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Mittwoch, 15. Februar 2012

Werkzeugvorstellung - Metabo SXE 450 Turbotec Exzenterschleifer

In meiner Werkstatt ist der Exzenterschleifer das meißtgenutzte Schleifgerät. Im Prinzip führe ich alle Schleifarbeiten mit dem Exzenterschleifer aus. Den Schwingschleifer nutze ich "nur" für den letzten Schliff mit feinen Körnungen. Angefangen hat die Ära Exzenterschleifer mit einem Gerät vom Lebensmitteldiscounter. Schon bei leichtem Druck blieb der Schleifteller stehen und drehte sich nicht mehr, Materialabtrag gabs mit dem "Gerät" eigentlich nicht. Der Nächste Schritt war ein Bosch PEX 270, den ich für 20,- beim Baumarkt mit dem Bieber erstanden habe. Von der Abtragsleistung und der Eigenstaubabsaugung ein gutes Gerät, nur leider ohne jegliche Vibrationsdämpfung. Danach hielt der kleine Bruder des SXE 450 Turbotec, der SXE 425 Einzug in meine Werkstatt. Da ich immer mit einem Auge Richtung Ebay schiele, habe ich dann irgendwann den hier vorgestellten SXE 450 ergattert.

Metabo SXE 450 Turbotec mit passendem Systainer


Da auch das Schleifergebnis für den Gesamteindruck und somit für die erreichte Qualität sehr wichtig ist, habe ich mich für Exzenterschleifer der gehobenen Klasse entschieden. Genau wie der "kleine" SXE 425 wird auch der Große in Deutschland produziert und macht den gleichen hochwertigen Eindruck. Der Exzenterschleifer liegt sowohl ein-, als auch beidhändig sehr gut in der Hand.
Dieser Eindruck setzt sich auch beim Schleifergebnis und der erzielten Oberfläche fort und durch die 350 Watt hat man eigentlich immer genug Leistungsreserven zur Hand.
Das herausragende Ausstattungsmerkmal des SXE 450 sind seine zwei Schwingkreise. Der Schleifer läßt sich durch drücken eines Knopfes und drehen der Schleifplatte entweder auf einen Schwingkreis von 2,8mm oder 6,2mm einstellen. Der große Schwingkreis sorgt für einen starken Abtrag mit einer verminderten Oberflächenqualität, für den Feinschliff stellt man den Schwingkreis einfach auf 2,8mm um und kann sich über ein super feines Schleifergebnis freuen. Was andere Hersteller mit zwei Geräten abdecken müssen, geht bei dem SXE 450 mit einem.

Wie es sich für ein Gerät dieser Klasse gehört, kann der SXE 450 genau wie der 425 mit verschieden harten Schleiftellern ausgestattet werden.
Ich verwende den SXE 450 mit dem ab Werk montierten mittelharten Teller, sowie mit dem zusätzlichen weichen Stützteller. Zum Einschleifen von Öl und bei geschwungenen Kanten, montiere ich noch zusätzlich das noch weichere Interfacepad. Dieses Pad hat aber keine Absauglöcher, sodass die Absaugfunktion des Exzenterschleifers wegfällt. Beim Einschleifen von Öl ist dies aber ein Vorteil, weil so keine Gefahr besteht, dass Ölreste mit angesaugt werden und so den Sauger innen verkleben könnten.

Der SXE 450 Turbotec verfügt über eine Drehzahlregelung (ohne Konstantelektronik) und einen "Turbo-Boost" Schalter. Mit diesem wird einfach die Regelung überbrückt und der Motor bekommt die vollen 230V. Wirklich wichtig ist diese "Funktion" nicht. Ich nutze sie eigentlich nur beim Endschliff mit anschließender Ölung von mehreren Teilen. Endschliff mit Schleifpaier und Turbo, zum Einschleifen des Öls, wird der Interfacepad mit passendem Schleifvlies montiert und der Turbo abgeschaltet. Durch die geringere Drehzahl besteht keine Gefahr, dass Öl durch die Gegend spritzt.

Wie eigentlich alle besseren Exzenterschleifer, verfügt auch der SXE 450 über eine Tellerbremse. Beim Festool Rotex RO 125 FEQ läßt sich diese Bremse bei Verschleiss schnell mit wenigen Handgriffen werkzeuglos wechseln. Beim Metabo SXE 450 bzw. auch beim 425 geht dies zwar auch relativ einfach, aber nicht werkzeuglos.

Weiter verfügt der SXE 450 über einen abnehmbaren vorderen Handgiff und eine Eigenabsaugung  mit Intecfiltersystem. Die Absaugung an sich funktioniert sehr gut, wenn der Intecfilter nicht wäre. Um diesen leichter zu leeren hat man nicht wie z.B. bei Bosch einen Tupperdosenverschluß gewählt, sondern eine hintere Klappe. Genau diese ist der Schwachpunkt, durch die Spalten rieselt etwas Staub langsam wieder ins Freie und in die Werkstatt, wo er eigentlich nicht hin soll. Da aber die Möglichkeit besteht direkt einen Sauger anzuschliessen, stört mich dieser Schönheitsfehler eher weniger. Wichtig beim Kauf war mir eine möglichst geringe Vibration. Dies erfüllte schon der SXE 425 und der 450 glänzt in dieser Disziplin auch. Im kleinen Schwingkreis spürt man so gut wie keine Vibrationen, im großen werden sie, je nach verwendeter Körnung, etwas stärker. Es ist aber trotzdem noch alles im grünen Bereich und es läßt sich mit beiden Einstellungen ermüdungsfrei arbeiten.
Anders als der SXE 425 wir der Metabo SXE 450 Turbotec schon ab Werk mit einem hochflexiblem OZOFLEX Gummikabel geliefert, sodass ein Wechsel des Netzkabels nicht nötig war.



Bezugsquelle:

Den Metabo SXE 450 Turbotec könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.

Kommentare:

  1. Ich find den Bericht erstklassig! Was mir besonderst gefällt, dass der feine Unterschied zwischen den beiden Modellen rauskommt.

    Meine grundsätzlichen Frage an den Profi wäre noch, welche Größe jetzt für einen Heimwerker (vorwiegend Holz) geeigneter ist, nachdem zwischen den Maschinen nur 200 Gramm liegen?

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  2. Hallo,

    welcher Profi??
    Am Anfang hatte ich auch gedacht ein 125er reicht. Da ich aber mittlerweile beide großen habe/hatte, rate ich zum großen SXE 450. Die 25mm mehr Durchmesser sind schon einiges, so vom Zahlenwert realisiert man das gar nicht, erst wenn man beide nebeneinander sieht.
    Der Große liegt stabiler auf, schleift natürlich eine größere Fläche in der gleichen Zeit und hat die beiden Schwingkreise.

    Grüße

    Micha

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  3. Hallo Micha,

    schönen informativen Blog hast Du da.(Auch wenn ich noch nicht alles gelesen habe.)

    Nur habe ich wegen dem Schleifer eine Frage:

    Welche Pads, oder so, benutzt Du zum einpolieren von Öl?

    Gruß Tommy

    nau_tommy(et) web(punkt)de

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    1. Hallo Tommy,

      Danke!

      Ich nutze die Pads von Festool. Zum Einschleifen den grünen Pad und zum abschliessenden polieren den Weißen.
      Die sind zwar nicht gerade preiswert, aber ich brauche ja pro Möbelstück höchstens je einen Pad.
      Und der Schotte in mir entfernt, nachdem die Pads getrocknet sind, den Klettbelag und nimmt die Rückseite noch fürs Handschleifen.

      Grüße

      Micha

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  4. Hallo Micha,

    aufgrund Deines Berichtes hier und dem einen, oder anderen Tip bei den woodworker
    haben wir uns den SXE 450 angeschafft.
    Wobei ein Festool ETs 150/3 auch auf der Wunschliste stand.

    Tja, und was soll ich sagen: Meine Frau ist so begeistert von dem Teil, das sie
    nun alles mögliche sucht um es zu schleifen.

    Vorher haben wir einen Mcalister Extender benutzt, was für eine "Wackelkiste".
    Wir werden ihn wohl nur noch nutzen um mit den Festool Ölpads zu arbeiten, so
    wird der metabo nicht unnötig verölt.

    Gruß Tommy

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    1. Hallo Tommy,

      freut mich, dass mein Bericht Dir geholfen hat.
      Ich benutze zum Einschleifen von Ölen auch den 450er, aber mit so einer "Haftzwischenscheibe" ohne Lochung. Das ist eine dickere Schaumstoffscheibe mit Klett dran. Das Ding kommt zwischen Teller und Schleifpad und hat auch den Vorteil, man kann gerundete Kanten damit schleifen.
      Die von Metabo hat die Artikelnummer 6.24037.00

      Grüße

      Micha

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  5. Hallo Micha,

    Kann man an den SXE450 auch 125 mm Teller anbauen oder geht das nicht?

    Schöner Blog mit interessanten Artikeln.

    Gruß

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    1. Hallo,

      sorry Kommentar nicht gesehen.
      Theoretisch sollte das schon gehen, ich meine die Aufnahme vom SXE 425 und 450 wären gleich. Aber der Sinn entzieht sich mir.
      Was vielleicht ein Problem sein könnte, wäre die Tellerbremse, da diese ziemlich weit außen sitzt.

      Grüße

      Michael

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  6. Habe nach langem hin und her zwischen Festool, Makita, (Metabo kaufe ich nach div. Enttäuschungen nicht mehr) dann den erheblich günstigeren AEG 150 erworben und bislang höchst zufrieden, habe leider keinen Vergleich aber er ist umschaltbar, grob-fein, Fibration und Lautstätke halten sich im Rahmen und bei ca. 150,-€ ebay bislang OK., guter Abtrag, aber bislang nur ein Scheunentor damit abgeschliffen, zum ganz groben Vorschliff Winkelschleifer mit verstellbarer Drehzahl und Haftteller benutzt

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  7. Hi,
    habe mir jetzt auch den SXE 450 zugelegt und bin sehr zufrieden.
    Nur ein "Problem" hab ich. Man kann ja den Schwingkreisradius verstellen.
    Nur weiß ich nicht wann ich den groben und wann den feinen eingestellt habe?!
    Ich merke da keinen Unterschied wenn ich das 40er Papier drauf hab und schleife...
    Eine Idee?

    Gruß
    Denis

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    1. Hallo Denis,

      der Punkt ist etwas doof bei dem SXE, es fehlt ein Indikator.
      Du musst über den Rand des Lagergehäuses auf den Schleifteller peilen, diesen dann per Hand drehen oder kurz anlaufen lassen. Dann erkennt man, welcher Schwingkreis aktiv ist.

      Grüße

      Michael

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