Ihr findet meine Projekte gut, habt aber selbst keine Möglichkeit diese nachzubauen, dann schaut doch in meinem Shop vorbei. Falls Ihr dort nicht fündig werdet, schreibt mir eine Email.


Sonntag, 22. Juli 2012

Projektvorstellung - Waschtisch Teil 5

Herstellen der Gratnut- und -leisten


Es gab wieder mal etwas neues zu probieren, die obere Platte sollte mit zwei Gratleisten gegen Schüsseln bestückt werden. So was hatte ich noch nie gemacht.

Um mit den Arbeiten beginnen zu können, mussten zuerst zwei Referenzkanten gesägt werden. Nachdem ich an einer vorderen Ecke einen möglichst exakten 90° Winkel angezeichnet habe, wurde die entsprechende Seite mit der Tauchsäge und Führungsschiene abgesägt. Nun hatte ich zwei genau im rechten Winkel zueinander stehende Seiten, von denen jetzt alle weiteren Bemaßungen ausgehen.

Da ich die Platte mit deutlichem Übermaß angefertigt habe, war es jetzt an der Reihe die genaue Größe festzulegen. Da die Platte später bündig mit dem Gestell abschliessen soll, wollte ich die Platte möglichst gut an das Gestell anpassen, falls es an diesem Toleranzen geben sollte.
Dazu habe ich das Gestell zusammengesteckt, ausgerichtet und mit langen Zwingen fixiert. Um das Anzeichnen des Umrisses zu erleichtern, wurden Holzleisten mit Zwingen an den Beinen befestigt, die der Platte als Anschlag dienen. So konnte ich die Platte einfach gegen die Leisten drücken und die Umrisse des Gestells anzeichnen. 
(Leider habe ich vergessen, davon Fotos zu machen)

Nachdem dies erledigt war, ging es an die Gratnuten.
Zuerst zeichnete ich die genaue Position der Gratnuten an und zusätzlich Hilfslinien für die Positionierung der Führungsschiene.











An diesen Hilfslinien wurde die Führungsschiene möglichst genau ausgerichtet und fixiert. Ob später die Gratnut schön im rechten Winkel zu den Plattenkanten verläuft kann man mit einem langen Tischlerwinkel an der Führungsschiene kontrollieren.
Nachdem die OF 1400 EBQ mit dem Führungsanschlag ausgestattet und passend zur späteren Nut ausgerichtet war, konnten die ersten Späne fliegen. Die seitlichen Markierungen an der Grundplatte der OF und die Feineinstellung des Führungsanschlages erleichtern das Positionieren enorm.




Um den Zinkenfräser zu entlasten, habe ich zuerst die Nut mit einem 8mm Nutfräser ausgeräumt. So muß der Zinkenfräser nur noch die Kanten zerspanen und somit deutlich weniger Material abtragen.










Die Gratnut habe ich mit einem extra dafür angeschafften Zinkenfräser mit 19mm Durchmesser und einem Winkel von 14° von Sistemi Klein gefräst. 
Die Fräser von Sistemi Klein sind sehr gut verarbeitet und extrem scharf.









Soweit war das alles nicht sonderlich schwer, es war nur etwas Aufmerksamkeit beim Anzeichnen und später beim Fräsen der Gratnut nötig.

Nun wurde es etwas komplizierter, es galt die Gratleiste zu fräsen. 
Der Überstand des Fräsers über dem Frästisch war, mit der digitalen Einstellehre und der für den Frästisch praktischen Feineinstellung (nachgerüstet mit einem großen Drehgriff) der großen Metabo OFE 1812 noch leicht einzustellen. 

Die Fräsbreite war da schon schwerer.
Ich habe die Leiste über der Nut ausgerichtet und mit dem kleinen Kombiwinkel die äußeren Kanten der Nut übertragen und anschließend einige Probefräsungen durchgeführt.
Der Flexo 500 ist zwar ein gut verarbeiteter Tisch, aber der Fräseinrichtung fehlt eine seitliche Feineinstellung und Skalen. Da es immer nur minimale Änderungen an der Position des Anschlages einzustellen galt, war das etwas tricky. Da muß ich auf Dauer noch was ändern ( Da schwirrt auch schon was in meinem Kopf, ich habe da noch ein paar Meßuhren rumliegen). Tja schade, dass das CMS System von Festool soooo teuer ist. 
Bei den Gratleisten für den Einlegeboden werde ich anders vorgehen, zuerst die Leisten fräsen und dann die Nuten danach anpassen. Das wird deutlich besser gehen, da der Führungsanschlag eine Feineinstellung hat.



Nachdem alles passend ausgerichtet war, konnte ich die beiden Gratleisten fräsen.















Sie passen sogar.













Nach dem Absetzen der Gratfeder, wurden die Vorderkanten per LAJ und Stoßlade abgerichtet.












Um die Gratleisten am Tischgestell zu fixieren, wurden diese vorne mit einem Schwalbenschwanz versehen und die passenden Gegenstücke in die obere Traverse des Gestells gestemmt.




Topf und Deckel
 














 Hinten wird die Verbindung Gratleisten - Traverse einfach mit einer Überplattung gelöst.
Falls es dort später nicht ganz passt, kann ich immer noch etwas Material wegnehmen und die Teile mit PU Leim und ner Schraube verbinden.









So schaut das Ganze aus (Die Platte wird noch gekürzt)













Und hier das Ganze mit den Seitenteilen












Fertigung der Nutklötzchen

Um später die Platte auf dem Gestell  zusätzlich fixieren zu können, werde ich Nutklötzchen verwenden.

Als Gegenstück bekamen die Traversen Nuten eingefräst (Die Seitenteile durchgängig die anderen beiden nur in der Mitte). Dazu wurde die OFE 1229 mit einem 6mm Scheibennutfräser bestückt und passende Nuten eingefräst. Kurzer Test mit einem 6er Domino Dübel - passt überhaupt nicht. Kurzer Check mit dem Messschieber ergab folgendes: Der Fräser aus dem Edessö Set, der eigentlich 6mm haben sollte, hatte in der Realität nur 5,4mm. Na super, gibts halt nur 5mm Dominos!















Die eigentlichen Nutklötzchen wurden aus einer Bucheleiste hergestellt.
Breite anzeichnen, Position für die Dominodübel anzeichnen, Dübellöcher fräsen und fertig.








 

Die spätere Auflagefläche der Klötzchen wurden, bis auf einen knapp 6mm breiten Streifen hinten, mit dem Flachwinkel Hobel abgeschrägt. So kann die Platte an die Traversen "herangezogen" und falls erforderlich später auch nachgezogen werden. Trotzdem kann die Platte Quer zur Faser frei arbeiten.
















Zum Schluß wurden die Leiste per Rückensäge in die einzelnen Klötzchen aufgeteilt und die Domino Dübel eingeleimt.












Als letztes habe ich noch dünne Leisten ausgehobelt und als Auflageleisten für den Boden in das Gestell montiert.












Verleimen des Tischgestells und letzte Arbeiten an der Tischplatte

Nun konnte das Gestell das Waschtisches verleimt werden, mit den Korpuszwingen war dies einfach und ohne weitere Zulagen möglich. Noch die Diagonalen kontrollieren und eine Zwinge diagonal zur Korrektur setzen und fertig.











Nach dem der Leim über Nacht ausgehärtet war, konnte ich die beiden letzten Teile des Gestells verbauen: Die beiden Gratleisten für die Tischplatte. Diese habe ich zuerst nur vorne verleimt. Hinten werden sie befestigt, wenn die Platte aufgeschoben wird. Falls es Ungenauigkeiten gibt, hat die Sache so noch etwas Spiel.








Nachdem das Gestell fertig gestellt war, habe ich noch die Tischplatte auf die entgültigen Maße gesägt, die Hirnholzkanten der Platte mit dem Flachwinkelhobel und einem Hobeleisen mit 25° Fasenwinkel ( Schnittwinkel 37°) geputzt, die Kanten  mit einem 5mm Radius (wie alle anderen Teile auch) versehen und die Platte feingeschliffen.




Im nächsten Teil dieser Dokumentation, werde ich unter anderem den Bau des Bodens zeigen.



Mittwoch, 18. Juli 2012

Optimierung der Frästiefeneinstellung der Metabo OFE 1812 für den Frästisch.

Um die Frästiefe der nur für den stationären Betrieb im Flexo 500 Universaltisch bestimmten OFE 1812 eleganter einstellen zu können, habe ich diese etwas modifiziert.

Eine Feder aus den Säulen wurde entfernt, um die Kraft zum zusammendrücken zu reduzieren, da später die Fräse auf dem Kopf steht.

Um die Frästiefe einfacher einstellen zu können, bekam die Feineinstellung noch einen großen Drehgriff spendiert.
So lässt sich die Einstellung bequem vornehmen, ohne jedes mal unter den Tisch kriechen zu müssen.






Sonntag, 15. Juli 2012

Projektvorstellung - Waschtisch Teil 4

Fräsen der Zapfenlöcher für die Domino Dübel


Jetzt hieß es erst einmal Stückzahl machen: 76  Zapfenlöcher für 38 Domino Dübel mussten gefräst werden.

Zuerst habe ich die Löcher in die seitlichen Füllungen gefräst. An der Unterseite drei exakt passende Zapfenlöcher nach Anriss und in den Seiten je eines mit 10mm Spiel (Stufe 2 an der DF 500). Diese beiden Fräsungen dienen später nur der Führung der Füllung und sind mit Spiel gefräst, damit das Holz ungehindert arbeiten kann. Oben wird ja die Füllung durch eine Feder gehalten (siehe Teil 3).







Die Fräsungen in den einzelnen Stollen habe ich auch einfach nach Anriss gefräst. Damit sich dabei möglichst keine Ungenauigkeiten einschleichen, habe ich mit zwei Streichmaßen gearbeitet und immer nur von einer Kante aus angezeichnet, auch wenn die Stollen eigentlich alle das gleiche Maß haben müßten.








Ich habe pro Stollen je vier bzw. drei (an den Stellen mit Nuten) Dominos vorgesehen. Die Hälfte hätte es vielleicht auch getan, aber ich wollte den Waschtisch möglichst stabil bauen.
In die beiden einzelnen Zapfenlöcher sitzen später die Dübel, die die Füllung halten.







 
Hier kann man den Aufbau der Seitenteile erkennen. Rechts wird die Füllung mit dem unterem Querfries verleimt, der mittlere Domino hält die Füllung gerade und oben (links) steckt sie mit der angehobelten Feder in der Nut des oberen Querfrieses.









Da nun die Arbeiten an den einzelnen Teilen des Gestells beendet sind, habe ich alle Teile noch mit dem kleinem Flachwinkel Putzhobel und hauchdünner Spaneinstellung verputzt. Da alle Teile bereits vorgehobelt waren, war dies schnell erledigt.









Hier das Ergebnis der Aktion.













Abrunden der Kanten

Nach der Stückzahl in Form von Domino Dübel Löcher folgt das Meter machen, in diesem Fall durch Fräsen eines 5mm Radius an alle Streben. Für das Abrunden der Kanten habe ich meine Kantenfräse eingesetzt.
Zu spät ist mir aufgefallen, dass die Reihenfolge nicht ganz optimal war. Da die Zapfenlöcher bereits eingefräst waren, hat das Anlaufkugellager an diesen Stellen keine Führung mehr. Hätte ich die Kanten zuerst bearbeitet, wäre es einfacher gewesen. Aber auch so war es machbar. Ich habe einfach die MFK zusätzlich mit dem Parallelanschlag bestückt, die Backen des Anschlages so nah wie möglich an den Fräser herangefahren und den Parallelanschlag in eine Flucht mit dem Anlaufkugellager justiert. So konnte ich selbst die kurzen Seiten ohne Probleme fräsen.
















Da die Hirnholzkanten nach dem Fräsen doch etwas rau waren, habe ich sie noch bis Körnung  P320  geschliffen. Dies waren bis jetzt die einzigen Stellen an denen ich an diesem Möbel etwas geschliffen habe. Alles andere wurde bis jetzt nur mit dem Hobel bearbeitet.








Das Ergebnis.













Ölen der Füllungen

Bevor es nun an den Zusammenbau des Gestells geht, mußten noch die beiden Füllungen einmal geölt werden. Würde die Oberflächenbehandlung erst gemacht, nachdem alles zusammengebaut wäre, könnte die obere Kante der Füllungen, die in den Nuten der Querfriese stecken nicht mit geölt werden. Käme es durch trockene Luft zu einem Schrumpfen der Füllung, würde oben ein heller Streifen sichtbar. Um dies zu verhindern, habe ich die Füllungen bereits vor dem Zusammenbau einmal geölt.
Wie zu sehen ist, nehme ich diesmal ein bis jetzt für mich neues Öl. Und zwar handelt es sich um das Möbelhartöl von Natural mit weißen Pigmenten, da ich bei den Badmöbeln verhindern möchte, dass sie all zu stark anfeuern. Gleichzeitig gibt es einen schönen Effekt, da sich die weißen Pigmente in die Poren des Holzes setzen und diese noch zusätzlich hervorheben.


Zusammenbau der Seitenteile

Um die spätere Montage zu vereinfachen, habe ich in den Stirnkanten der Hölzer bereits die Domino Dübel eingeleimt. So kann das Gestell auch einfacher, nur mal probeweise zusammengesteckt werden.










Nun wurden die unteren Querstreben mit den Füllungen verleimt. Dazu habe ich wieder die Korpuszwingen von Bessey verwendet, durch die solche Arbeiten doch deutlich entspannter ausfallen als mit normalen Zwingen. Die obere Querstrebe ist bei dem Verpressen nur aufgesteckt, damit ich nicht Gefahr laufe, die obere Feder zu beschädigen.








Nach dem Trocknen des Leimes kamen die Beine an die Reihe und wurden mit den Querstreben verleimt und gleichzeitig die Füllung eingesetzt.
Der Schraubendreher zeigt auf den inneren Spalt, wo die Füllung Platz zum arbeiten hat.








Kleiner Tipp

Bis jetzt habe ich den ausgetretenden Leim nach dem Trocknen mit einem Stemmeisen entfernt. Diesmal habe ich etwas neues ausprobiert: Ich habe den Leim ganz kurz anziehen lassen und die Überstande mit einem keilförmig abgeschnittenen Trinkhalm aufgesammelt.









Das klappt erstaunlich gut und ich mußte nichts mehr nacharbeiten. Den Trick habe ich auf der Holzwerken Seite gesehen. Man sollte nicht sofort den ganz frischen Leim entfernen, sondern 1-2 Minuten warten, dann schmiert der Weißleim weniger, läßt sich aber trotzdem noch einfach entfernen.







Hier sieht man die fertig verleimten Seitenteile.













Das komplette Gestell habe ich nur mal zusammen gesteckt, um die Passungen zu überprüfen und ein paar Maße zu nehmen. Es wird erst zum Schluß verleimt, da noch ein paar kleine Arbeiten zur Befestigung der oberen Platte und des Bodens nötig sind und diese gehen leichter, wenn das Gestell noch zerlegt werden kann.






Im nächsten Teil des Projektes "Waschtisch"wird dann u.a. die Herstellung der Gratnut und -leisten für die obere Platte zu sehen sein.



Freitag, 13. Juli 2012

Neuzugang in der Werkstatt - Grobet Laubsäge mit verstellbarem Bügel


Damit sich mein Pfeil Anreissmesser nicht so alleine fühlt, hat es heute noch Gesellschaft von einem Landsmann bekommen:
Eine kleine Laubsäge von Grobet.

Die Säge ist wirklich schön verarbeitet, bis auf diesen wirklich häßlichen Griff aus schwarzem Plastik. Da ich des Drechselns nicht mächtig bin, um mir einen schönen Griff, ähnlich dem wie der Grobet von Heiko zu bauen, habe ich kurzerhand ein Feilenheft genommen, eine M8er Gewindemuffe eingeschlagen und das Heft noch fein geschliffen und geölt.
Die Säge liegt jetzt gar nicht so schlecht in der Hand und sieht schon deutlich besser aus.