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Mittwoch, 7. Januar 2015

Gastbeitrag: Bau eines Treppengeländers aus Buche - Teil 2

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag und stammt von Helge Frey  (Text und Bilder).


18.Juni 2013

An sich hätte ich schon viel weiter sein können … aber nachdem ich neue Hobelmesser bestellt habe und danach feststellen musste, dass ich auch einen neuen Messerträger benötige, beruflich viel zu tun hatte, dass Wetter nicht so war, dass ich draußen hätte weiter arbeiten können und zwischendurch auch noch die Kinder krank waren … auch ich kann nicht alles auf einmal.
Am Montag hatte ich jedoch wieder einen guten halben Tag Zeit. Leider haben sich bei den bereits fertigen Treppenpfosten Spalten zwischen den Bohlen gebildet. Da ich die Pfosten aber nicht farbig lackieren will, entschied ich mich, sie wieder aufzutrennen, anschließen auszuhobeln und neu zu verleimen. Der Materialverlust führt nun dazu, dass ich wohl noch eine Buchenbohle nachkaufen werde, um wieder auf meine Breite zu kommen.
Warum sich die Spalten gebildet haben, ist mir nicht ganz klar, da die einzelnen Bohlen plan aufeinander lagen. Ich vermute, dass der Leim nicht mehr gut war, da er auch nach dem Trocknen weiß geblieben ist. Weiterhin hatte ich zwar besonderes Augenmerk auf ausreichend Leim in den Randbereichen gelegt, aber vielleicht auch nicht genug Druck hier beim Verleimen aufgebaut. Dieses Mal habe ich erst zwei Holzstücke testweise verleimt und abgewartet, ob der Leim transparent wird. Und die Zwingen habe ich weiter am Rand angesetzt. 


17.Dezember 2014

Was auf dem besten Wege war, eine „unendliche Geschichte“ zu werden, hat nun am letzten Wochenende vorerst einen Abschluss gefunden. Und zwar nicht, weil ich so ein ehrgeiziger und ambitionierter Holzwerker bin, sondern weil mir meine Frau verboten hat, noch irgend ein neues Holzprojekt anzufangen, bevor dieses ***** Treppengeländer fertig ist. 

Nun denn, der Druck war da und ich habe mich neu ans Werk gemacht.











Nachdem die vier Pfosten fertig verleimt, gehobelt, Kanten gebrochen und geschliffen (80-120-180) waren, kamen die Geländerstäbe, Bodengurt und Handlauf dran. Letztere beide habe ich dann noch mit einem Profil versehen.
Lange hat mich die Frage umgetrieben, wie ich die Geländerstäbe am besten im Bodengurt und im Handlauf befestige. Angefangen von der Idee eine Nut in der Breite der Geländerstäbe zu fräsen und diese dort mit Distanzklötzen einzuleimen, bis hin zu der Frage, ob ich mir nicht doch eine Dominofräse oder den Duodübler kaufe, habe ich mich letzten Endes dafür entschieden, zwei Schablonen zu bauen.

Mit der einen Schablonen und einen Dübelfräser habe ich mit Oberfräse und Kopierring die Löcher für die 8mm Runddübel gefräst. Das ging sehr gut.










Um die gegenüberliegenden Löcher in den Geländerstäbe zu fräsen, habe ich die Oberfräse unter den Frästisch gespannt und mir eine Haltevorrichtung für die Stäbe gebaut, so dass ich sie von oben gegen den Dübelfräser führen konnte.








Das hat nicht gut geklappt, da die Geländerstäbe von den Maßen her nicht ganz exakt waren. Im Nachgang habe ich diese dann noch einmal mit Akkuschrauber 8,5er Bohrer nachgearbeitet. Ich entschloss mich, beim späteren Verleihen einen PU Leim zu nehmen, um die Zwischenstände aufzufüllen. Doch dazu später mehr.

Dann habe ich den ersten Pfosten gesetzt, ...












... ihn mit Gewindestangen in die OSB Platten mit PU Leim eingeleimt 













... und anschließend den ersten Untergurt angesetzt und verschraubt. Die Löcher für die Schrauben habe ich etwas größer gemacht, damit das Holz Luft zum Arbeiten hat. 




















Runddübel eingeleimt, PU Leim in die Löcher der Geländerstäbe gegeben, die gleiche Prozedur noch einmal an der Oberseite und dann den Handlauf aufgesetzt. 

Diesen dann wieder mit dem Treppenpfosten verleimt. 























Pause gemacht. 
24 Stunden gewartet und dann den nächsten Abschnitt gesetzt.







 


Durch die Gewindestangen konnte ich nicht bei jedem Treppenpfosten einen Lamello im Anschluss zum Untergurt setzen. Es wird sich zeigen, wie gut das hält.

Warum ich an manchen Stellen einen minimalen Spalt zwischen Treppengeländer und Untergrund bzw. Handlauf habe, weiß ich nicht. 










Es kann sein, dass der PU Leim so viel Druck aufgebaut hat, dass er die Dübel wieder leicht rausgedrückt hat. Es kann sein, dass das Holz der Geländerstäbe so sehr gefedert hat das beim Zusammendrücken bzw. schlagen es wie bei einem Trampolin immer wieder einen Spalt hat entstehen lassen (obwohl ich sehr zart vorgegangen bin). Es kann sein, dass all dies begünstigt wurde, weil die Bohrungen in den Geländerstäben eben nicht so exakt waren, wie sie hätten sein sollen. Auf der anderen Seite habe ich das beim testweisen Zusammenbau ohne Leim nicht bemerkt. 

Wie auch immer: das Geländer steht.




 

























Was jetzt noch fehlt, ist der Anschluss zum Laminat. Da die Pfosten kleiner geworden sind als ursprünglich geplant, ist der Abstand größer als geplant. Ich habe noch ein bisschen Spritzkork und werde die Fugen wohl hiermit verfüllen und hinterher gegebenenfalls noch eine breite Leiste aus Buche davor setzen. In der Zwischenzeit habe ich den Tipp bekommen, an der Unterseite an den Treppenpfosten bzw. an den Boden einen kleinen Falz von ca. 3 mm zu setzen. Der würde das spätere Verlegen von Teppichen oder anderen Bodenbelägen erleichtern. An der Innenseite, im Übergang zum Aufgang, wird es eine Aluwinkelprofilleiste tun.
Was ebenfalls noch fehlt, ist die Oberflächenbehandlung. Aber die wird mein Schwiegervater, ein Malermeister im Ruhestand, für mich die Tage übernehmen. Vermutlich mit einem Zellulosegrund und anschließend einem Acryllack.
Das Geländer steht, hat eine gute Festigkeit und die Zeit wird zeigen, wie haltbar es ist. Außerdem darf ich es wieder neue Projekte angehen ;-) 

- Ende -

Kommentare:

  1. Toller Beitrag und ein super Ergebnis!
    Bei meinem Balkon-Projekt stellte sich auch die Frage, wie ich die Gitterstäbe des Geländers befestige.
    Ich habe mich letztendlich für selbstgebaute Flachdübel entschieden. Die Langlöcher habe ich mit zwei unterschiedlichen Schablonen und der Oberfräse hergestellt (Baubeschreibung hier:http://kellerwerker.de/?p=521)
    Die Flachdübel habe ich auch bei anderen Projekten eingesetzt, z.B. der Gartenbank. Das hat auch wunderbar funktioniert.
    Viel Spaß bei Deinen neuen Projekten...:-)

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  2. Ein wirklich toller Bericht und schöne Umsetzung! Das Ergebnis lässt sich sehen! So ein Geländer aus Holz wirkt gleich viel wärmer. Jetzt sind wir natürlich schon auf die nächsten Projekte gespannt. Haste Dir denn schon was überlegt?

    Viele Grüße,
    das SPAX-Team

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  3. Da unsere Gartenstühle keine Saison mehr durchhalten, wollte ich ab Ostern daran gehen. Ein ziemlich anspruchsvolles Projekt für mich. Und dann vielleicht zum Sommer hin ein Schreibtisch für unseren Sohn, der nach den Ferien zur Schule kommt. Und wenn Michael wieder so freundlich ist, meinen kleinen Beitrag zu veröffentlichen ... nun, man wird sehen. Helge

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    1. Da könnte man unter Umständen, möglicherweise, vielleicht drüber reden. ;)

      Grüße
      Michael

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  4. Sehr informativ. Durch einen Anbau ist die Dachschräge auf der einen Seite meines Treppenhauses jetzt weg und eine ziemlich hohe und senkrechte Wand entsanden. Dadurch muss ich jetzt dea Treppengeländer zur neuen Wand verlängern, d..h. einen Eck- und einen Wandpfosten setzen, den Handlauf zwischen dem bestehenden Pfosten, dem neuen Eckpfosten und dem Wandpfosten anbringen, mit den neuen Sprossen. Zu den alten Sprossen habe ich nach vielem Suchen noch passende bei
    http://www.firmamichel.de/
    gefunden.
    Pfosten und Handlauf aber noch nicht. Pfosten kein ectes Problem, wenn ich nix finde nehme ich die Balken die der Zimmermann zurückgelassen hat. Der alte Handlauf war 3/4 rund, d.h. unten etwa eine Viertel oder ein Drittel abgeflacht. Alles was ich bisher gefunden habe hat unten eine Nut die ist aber zu schmal für die Sprossen, die so etwas wie einen 4-5cm Teller an einem Ende haben, ich nehme mal an dieser Teller soll in den Handlauf gehen.
    Im Beitrag wurde der Pfosten mit zwei im Boden eingefügten Schrauben befestigt. Wie kann das gehen?
    Könnte man nicht Holzdübel und Leim verwenden, dann kann man den Pfosten eher nach unten bewegen.
    Falls jemand Kommentare oder Hinweise hat - Danke
    Paul

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    1. Hallo Paul,

      Dübel gehen sicher, wurde früher ja auch so gemacht. Müssen halt nur entsprechend dimensioniert sein.
      Zu dem Handlauf kann ich nix sagen, ich kenne auch nur den mit der Nut.

      Grüße
      Michael

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