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Sonntag, 20. Oktober 2019

Tipp: Die unterschiedlichen Tische der Festool MFK 700 kurz erklärt.

Die Festool MFK 700 ist schon ziemlich multi, gerade was die verfügbaren Tische und deren Anwendung angeht und da ab und an die Frage aufkam, möchte ich hier kurz die vier verfügbaren Tische der MFK vorstellen (Teilweise gilt das auch für die OFK 700).

Mittlerweile gibt es vier unterschiedliche Tische für meine geliebte MFK. Neben dem Standardtisch, gibt es diesen (Seit Einführung der Conturo) auch zum Anleimer fräsen mit Kugellagerbremse und dann noch die beiden reinen Anleimertische, einmal mit 0° und 1,5° Tischneigung.








Der Standardtisch und auch der von mir am häufigsten verwendete, ist dieser hier.












Mit dem können so gut wie alle Kantenfräsungen erledigt werden und durch die große Sohle liegt er auch stabil auf schmalen Kanten auf und die MFK lässt sich einfach auch um Ecken zirkeln, ohne dass die Gefahr von Abkippen besteht.









Zudem kann er mit einem Parallelanschlag ausgestattet werden, um zum Beispiel Werkstücke zu nuten.











Was mit ihm nicht geht, ist das Fräsen von Anleimern, solange sie noch nicht bündig gefräst sind. 











Durch seine durchgehende Sohle sitzt der Standardfuß auf dem Anleimer auf. Das funktioniert nicht.











Ansonsten kann die MFK mit diesem Tisch mit jedem Fräser verwendet werden, der durch die Tischöffnung passt (ca. 32 mm).












Der Standardtisch mit erweitertem Funktionsumfang ist die Variante mit der angebauten Bremse.











Mit diesem lassen sich auch noch überstehender Anleimer direkt abrunden oder fasen, da die Sohle im Bereich hinter dem Fräser höher ist und so einen Durchlass bietet.










Hier ist das zu erkennen.













Die federnd gelagerte Kugellagerbremse im Detail.












Wird damit nun ein empfindlicher Anleimer abgefahren, besteht keine Gefahr, dass dieser durch das sich drehende Anlauflager beschädigt wird. Speziell Kunststoff ist da zickig.










Wer jetzt denkt, "ach ich schraube einfach die hintere Platte ab und habe dann einen normalen Tisch", ...











... der hat Pech. Die untere Hartpapierschicht ist zu dünn, es gibt einen Versatz.












Was aber problemlos geht, die Bremse zu entfernen und den Tisch ohne oder mit dem Parallelanschlag zu nutzen.











Der Tisch ist perfekt,  um direkt Anleimer, welcher noch leicht übersteht, abzurunden oder zu fasen ohne diesen vorher bündig fräsen zu müssen.



Jetzt kommen die beiden speziellen reinen Anleimertische.

Da ist zum einen, der dem Set beiliegende Tisch mit 1,5° Neigung.












Erkennbar an der nachgefrästen Front und der unbearbeiteten Oberseite.












Alle diese Tische haben den Nachteil, wenn sie liegend an den Motor gesetzt werden, dass die Länge des Fräser stark limitiert ist. 
Daher braucht es zum Bündigfräsen in der Regel einem speziellen sehr kurzen Fräser.









Bei Bündig oder Fasefräser ist zwingend das Anlauflager zu entfernen, damit erst überhaupt eine Möglichkeit besteht, dass sie passen könnten.










Hier erkennt man den schrägen Sitz des Fräsmotors zur Grundplatte.












Praktisch ist dies vorallem beim Bündigfräsen von Anleimern an beschichteten Plattenmaterial, bei dem auf KEINEN Fall die Plattenoberfläche berührt und beschädigt werden darf.

Hier kann man das erkennen. Der Fräser sitzt auf dem Anleimer auf, im Bereich der Platte ist aber ein geringer Abstand sichtbar.












Würde der Fräser in einer Ebene mit der Plattenoberfläche stehen, müsste die Maschine zum einen extrem exakt eingestellt werden und der kleinste Wackler würde die Oberfläche beschädigen. Daher ist die kleine Schrägstellung sehr sinnvoll.

Wird der Motor senkrecht in dem Fuß montiert, ist dieser ebenso um 1,5° geneigt, das muss man beachten, gerade wenn man damit z.B. eine Kante abrunden will.

Dies ist eigentlich DER Tisch zum bündig fräsen von Anleimern an Plattenmaterial. Daher liegt er auch standardmäßig dem Set bei. 


Um Kanten abseits des bündig fräsens zu bearbeiten, dafür ist die zweite Variante mit 0° Neigung weitaus besser gedacht.











Erkennbar zum einen an dem Aufkleber und der nicht nachgefrästen Front aber bearbeiteten Oberseite.











Eher ein Exot und da ich im Bereich Anleimer wenig mache, weiß ich jetzt nicht, in wie weit der da eine Verwendung findet
Das einzige was ich mir denken kann: Es gibt den ja schon lange, deutlich länger wie den Standardtisch mit Bremse. Daher kann es gut sein, dass er früher der Tisch war um überstehenden die Kante an Anleimer direkt zu bearbeiten, ohne diesen vorher bündig fräsen zu müssen. 

Er bietet bis auf die Bremse die gleichen Möglichkeiten. Die Maschine kann stehend im 90° Winkel an Platten mit Überstand entlang geführt werden, ohne dass er wie der Standardtisch hängen bleibt oder wie der 1,5° Tisch, kein richtiges Ergebnis (speziell bei Abrundfräsern) liefert.








Das geht auch mit liegender Fräse, allerdings nur mit kugellagerlosen Fräsern.
Auf dem Bild kann man dann auch gut erkennen, was solch einem Abrundfräser machen würde, wenn er mit dem 1,5° Tisch eingesetzt wird. 
An der Oberkante des Anleimers würde der Abrundfräser den Radius entweder noch nicht komplett abnehmen oder wenn es oben sauber passt, würde die Schneide unten leicht in die Kante ritzen.





Ich verwende ihn gerne, in liegender Position, um mit einem Zinkenfräser parallel zu einer (auch geschwungenen) Kante eine Ziernut zu fräsen. Das klappt mit dem 1,5° Tisch nicht so recht, da er halt leicht gekippt ist.
Aber ich denke nicht, dass das ne gängige Anwendung ist.

Einen weiteren Vorteil hat der 0° Tisch aber noch gegenüber dem Standardtisch. 

Man hat freien Blick auf den Fräser und sieht was man da fräst. Das kann ab und an schon ganz sinnvoll sein.











Allerdings ist das auch mit einem Nachteil verbunden, bzw. prinzipiell wenn die Maschine auf diesen Tischen stehend eingesetzt wird. 

Um den Tisch auch bei überstehendem Anleimer um die Ecken zirkeln zu können, ist die Gleitsohle zum Fräser hin deutlich schräg zurückgesetzt. Zudem ist die Sohle eher schmal.










Aus diesem Grund neigt die so stehende MFK leichter zum kippen, was unschöne Spuren im Werkstück hinterlassen kann.











In der Kombination muss man besonders aufmerksam fräsen.

Zum Schluss noch ein Punkt der Kategorie "Früher war alles besser".


Mein 0° Tisch ist schon älter. Damals hatte Festool eine praktische Skala auf dem Drehknopf der Höhenverstellung. Diese ist einem nun größerem Pfeil ohne weitere Markierung gewichen. Schade!











Ich hoffe ich konnte etwas helfen und Klarheit in das "Tischwirrwarr" der MFK 700 bringen.


Kommentare:

  1. Hallo Michael,


    interessanter Bericht, zu den verschiedenen Tischen bei der MFK 700.

    Denke, mir wäre z.B. nicht der Unterschied bei den beiden Standarttischen aufgefallen.

    Mir war zwar aufgefallen, das es eine MFK mit Bremse und eine ohne gibt, aber wie, wo, was,
    war für mich nicht ersichtlich.
    Eine Frage drängt sich mir aber auf:
    Das es bei der Bremse nicht geht ohne diese zu arbeiten, wäre die Frage, ob sich der
    Tisch ohne Bremse mit selbiger und der Zusatzplatte entsprechend umbauen lassen?

    So wäre ja nicht ein zweiter Tisch nötig.

    Gruß

    Tommy

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    1. Moin Tommy,

      ja das geht. Wenn man sich die div. unterschiedlichen Teile des Bremstisches besorgt, kann man den Normalen umbauen.

      Grüße
      Michael

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  2. Hallo Mischa,

    Danke für die Antwort.

    Gruß
    Tommy

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