über das Handgelenk.











Sind die Werkstücke länger, vorallem weil dann der Schlauch an der Tischecke vorbei muss, kommt er über die Schulter. 











Und aus einer anderen Perspektive.






Kurze Werkstücke sollten IMMER fixiert werden. Die schießen sonst gerne durch die Gegend. 











Antirutschmatten können ebenfalls verwendet werden, sollten aber ne dickere Ausführung sein und eher schwer. Leichte Matten, wie solche für unter Teppichen eignen sich nicht dafür. Durch den Luftsttrom der Bürsten und der Absaugung können sie hochgehoben werden und wickeln sich um die Bürste. Was die Maschine mit roter LED quittiert. Ich spreche da aus Erfahrung, einmal zu faul gewesen und prompt kam die Quittung. 

Die Werkstücke sollten entweder eine gewisse Überlänge aufweisen oder man muss am Anfang und Ende passende Hölzer dazulegen, damit die Führungsrollen eine Auflage haben.









Ansonsten kann es sein, dass die Bürsten am Anfang zu tief greifen, das belastet die Maschine + Bürste  und führt zudem zu unschönen Kanten. 










Auch beim Bürsten sollte ähnlich wie beim Hobeln auf den Faserverlauf geachtet werden.
Ansonsten kann es zu unschönen Ausrissen kommen.










Gerade im Bereich um Äste ändert sich der Verlauf der Fasern. Da empfiehlt es sich passend die Bürstrichtung anzupassen. Das erfordert etwas Übung, aber die kommt mit der Zeit. Man sieht ja am Ergebnis ob die Richtung stimmt oder nicht.


Was auch verhindert werden sollte, ist ein anhalten der Bewegung mit aufgesetzter Bürste. Der Rustofix muss immer in Bewegung gehalten werden. Das gilt auch zum Ende eines Bürstvorgangs. Erst die Maschine hinten vom Werkstück abheben und dann den Vorschub stoppen.


Ansonsten bekommt man solche unschöne Dellen ins Werkstück.














Übung macht auch beim Rustofix den Meister. Er ist jetzt keine Maschine, mit der man sofort top Ergebnisse erzielt. Wichtig ist neben der nicht zu tief eingestellten Bürsttiefe, noch eine gleichmäßige Bewegung. Wie oben schon erwähnt, Stillstand muss vermieden werden. Ansonsten nicht zu schnell schieben. 
Großartig Druck auf die Maschine ausüben ist nicht notwendig, die 7,5kg Kampfgewicht machen das schon. Gerade mit der Litzendrahtbürste ist es schon anstrengend genug, die Maschine zu führen.

Ich hatte ja einiges an Brettern am Stück gebürstet, da weiß man hinterher schon, was man getan hat.











Im Restaurierungsbereich wird man den Rustofix gezwungener Maßen wahrscheinlich auch an senkrechten Balken oder über Kopf einsetzen müssen, aber aufgrund der Größe und des Gewichts sind liegende Bauteile eindeutig einfacher zu bearbeiten.  
Wobei ich aber auch ganz klar sagen muss, die Ergebnisse entschädigen hinterher für die Arbeit und den geflossenen Schweiß.

Recht entspannt lässt sich mit dem BMS 180 E auf langen Werkstücken arbeiten, man braucht einfach nur schieben.











Bis jetzt habe ich auch einige Dekoartikel hergestellt, bei denen ich eher kurze Teile mit dem Rustofix bearbeiten musste. Mit Übung ist das auch weiter kein Problem, bedarf aber deutlich mehr Aufmerksamkeit und auch Kraft.









Noch ein Wort zu den Hölzern, die man mit einer Bürstmaschine bearbeiten kann. 
Prinzipiell geht es natürlich mit jedem Holz, logisch, nur bei manchen ist der Effekt so gering, dass es praktisch nichts bringt. Dazu zählen alle feinporigen Hölzer, wie Buche oder Ahorn. Man bekommt zwar eine raue Oberfläche, nur der eigentliche Effekt, dem Hervorheben der Maserung bleibt aus.

Ich habe einige Probestücke bearbeitet und hier meine Einschätzung zu den unterschiedlichen Hölzern.











Mein ganz klarer Favorit, was den Effekt anbelangt sind die Naddelhölzer Fichte/Tanne und Kiefer. Sie haben eine ausgeprägte Maserung, eher breite Jahresringe und einen deutlichen Farbunterschied von Früh- zu Spätholz. 
Daher lassen sie sich wunderbar bürsten und es gibt einen tollen rustikalen Effekt.







Dieser lässt sich auch noch mit einem Behauen mit der HL-850 kombinieren. 












Enttäuscht hat mich allerdings das Ergebnis bei Western Red Cedar. Die Oberfläche wird zwar ähnlich ausgeprägt wie bei den heimischen Nadelhölzern, aber das ist eher nur fühlbar, der Farbunterschied ist gering und optisch fällt es nicht sonderlich stark auf.








Eiche ist ja bekanntlich auch ein eher grobes Holz mit deutlicher Maserung. 
Da die Jahresringe feiner sind, wird auch das Ergebnis der Bürstung feiner, trotzdem verstärkt eine Bearbeitung den Charakter der Eiche deutlich.








Sehr gut eignet sich eine Bürstung, wenn die Oberfläche später mit einem pigmentierten Öl o. ä. behandelt werden soll.

Hier in der Mitte roh, unten farblos geölt und oben mit einem Antiköl behandelt und kurz nach dem Aufbringen quer zur Faser abgewischt. Die Pigmente bleiben in den ausgebürsteten Bereichen zurück und verstärken optisch die Maserung.









Ein Zwitter ist da der Nussbaum, was der Sinn einer gebürsteten Oberfläche betrifft.

Soll er farblich nicht behandelt werden, macht ein Bürsten nur wenig Sinn. Die Oberfläche wird zwar rau, aber mir sagt das Erscheinungsbild nicht wirklich zu.










Anders sieht es aus, wenn anschließend wieder zu einer Colorierung gegriffen wird, hier im Beispiel ein weißes Pigmentöl, ebenfalls nach kurzer Einwirkung quer abgerieben. 








 

Der Effekt hat schon was, ist aber nicht für die Masse geeignet.



Fazit

Tja was ist den nun mein Resümee über den Festool BMS 180 E Rustofix?
Groß was zu meckern habe ich, bis auf die zwei angesprochenen Punkte nicht. Die Verarbeitung von Maschine, Koffer und Bürsten ist hochwertig. Mit gedrehtem Griff, was auch recht einfach geht, ist er auch für einen Linkshänder problemlos zu bedienen. 
Das Arbeiten mit dem Rustofix ist zwar schon anstrengend, vorallem wegen dem Gewicht der Maschine, aber davon abgesehen funktioniert sie einwandfrei, liefert super Ergebnisse ab und die 1500W reichen in allen Lebenslagen aus. Sehr gut gelungen finde ich in dem Zuge auch die Auslegung der Konstantelektronik. Sie arbeitet dezent im Hintergrund, ohne dass man als Anwender davon etwas wirklich merkt. Kein Drehzahlgezappel oder sonst was. 
Ich habe auch mehrere Stunden am Stück mit dem BMS 180 E gearbeitet, von kurze Pausen zum Bretter wechseln abgesehen, das stellte für die Maschine kein Problem dar, auch war nur eine normale Erwärmung bis "handwarm" erkennbar. Wirklich heiß wurde nichts.

Ansonsten ist klar zu sagen, der Rustofix ist ein Spezialist, zum einen was natürlich seine Funktion betrifft und auch das Ergebnis was man damit erzielt. 
Ich persönlich mag ja solche rustikalen Effekte. Wer dagegen denen nichts abgewinnen kann und moderne Designs bevorzugt, dem bringt eine Bürstmaschine wenig.
Ich rede jetzt hier nur aus der "Schreinersicht", Ich denke ein größeres Anwendungsfeld wird im Restaurationsbereich liegen, nur dazu kann ich nicht wirklich was sagen.




Bezugsquelle:

Den Festool BMS 180 E Rustofix könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

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