Ihr findet meine Projekte gut, habt aber selbst keine Möglichkeit diese nachzubauen, dann schaut doch in meinem Shop vorbei. Falls Ihr dort nicht fündig werdet, schreibt mir eine Email.


Sonntag, 4. März 2012

Projektvorstellung - Buchstützen für Woodworker

Mein kleines Bücherregal steht ja jetzt an seinem Platz. Unter anderem sollten darin auch meine Bücher über die Holzbearbeitung Platz finden, nur sind diese alle eher groß und schmal und neigen zum umkippen. Einige hinlegen wollte ich nicht, weil es ist wie es ist: Meistens braucht man ja das, welches ganz unten liegt.
Was lag also näher als nächstes kleines Projekt ein Paar Buchstützen zu bauen. Da in dieses Regalfach nur Bücher zum Thema Holz gestellt werden sollen, wollte ich den Stützen auch ein passendes Design geben.
Nach längerem Überlegen viel mein Blick auf eine alte Holzhobel und damit war dann der Grundstein für die Stützen gelegt.
Auch dieses Projekt ist wieder eine Mischung aus Handarbeit und Nutzung von Elektrowerkzeugen.

Als Material habe ich mich wieder für Buche Leimholz mit durchgehenden Lamellen entschieden. Da diese Platten wohl mal für den Schubladenbau gedacht waren, haben sie schon eine passende Dicke von 14mm.
Auf der TKS wurde die Platte dann in zwei kleinere verwandelt. Einmal 150x250mm und die andere 150x200mm. Da die Platten schon geschliffen waren, mußte ich sie nur noch schnell mit Körnung 180 feinschleifen. Das war dann auch der erste Einsatz des Rotex RO 125 FEQ. Hmm, im Grobschliff Modus benimmt sich der Rotex eher wie ein bockiger Esel und nicht wie ein High-End Schleifer. Daran muß ich mich noch etwas gewöhnen.














Nun war dann erst einmal Schluß mit den elektrischen Helferlein und die gute alte Handarbeit war angesagt.
Es mußten Zinken und die entsprechenden Schwalben angezeichnet, gesägt und ausgestemmt werden.
Hier muß ich aber zugeben dies war/ist meine erste offene Zinkung mit Schwalbenschwänzen. Bei dem Recycling Regal und dem Holzlager habe ich zwar schon Zinkenverbindungen verwendet, aber immer nur einzelne und nie welche um Platten zu verbinden, sondern nur im Gestellbau. Fürs erste Mal hat es ziemlich gut geklappt, gut eine Kante ist weggebrochen und die Passungen sind nicht ganz 100%ig aber was solls, jeder fängt mal an.  Zumal bei der Zinkung für die zweite Stütze wurde das Ergebnis schon deutlich besser, aber dazu später mehr.
Hier erst einmal ein paar "Impressionen":









 
















Tja leider passierte mir dann beim Gegenstück ein "kleines" Maleur. 
Ich war in Gedanken nicht ganz bei der Sache, also irgendwo anders, aber nicht beim Zinken ausstemmen. So kam es wie es kommen mußte...nein den Fingern ist nichts passiert, ich hab nur die falschen Teile ausgestemmt (trotz Markierung).
Scheisse. Zinken abgesägt und noch mal von vorne.






Am Ende wurde aber doch noch alles Gut.

























Da ich noch mehr Buchstützen anfertigen möchte, habe ich für die Rundung eine einfache Schablone gefräst. Dies war dann auch der erste kleine Einsatz der Festool MFS.










Die Holzbrettchen wurden einfach mit doppelseitigem Klebeband auf die Schablone geklebt, so konnte ich den Radius in einem Rutsch durchfräsen ohne zwischendurch die Zwinge versetzen zu müssen.

Ich habe die Schablone erst einmal so lang gelassen, wenn ich mit den Stützen durch bin, wird sie gekürzt oder der runde Teil entsorgt.






Anschliessend habe ich die Querstrebe aus einer Buche Leiste ausgesägt und in allen Teilen die nötigen Fräsungen für die Domino 4x20mm Dübel vorgenommen, natürlich standesgemäß :-) mit der neuen Domino Dübelfräse. Hach ich fange an mich in die Maschine zu verlieben....



 
 ...und das Ganze grob zusammengesteckt.

 













Zum Schluß wurden alle Teile noch mit der Kantenfräse abgerundend und an die Bretter ein Profil angefräst.















 Soweit fertig.




 Weiter ging es mit der Oberflächenbearbeitung. Alle Teile der Stütze wurden bis Körnung 320 feingeschliffen, die offene Zinkenverbindung mit dem Flachwinkelhobel verputzt, zwei mal mit einem Möbelöl behandelt und anschliessend gewachst.

Der Holzhobel bedurfte etwas mehr Arbeit. Die Kombination Öl/Wachs mit deren Lackierung gefiel mit nicht. Also müßte der Lack runter. Da kam zum ersten mal für mich, ein chemischer Abbeizer zum Einsatz, bäääääh was ne ecklige Angelegenheit. Irgendwann war der Lack ab, ich habe den Hobelkörper dann auch noch bis P320 feingeschliffen und auch geölt und gewachts.




Nun war die eine Stütze fertig, fehlt nur noch die Zweite.




Wieder ähnlicher Aufbau wie bei der Ersten, nur mit dem Untschied das die Grundplatte größer wird und später unter die Bücher ragt.

Wieder wurde angezeichnet,...











...Zinken hergestellt,...















...Gefräst,...










...Gehobelt,...










...Geschliffen,...













...und Verputzt.
Hier sieht man auch mein neues Spielzeug, den Veritas Small Bevel Up Smoother. Gerade das Verputzen von solchen Verbindungen geht damit deutlich besser, als mit dem Flachwinkel Blockhobel.









 Und hier das Ergebnis meiner zweiten offenen Zinkung. Ich würde mal sagen, für den Anfang gar nicht so schlecht



Auch die zweite Stütze wurde wieder zweimal geölt, gewachst und anschliessend poliert.


















 Fertig ist der Satz Buchstützen:

 


 Der nächste ist schon in Arbeit.

Samstag, 3. März 2012

Neues aus der Werkstatt - Noch ne Werkzeugwand

Da ich mir noch einen Satz Narex 8116 Cabinetmakers Stemmeisen angeschafft habe, war ein weiteres "Werkstattupdate" fällig.
Über die Narex Beitel hat Heiko Rech schon einiges geschrieben: Narex Stemmeisen
Ich habe auch die geschliffene und nicht polierte Version gekauft.
Der erste Eindruck ist wirklich sehr gut, sehr plane Spiegelseite, exakt geschliffen und an den Kanten schön schlank. Ich mußte sie nur noch kurz auf dem 800er King Stein bearbeiten und eine Mikrofase anziehen. Das Schärfen geht irgendwie leichter und schneller als bei den Stemmeisen von MHG. Auch liegt die Grifform hervoragend in der Hand. Gerade was Feinarbeiten angeht komme ich damit sogar etwas besser zurecht, als mit dem Heft der kurzen MHG Stemmeisen.

So jetzt aber zum Thema:
Da ich die Stemmeisen nicht wieder einfach nur in die Schublade werfen und auch die Narex genauso wie die kurzen MHG Eisen sofort griffbereit haben wollte, mußte ich wiedermal die Werkstatt etwas umorganisieren.
Die Sortimentskästen mit Spax, Holzdübel, etc. fanden einen neuen Platz, die Pappschachteln mit Schrauben rückten etwas dichter zusammen und ein Kleinteilemagazin konnte so eine Etage nach oben wandern. So gab es in dem Regal jetzt Platz für meine rote Werkzeugkiste. Die Leser mit Luchsaugen werden es sofort sehen, z. Zt. gehen die linken Schubladen nicht ganz auf, die Zwingen sind im Weg, aber da arbeite ich noch dran.














Mit der Aktion, konnte ich Platz für eine weitere kleine Werkzeugwand schaffen, die ich wieder mit Dachlatten als Unterkonstruktion an die Wand schraubte.
Ich kann jedem nur empfehlen, der in einem Haus mit weichen Wänden wohnt, sich Lomo Dübel anzuschaffen. Diese unscheinbaren Dinger haben es echt in sich. Selbst im weichesten Putz halten diese sehr weichen Dübel und drehen beim Schrauben nicht mit. Früher bin ich mit normalen Dübeln oft verzweifelt, bevor die Dübel sich spreizten, drehten sie sich mit der Schraube. Es war der Horror. Ich habe schon einige Lomo Dübel in den Wänden versenkt und KEIN EINZIGER hat Probleme bereitet.
Für die Werkzeugwand, habe ich einen Rest OSB Platte benutzt, der war gerade groß genug und ich mußte (erstmal) keine neue Platte kaufen.
Neben den Narex Stemmeisen, haben noch meine Lochbeitel  vom gleichen Hersteller, der kleine Starret Kombiwinkel, der Veritas Fügeanschlag und einiges mehr einen Platz gefunden.
Die Halter sind wieder aus Buche und zweimal mit Leinölfirnis behandelt.
Die Werkzeughalter der anderen Werkzeugwände hatte ich montiert bevor ich die Wände aufgehangen habe. Damit die Halter schön in Waage hingen, mußte ich die Position natürlich ausmessen, oft waren dann die bereits angebrachten Halter im Weg und ich mußte umständlich Maß nehmen. Diesmal bin ich anders vorgegangen. Die Platte kam zuerst an die Wand und wurde mittels Wasserwaage "ausgelotet". Mit einer kleinen Wasserwage habe ich dann die einzelnen Halter ausgerichtet. Das ging viel schneller und einfacher, als messen.

 












Weiterer Vorteil der ganzen Aktion, ich habe jetzt unterhalb der Werkzeugwand, noch etwas Ablagefläche geschaffen.

Der kleine Feuerlöcher hat auch einen neuen Platz gefunden und hängt jetzt griffbereit. Ich hoffe ich werde ihn nie brauchen.



Donnerstag, 23. Februar 2012

Anpassung der Festool Führungsschienen an die Mafell MT 55 cc

Das Problem:
Ein großer Vorteil der Mafell MT 55 cc ist, dass sie auch auf Festool kompatiblen Schienen einsetzbar ist.
Bei den Makita Schienen funktioniert dies auch problemlos, da diese über sehr breite Gleitstreifen verfügen. Bei den original Festool Schienen gibt es ein kleines Problem. Die Gleitstreifen sind schmaler und der Belag neben der eigentlichen Schiene sitzt nicht direkt daneben, sondern ca. 12mm weiter außen.
Bei den Festool Tauchsägen ist dies logischerweise kein Problem, die Grundplatte der Säge ist groß genug um auch diesen zu überdecken. Anders sieht es bei der MT 55 cc aus, da die original Mafell Führungsschienen deutlich schmaler sind, als die Festool Schienen, ist somit auch die Grundplatte der Säge schmaler. Dies führt bei der Verwendung der MT 55 cc auf Festool Schienen dazu, dass sie nicht mehr auf beiden Gleitbelägen aufliegt, weil die Grundplatte der Säge direkt nach der Nut für die Festool Schienen aufhört. So läuft sie nur noch auf dem vorderen Gleitbelag, hinten aber direkt auf dem Aluminium. Von der Funktion weiter kein Problem, ABER die Gleitbeläge stehen geringfügig über die Fläche der Schiene und wenn die Maschine jetzt nicht mehr auf beiden aufliegt, läuft sie nicht mehr exakt parallel zur Schiene und somit zum Werkstück, sondern um das Maß des Überstandes leicht schräg. Dies führt dazu, dass die Schnitte nicht mehr exakt winklig sind, dies ist zwar minimal, aber messbar. Man könnte zwar die Säge jetzt auf die Schiene justieren, aber setzt man sie dann auf der Mafell Schiene ein oder auch mal komplett ohne Schiene, passen dann natürlich die Winkel nicht mehr 100%ig.

Die Lösung:

Da ich einiges Zubehör für die Festool Schienen besitze und auch die Zwingen für die Schienen besser finde, als die Miniteile für die Mafell Schiene, möchte ich auch weiterhin möglichst mit den Festool Schienen arbeiten. Da ich außer der Tauchsäge nur noch den Führungsadapter für die Oberfräse auf den Schienen laufen lasse, habe ich mich zu folgender Änderung entschlossen.

Ich habe mit einer Heißluftpistole die Gleitbeläge samt Kleber erwärmt, die Streifen entfernt und außerhalb deren kleinen Nut wieder aufgeklebt. Das erwärmen bringt den Vorteil, dass die Streifen weicher wurden, sich leichter ablösen ließen und der Kleber an den Streifen blieb und wiederverwendet werden könnte.

 














Der Führungsadapter und die OF laufen weiterhin auf den Gleitstreifen und für die Mafell MT 55 cc passte es jetzt auch.

Positiver Nebeneffekt, die Säge kommt etwas höher, die Tiefenskala ist somit für die Festool und Mafellschiene gleichermaßen einsetzbar ohne rechnen zu müssen und bei Gehrungsschnitten sägt sie dichter an der Gummilippe. Da die Festool Schienen dünner sind als die Mafell Schienen gab es da sonst einen Versatz.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Kleines Facelift an der Eisenbahn. Obwohl eigentlich ist es ja eine Holzbahn.

Langsam wird es ja wirklich Zeit für die Auslieferung der "kleinen" Dampflok samt ihrer Waggons, lange genug steht sie schon bei mir und der nächstmögliche Abgabetermin rückt näher. 
Nur aus dem lieben Baby von damals ist mittlerweile ein ziemlich kräftiger kleiner Mensch mit viel Temperament geworden und ich befürchte, dieser Kombination hat meine Achsaufhängung auf Dauer doch nicht die nötige Widerstandskraft entgegenzusetzen.
Also habe ich das Spielzeug von hölzernen Starrachsen zu einer Einzelradaufhängung aus bestem 8.8er Schraubenstahl umgebaut. Zu der nun deutlich gestiegenen Stabilität, gesellt sich auch ein verbesserter Wendekreis.

Der Umbau der Waggons war simpel. Die alten Holzachsen aus einem 10mm Bucherundstab rausgeschlagen und gegen M10x70 Schlosschrauben getauscht.  Für eine bessere Führung der Achsen, habe ich innen noch eine 18x15mm Bucheleiste eingebaut. Damit die Räder auch auf Dauer dort bleiben wo sie hingehören, habe ich selbstsichernde Muttern verwendet. So lies sich auch das Spiel der Achsen einfach einstellen, was mit Federringen oder Zahnscheiben nicht gegangen wäre.














Der Umbau der Lok war nicht ganz so einfach, da diese ja über bewegliche Kuppelstangen verfügt. Damit diese später nicht zu weit abstehen und auch nicht hängen bleiben können, mußten die Schlossschrauben 5mm in die Holzräder eingelassen werden. Wäre ja weiter kein Problem, nur so ein 25mm Forstnerbohrer ohne Führung entwickelt ein gewisses Eigenleben. Um den Bohrer dennoch verwenden zu können, habe ich einfach ein kurzes Stück der alten Achse wieder eingesetzt und so hatte die Zentrierspitze auch wieder eine Führung.
In der alten Version würden die Kuppelstangen an den Vorderräder von kleinen 5mm Holzachsen geführt, diese hätte ich zwar auch wieder verwenden können, aber ich wollte auch an dieser Stelle eher auf Unkaputtbar gehen. Die vorderen Schloßschrauben bekamen zentrisch eine 20mm tiefe, 4,2mm Bohrung und anschliessend das passende M5er Gewinde reingeschnitten. Die Funktion der kleinen Holzachsen, übernehmen jetzt zwei mit Loctide eingeklebte M5 V2A Schrauben. 


 












Das Alles sollte wohl auch bei den heftigsten Zugunfällen, genug Stabilität bringen.







Sonntag, 19. Februar 2012

Die Zeit vergeht, was macht der Briefkasten?

Ich hatte den Briefkasten damals ja aus Buche gebaut, weil ich davon noch genug hatte. Die Bedenken kamen erst später, beim ersten Regen. Der Briefkasten ist zwar nicht direkt der Witterung ausgesetzt, aber die höhere Luftfeuchtigkeit hat genügt, dass die Klappe klemmte. 
Etwas Angst hatte ich schon, was wird das Holz und die Konstruktion im Herbst und im Winter machen, zu mal wir ja einen SEHR feuchten Winter hatten. Die Sorgen waren aber unbegründet. Der Briefkasten sieht noch genauso aus wie letztes Jahr im Mai. Weder ist das Leimholz noch meine Leimfugen aufgegangen, oder etwas schief geworden. Schimmel oder sonstiges kann ich auch noch nicht entdecken.


Auch bereiten die Klappen keine Probleme mehr. Ich hatte die Spaltmaße um 2mm vergrößert und das hat gereicht, damit das Holz arbeiten kann und sich trotzdem nichts verklemmt.


Donnerstag, 16. Februar 2012

Neuzugang in der Werkstatt - Festool Carvex PS 400 EBQ Set




Mit der Carvex, so scheint es, wollte Festool die Stichsäge neu erfinden. 
Futuristisches Design, vollgepackt mit Elektronik und ein Koffer voller Zubehör. Ob dies Festool gelungen ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. 

Was sofort auffällt ist das ergonomisch sehr gut designte Gehäuse und das geringe Gewicht (1,9kg). Die Carvex liegt mir persönlich einfach perfekt in der Hand, egal ob einhändig oder beidhändig. Ich als Linkshänder freue mich über die beiden Ein/Aus Schalter. Halt, das stimmt nicht! Es sind keine Schalter wie bei gewöhnlichen Stichsägen, sondern zwei Taster. Antippen - Säge läuft, nochmal tippen - Säge stoppt. Dank der eingebauten elektronischen Bremse innerhalb von Sekundenbruchteilen und zwar stoppt die Säge so, dass das Sägeblatt immer so weit wie möglich eingefahren ist.
Die Taster haben nicht nur die Funktion des Ein/Ausschaltens, sondern dienen auch zur Programmierung der Beleuchtung. Die Carvex besitzt, z.Zt. als einzige Säge auf dem Markt, ein Stroboskoplicht. Ab einer bestimmten Hubzahl, blitzen die vier LED´s im Takt des Hubes und so hat es den Anschein, als würde das Sägeblatt stillstehen. Dies ist ein großer Vorteil beim Sägen nach Anriss. Ich hatte immer Probleme, gerade bei grob verzahnten Holzsägeblättern, dem Anriss möglichst genau zu verfolgen, da die Vorderkante des Sägeblattes nicht sichtbar war. Mit der Carvex ist dies kein Problem mehr. Man sieht jeden einzelnen Zahn des Sägeblattes und wenn es beim Sägen langweilig wird, kann man sogar die Beschriftung des Blattes lesen.
Für alle diejenigen die sich mit dem Stroboskoplicht nicht anfreunden können, gibt es die Möglichkeit, die Beleuchtung auf Dauerlicht umzustellen und auch komplett zu deaktivieren. Weiter verfügt die Carvex noch über einen Lagesensor, betreibt man die Säge mit Sägeblatt nach oben, schaltet sich die Beleuchtung automatisch ab. Möchte man z.B. Arbeitsplatten ausklinken ist dies ein Vorteil, weil keine Gefahr besteht, durch die sehr hellen LED´s geblendet zu werden. Möchte man aber ein Ausschnitt in eine Zimmerdecke machen, wäre die Beleuchtung vielleicht gar nicht so verkehrt.

Unterhalb des linken Tasters, liegt der Schalter für den Pendelhub, dieser funktioniert wie bei allen Stichsägen und hat vier Stufen.
Dahinter liegt der Hebel für den Sägeblattweit-... äh -auswurf. Wird der Hebel betätigt, wird das Sägeblatt mit Schwung ausgeworfen. Der Vorteil liegt halt darin, ist das Sägeblatt heiß, muss man sich nicht die Finger verbrennen um es zu entfernen. Aber wie es so ist, jedes Ding hat zwei Seiten und so kann es passieren, dass das Blatt irgendwo hin katapultiert wird, wo es gerade nicht hätte landen sollen. Festhalten und dann erst auswerfen funktioniert aber auch.

Als letztes technisches Highlight besitzt die Carvex nicht nur eine normale Hubzahlregelung, sondern noch eine Automatikstellung. In dieser läuft die Stichsäge zuerst mit gedrosselter Hubzahl und sobald sie Materialkontakt hat (bzw. belastet wird), wird die Drehzahl auf Maximun angehoben. So läßt sich die Maschine mit viel Gefühl ansetzen und gibt erst nach den ersten 1-2mm Vollgas. Diese und auch die Funktion der Motorbremse, verdankt die Carvex ihrem bürstenlosen Motor. Dieser EC-Tec genannte Motor hat zwar "nur" 500W aber durch das Fehlen der Schleifkohlen einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Stichsägen.

Ich habe die PS 400 EBQ im Set gekauft, das bedeutet, dass ein zweiter Systainer nur mit Zubehör dabei ist. Neben diversen Laufsohlen gehören zwei wirklich coole Zubehörteile dazu.










 Das wäre:
  

1. Der Winkeltisch.
Der Tisch besitzt als Grundplatte zwei Flügel. Mit einem am Heck angebrachten Drehknopf läßt sich der Winkel der beiden Flügel zueinander stufenlos verstellen. Dabei bewegen sich die beiden Flügel absolut synchron. So können mit dem Tisch herkömmliche Gehrungsschnitte durchgeführt, aber auch die Säge direkt und sicher an Außen- oder Innenkanten geführt werden. Ebenso ist es möglich Kanthölzer oder Rundstäbe aufzutrennen, was mit einem normalen Winkeltisch nicht möglich wäre.




Detail der Winkeljustierung.













Nachteil dieser Konstruktion ist, dass die Säge bei normalen Gehrungsschnitten nur mit dem halben Tisch aufliegt, was die Lage etwas instabil macht.














 
2. Der Kreisschneider.
Im Prinzip nichts anderes, als ein Maßband mit der Möglichkeit eine Stichsäge dran zu montieren. Einfach genial, genial einfach.
Um den Kreisschneider nutzen zu können, muß der Adaptertisch montiert werden, mit dem die Carvex auch auf Führungsschienen bewegt werden kann. An den Adaptertisch kommt der Kreisschneider, am Maßband wird millimetergenau und sehr enfach der gewünschte Radius (bis 1500mm) eingestellt und die Platte wie auch bei anderen Kreisschneidern gewohnt ausgesägt.





Die Carvex PS 400 EBQ im Einsatz.

Ich habe mit der Carvex einige Meter an Probeschnitten durchgeführt. Und damit komme ich auch zu einer kleinen Eigenart der Säge. Sie sägt nicht mit allen Sägeblättern gleichermaßen gut im Winkel. Kleiner Tipp am Rande: Ein Sägeblatt muß für winkelgerechte Schnitte so lang sein, dass es IMMER aus dem Werkstück herausschaut.
Zuerst hatte ich die Carvex mit den Bosch Sägeblättern getestet, die ich schon lange verwende.Mit dem Ergebnis, dass der Schnitt oft verlief. War er am Anfang noch exakt rechtwinklig, kippte er mit der Zeit um bis zu 1,5-2° ab, trotz der 3. hartmetallbestückten Sägeführung. Zuerst war ich ratlos, da das Sägeblatt exakt 90° zum Tischstand. Einem Tipp eines Forumskollegen aus dem Woodworker Forum gefolgt, besorgte ich mir die Festool Trion FSG Sägeblätter und das Problem war weg. Winkelgerechte Schnitte mit max. 0,1-0,2° Abweichung sind kein Problem mehr, auch in Kurven. Genauso der Schnitt an der Führungsschiene entlang, funktioniert mit diesen Sägeblättern auch wunderbar.



Bei dem Regal mußte die Carvex auch zeigen, wie genau man mit ihr an einem Anriss entlang sägen kann. Auch dies gelang einfach und das Ergebnis spricht für sich, ein extrem sauberer und winkliger Schnitt. Beim Sägen am Anriss, war mir das Stoboskoplicht eine große Hilfe.















UPDATE:

Ich besitze die Carvex ja schon einige Monate und habe sie natürlich schon öfters eingesetzt. Die Begeisterung ist immer noch groß und die negativen Stimmen im großen WWW kann ich bei meiner PS 400 nicht nachvollziehen.

Die Carvex sägt immer noch schön winklig bei Verwendung an der Führungsschiene.

Freihand und 60mm Holz sind kein Problem für einen rechtwinkligen Schnitt












Anfang
Ende





Da auch von Problemen mit Schnitten in Verbindung mit dem Kreisschneider berichtet wurde, habe ich dies mittlerweile auch ausprobiert.
Mit meiner Carvex 400 funktioniert es in Verbindung mit den FGS Blättern einwandfrei. Zum Test habe ich einfach zwei OSB Platten aufeinander geschraubt, damit die Materialstärke interessanter wird.

Das verwendete Blatt













Der eingestellte Radius














Das Ergebnis














Der gesägte Durchmesser
Die Einstellung zeigt ziemlich exakt den Mittelpunkt vom Sägeblatt













Zum Schluß noch eine Winkelkontrolle an vier Stellen des Kreises. Absolut einwandfrei!















Bezugsquelle:

Den Nachfolger der Festool Carvex PS 400 EBQ Set, die PS 420, könnt Ihr bei Holzfachmarkt Gerschwitz bestellen.